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Justizminister Maas droht Google mit Zerschlagung

Bundesjustizminister Heiko Maas hat Google in einem Interview mit der Financial Times aufgefordert, den Algorithmus für seine Suche offen zu legen. Letztlich droht er sogar mit Zerschlagung.

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Bundesjustizminister Heiko Maas hat Google in einem Interview mit der Financial Times (FT) aufgefordert, den Algorithmus für seine Suche offen zu legen. Zumindest müsse das Unternehmen mehr Transparenz an den Tag legen.

Marktmacht nicht missbrauchen

Google habe einen großen Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung. In der Europäischen Union hat Google bei den Suchmaschinen einen Marktanteil von über 90 Prozent. In den USA sind es bloß 68 Prozent. Laut Maas müssten Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden, damit Google diese Macht nicht missbraucht.

Die genaue Formel seiner Suchmaschine hält Google geheim. Ausgehend von einer recht einfachen Formel, dem Pagerank, hat sie sich mittlerweile zu einem komplexen Gebilde mit hunderten von Parametern entwickelt.

Google droht mit Suchmaschinen-Spam

Diese Differenziertheit wird von den Nutzern geschätzt, wenn es darum geht, genau das zu finden, was gesucht wird. Unklar ist jedoch, inwieweit einzelne Google-Dienste bevorzugt werden, indem sie weiter oben in den Suchergebnissen auftauchen, als dies nach der Kernformel der Fall wäre.

Google argumentiert, dass mehr Transparenz zu mehr Suchmaschinen-Spam führen würde und auch der Konkurrenz wichtige Geschäftsgeheimnisse verraten würden - und zwar kostenlos.

Notfalls zerschlagen

Maas betonte in dem Interview, dass er eine Einigung im Konsens anstrebe. Dennoch drohte er Google mit einer Entflechtung, was eine Separierung einzelner Geschäftsbereiche bedeuten kann, aber auch eine vollständige Zerschlagung. Dies sei aber bloß ein letztes Mittel.

Google und andere US-Unternehmen, die mit den Daten europäischer Kunden arbeiten, haben es gerade schwer auf diesem Kontinent. Die EU-Kommission in Brüssel hat gerade erst Googles dritten Vorschlag zur Einbindung von Ergebnissen konkurrierender Spezialsuchmaschinen zurückgewiesen.

(Peter Giesecke)

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