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Kabel Deutschland wächst und steigert Gewinn

Kabel Deutschland ist dank der hohen Nachfrage nach Premium TV, Internet und Telefonie weiter auf Wachstumskurs. Die Zahl der Internet- und Telefonkunden steigt im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2012/2013 auf 1,7 Millionen. Der Kabelnetzbetreiber erzielte einen Gewinn von 66 Millionen Euro.

Kabel Deutschland© Kabel Deutschland

Strahlendes Sommerwetter in München und positive Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2012/13: Für Kabel Deutschland-Chef Adrian von Hammerstein kann es derzeit kaum besser laufen. Der größte deutsche Kabelnetzbetreiber hat seinen Wachstumskurs auch zwischen April und Juni fortgesetzt. "Wir verzeichnen erneut gute Zuwachsraten bei den Abonnements, bei Umsatz und Ergebnis. Besonders erfreulich ist das Netto-Ergebnis, das mit 66 Millionen Euro deutlich zugelegt hat", kommentiert von Hammerstein die am Dienstag in München vorgelegte Quartalsbilanz. Das Konzernergebnis von Kabel Deutschland (KDG) bedeutet einen Gewinnsprung, das Netto-Ergebnis hatte im Vorjahresquartal nur bei 8 Millionen Euro gelegen. Im vergangenen Geschäftsjahr war der Kabelnetzbetreiber zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte in die Gewinnzone gekommen und schloss das Jahr mit einem Überschuss von 159 Millionen Euro ab, nach einem Verlust von 45 Millionen im Jahr 2010/2011.

KDG-Gesamtkundenzahl sinkt

Bis Ende Juni steigerte Kabel Deutschland die Gesamtzahl der Abonnements für klassisches Kabelfernsehen, Premium-TV-Dienste sowie Internet- und Telefonie im Vergleich zum Vorjahr um 843.000 auf 13,7 Millionen, die Gesamtkundenzahl sank dagegen im gleichen Zeitraum von 8,72 Millionen auf knapp 8,54 Millionen.

KDG begründete den Rückgang der Gesamtkundenzahl mit der gesunkenen Zahl der indirekten Kabelanschlusskunden (-206.000), die über andere Netzbetreiber mit dem Signal von Kabel Deutschland versorgt werden. Aufgrund des niedrigen monatlichen Umsatzes pro indirektem Kunden werde der Kundenrückgang sich nur geringfügig auf Umsatz und Ergebnis auswirken.

Neue Dienste boomen: 3,2 Millionen Internet- & Telefonieabonnements

Kabel Deutschland macht sein Netz weiter fit für schnelles Internet. Die Zahl der an das KDG-Kabelnetz insgesamt angeschlossenen Wohneinheiten lag Ende Juni unverändert bei 15,29 Millionen. Davon sind inzwischen rund 12,9 Millionen beziehungsweise 84,3 Prozent mit einem rückkanalfähigen Anschluss zur Nutzung von Internet und Telefonie ausgestattet. Rund zehn Millionen Haushalte sind bereits auf den Breitbandübertragungsstandard EuroDOCSIS 3.0 aufgerüstet und können auf Internet-Bandbreiten von aktuell bis zu 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) zugreifen.

Mit rund 4,98 Millionen Abonnements entfällt mehr als ein Drittel aller Abonnements auf die sogenannten "Neuen Dienste" Premium-TV, Internet und Telefonie. Innerhalb des ersten Quartals legte die Zahl der Abonnements in diesem Bereich um insgesamt rund 230.000 zu. Ende Juni verbuchte der Kabelnetzbetreiber insgesamt rund 3,2 Millionen Abonnements für Internet und Telefonie. Davon entfielen rund 1,58 Millionen Abonnements auf Internetpakete und rund 1,61 Millionen auf die Nutzung der Telefonieangebote.

Die Zahl der Internet- und Telefonkunden wuchs im Jahresvergleich um rund 265.000 auf 1,7 Millionen. Von Anfang April bis Ende Juni konnte Kabel Deutschland rund 65.000 neue Internet- sowie 63.000 neue Telefonkunden gewinnen.

Weiter auf Seite 2: Hohe Nachfrage nach Premium TV - Mehr Umsatz & Gewinn

Einen kräftigen Anstieg meldete das Münchener Unternehmen auch für die Nutzung von Premium-TV mit Angeboten wie Pay-TV und dem digitalen Videorecorder. Die Ende Juni erreichte Gesamtzahl von 1,78 Millionen Abonnements in diesem Bereich bedeutet eine Zunahme um 465.000 innerhalb eines Jahres bzw. um rund 102.000 innerhalb des ersten Quartals. Allerdings ging die Zahl der klassischen Kabel-TV-Abonnements gegenüber dem Vorjahr um 155.000 auf 8,7 Millionen zurück.

Mehr Umsatz

Die hohe Nachfrage nach "Neuen Diensten" machte sich im ersten Quartal auch beim Umsatz bemerkbar. Gegenüber dem Vorjahr stieg er um 7,7 Prozent auf 444 Millionen Euro. Das EBITDA, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, legte um 8,2 Prozent auf 209 Millionen Euro zu. Kabel Deutschland investierte im ersten Quartal 116 Millionen Euro, was einer Investitionsquote von 26,1 Prozent des Umsatzes entspricht. Der durchschnittliche monatliche Umsatz pro Kunde (ARPU) konnte im ersten Quartal um 1,40 Euro auf 15,38 Euro gesteigert werden.

Den Schuldenberg reduzierte Kabel Deutschland innerhalb eines Jahres bis Ende Juni um 65 Millionen Euro auf rund 2,74 Milliarden Euro. Den Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr bestätigte der Kabelnetzbetreiber. Die Münchener gehen von einem Umsatzanstieg zwischen 7,5 und 8,5 Prozent aus, das EBITDA soll eine Höhe von 855 Millionen bis 870 Millionen erreichen. Investiert werden soll rund 25 Prozent des Umsatzes. Noch nicht berücksichtigt ist die geplante Übernahme von Tele Columbus. Den Kauf muss zuvor allerdings noch das Bundeskartellamt genehmigen, eine Entscheidung wird für Anfang des kommenden Jahres erwartet.

(Jörg Schamberg)

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