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Macher von "Titanic"-Spezialeffekten ist pleite

Ein trauriger Niedergang: Das Spezialeffekte-Studio Digital Domain ließ seinerzeit die "Titanic" im Kino versinken, jetzt muss das Unternehmen Schutz vor seinen Gläubigern in einem Insolvenzverfahren suchen.

Browser© Diego Cervo / Fotolia.com

Das bekannte Spezialeffekte-Studio Digital Domain, das unter anderem die "Titanic" auf die Leinwand gebracht hat, ist pleite. Die Muttergesellschaft Digital Domain Media Group suchte Schutz vor den Gläubigern in einem Insolvenzverfahren. Die Firma will sich unter anderem mit dem Verkauf von Unternehmensteilen sanieren, um das Hollywood-Kerngeschäft zu retten. Digital Domain war der aggressive Expansionskurs des inzwischen zurückgetretenen Chefs John Textor zum Verhängnis geworden. Zuletzt zog Digital Domain die Reißleine und schloss das teure neue Animationsstudio in Florida.

Hohe Schulden

Schulden von fast 214,9 Millionen Dollar stehen Vermögenswerte von 205 Millionen Dollar gegenüber, erklärte Digital Domain im Insolvenzantrag bei einem Gericht im US-Staat Delaware. Für den Neuanfang wurde zunächst die Freigabe von 20 Millionen Dollar erbeten. Nach bisherigen Informationen sollen die Studios in Kalifornien und Vancouver, in denen hauptsächlich die Spezialeffekte für Hollywood produziert werden, vorerst ohne Unterbrechung weiterarbeiten. Digital Domain hatte bereits in den vergangenen Tagen einen Insolvenzantrag in Aussicht gestellt, falls kein frisches Geld gefunden werde.

Firmenchef Textor hatte versucht, das Geschäft von Digital Domain auf neue Bereiche auszuweiten. So ließ er Hologramm-Versionen von Elvis Presley und des getöteten Rappers Tupac Shakur entwickeln, die bei Konzerten auftreten können. Zudem startete er die Arbeit an einem eigenen Animationsfilm und baute dafür das Studio in Florida auf. "The Legend of Tembo", die Geschichte eines Elefanten, sollte 2013 ins Kino kommen. Vergangene Woche wurde die Arbeit an dem Film eingestellt. Textor kritisierte, das sei die falsche Entscheidung. Er ist ein gewichtiger Großaktionär mit einem Anteil von 18,2 Prozent.

Viel Geld verbrannt

Die neuen Projekte verschlangen viel Geld. Digital Domain nahm im Mai einen Kredit über 35 Millionen Dollar von mehreren Finanzfirmen auf. Dieser Kredit stürzte die Firma endgültig in die Krise. Als Teil des Deals musste Digital Domain auch stets bestimmte Bargeldreserven vorweisen können - verfehlte jedoch zum bereits verschobenen Stichtag im August die vereinbarte Marke. Damit wurde eine Strafe von 16 Millionen Dollar fällig. Die Gläubiger erklärten sich zwar bereit, das Geld vorerst nicht einzufordern, die Millionenstrafe hing aber wie ein Damoklesschwert über Digital Domain.

Spezialeffekte für Filme wie "Titanic" oder "Der seltsame Fall des Benjamin Button" haben der einst von Starregisseur James Cameron mitgegründeten Digital Domain mehrere Oscars eingebracht. Die Firma steuerte Effekte zu Dutzenden Kinohits bei, zuletzt unter anderem zu "Transformers 3", "Thor" oder "Avatar".

(Hayo Lücke)

Quelle: DPA

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