Verteilung über BitTorent-Client Transmission

"KeRanger": Verschlüsselungs-Trojaner zielt auf Mac-Nutzer

Nicht nur Windows-Nutzer können zu Opfern von Verschlüsselungs-Trojanern wie "Locky" werden. Experten von Palo Alto Networks haben nun mit "KeRanger" auch eine entsprechende Schadsoftware gefunden, die Daten auf infizierten Mac-Rechnern verschlüsselt - und nur gegen die Zahlung eines "Lösegelds" wieder freigibt.

iMac Retina DisplayAuch Mac-Nutzer können Opfer eines Verschlüsselungs-Trojaners werden.© Apple Inc.

Auch Mac-Nutzer müssen sich künftig vor Viren und Trojanern in Acht nehmen. Wie das Sicherheitsunternehmen Palo Alto Networks herausgefunden hat, haben Unbekannte eine funktionsfähige Schadsoftware über infizierte Installationsdateien des BitTorrent-Clients Transmission verteilt. Wie der momentan kursierende Trojaner "Locky" verschlüsselt das "KeRanger" getaufte Programm Dateien auf infizierten Computern. Freigegeben werden sie - wenn überhaupt - erst nach Zahlung eines Lösegelds in der Digitalwährung Bitcoin.

Manipulierte Installationsdateien wurden entfernt

Wie die manipulierten Installationsdateien in Umlauf gebracht werden konnten, ist bislang unklar. Sie wurden inzwischen von der Transmission-Webseite entfernt. Apple hat außerdem das Sicherheitszertifikat annulliert, mit denen das Programm die Sicherheitsmechanismen von Mac OS X überwinden konnte.

Zwischen Freitag, 4. März, und Samstag, 5. März, heruntergeladene Versionen von Transmission sollten sicherheitshalber gelöscht werden, raten die Experten. Auf der Unternehmenswebseite von Palo Alto Networks gibt es weitere Hinweise zum Aufspüren einer eventuellen Infektion mit "KeRanger" und zur Entfernung des Schädlings.

Apps nur Aus Mac App Store und bei verifizierten Entwicklern herunterladen

Grundsätzlich rät Apple seinen Nutzern, die Sicherheitsfunktionen von OS X so einzustellen, dass nur aus dem Mac App Store und bei verifizierten Entwicklern heruntergeladene Programme installiert werden können. Die Option findet sich in den Einstellungen des Macs im Bereich "Sicherheit".

Polizei: Kein Lösegeld an Online-Erpresser zahlen

Sicherheitsexperten und Polizei raten grundsätzlich davon ab, Lösegeld an Online-Erpresser zu zahlen. Nutzer sollten lieber auf Prävention setzen. Dazu gehören aktuell gehaltene Betriebssysteme und Virenscanner, eine regelmäßige Sicherung wichtiger Daten auf externen Festplatten und Vorsicht beim Umgang mit Dateien unbekannter Herkunft.

Jörg Schamberg / Quelle: DPA

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