Internet-Aufsicht

Internet-Verwaltung ICANN legt Vorschlag für Ende der US-Aufsicht vor

Die Internet-Verwaltung ICANN steht derzeit noch unter der Aufsicht der USA, die diese eigentlich bereits im Herbst 2015 abgeben wollte. Nun hat die ICANN eine Nachfolgeregelung vorgestellt, die bis zum September 2016 umgesetzt werden könnte.

Domains© rvlsoft / Fotolia.com

Marrakesch - Der Plan, die Aufsicht der US-Regierung über die Internet-Verwaltung ICANN zu beenden, nimmt konkrete Formen an. Die ICANN stellte nach langer Entwicklung schließlich den Vorschlag für neue Regelung vor. Dabei sollen in einer komplexen Struktur die Interessenvertretungen von Nutzern, Unternehmen und Regierungen austariert werden. Der Vorschlag wurde am Donnerstag der US-Regierung übergeben.

Neues System könnte bis September stehen

Er sehe gute Chancen, dass das neue System stehen könne, bis Ende September der aktuelle Vertrag mit dem US-Handelsministerium ausläuft, sagte Thomas Rickert vom deutschen Internet-Verband eco der Deutschen Presse-Agentur.

Die ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) verwaltet unter anderem das System der Domain-Endungen wie .com und steht seit Gründung 1998 unter Aufsicht des US-Handelsministeriums. Die US-Regierung kündigte im März 2014 an, die Aufsichtsfunktion zum Ablauf des damaligen Vertrags im September 2015 aufzugeben. Der ICANN gelang es jedoch nicht, rechtzeitig eine Nachfolgelösung auf die Beine zu stellen und die US-Aufsicht wurde im ein Jahr verlängert.

Sorge vor wachsendem Einfluss von China oder Russland auf das Internet

Zwischenzeitlich hatte es Sorgen gegeben, dass Regierungen etwa von China oder Russland sich stärkeren Einfluss auf das Internet sichern könnten. Trotz der Forderungen einiger Länder bleibe es dabei, dass Staaten in ihrer Aufsichtsgruppe für ihre Vorschläge Einstimmigkeit bräuchten, sagte Rickert. Für die neue Struktur seien mehr als 30 verschiedene Belastungsszenarien durchgespielt worden, und sie habe diese sogenannten "Stress-Tests" bestanden, betonte er.

Jörg Schamberg / Quelle: DPA

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