Werbeblocker auf Netzebene

Hutchison: Mobilfunker Three will Werbung aus mobilem Internet herausfiltern

Three, die Mobilfunkmarke von Hutchison, hat eine Kooperation mit dem Anbieter Shine geschlossen, um Werbung aus dem mobilen Internet herauszufiltern. Kunden sollten nicht den Datentransfer für übertragene Werbung zahlen müssen. Werbeblocker auf Netzebene sind allerdings umstritten.

DatenübertragungThree will bereits auf Netzebene Werbung aus dem mobilen Internet ausfiltern.© alphaspirit / Fotolia.com

London - Der Mobilfunkanbieter Three will in seinem Netz künftig Werbung aus dem mobilen Internet für Smartphones und Tablets herausfiltern. Die Mobilfunkmarke des Mischkonzerns Hutchison aus Hong Kong, die in Europa in Großbritannien und Italien vertreten ist, hat dazu eine Partnerschaft mit dem israelischen Anbieter Shine geschlossen, wie Three UK am Freitag in London mitteilte. Three wolle damit "ausufernde und irrelevante mobile Werbung" für die Kunden ausfiltern, hieß es. Kunden sollten nicht den Datentransfer für übertragene Werbung zahlen müssen - vielmehr sollten die Werbenden diese Kosten tragen, hieß es weiter. Werbeblocker auf Netzebene sind umstritten: Kritiker werfen solchen Plänen einen Verstoß gegen das Prinzip der Netzneutralität vor, also der Gleichbehandlung aller Daten im Internet.

Datenverkehr wird ausgebremst

Netzanbieter könnten auf diese Weise bestimmten Datenverkehr ausbremsen und nur gegen Beteiligung an Erlösen oder gegen direkte Bezahlung in der bestmöglichen Geschwindigkeit durchleiten, lautet der Vorwurf. Shine ist ein israelischer Anbieter einer Technologie, die Werbung nicht erst auf dem Smartphone oder Tablet ausfiltert, sondern auf Ebene des Telekommunikationsnetzes. Dieser Weg sei effizienter als spezifische Apps auf den Geräten selbst, teilte Three mit. Details zu den Plänen will das Unternehmen in den kommenden Monaten mitteilen.

Hutchison will derzeit der spanischen Telefonica ihr britisches Mobilfunkgeschäft O2 UK für gut 10 Milliarden britische Pfund abkaufen und mit Three zusammenlegen. Derzeit prüft die EU-Kommission das Vorhaben. In Italien will Hutchison ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem Vimpelcom-Konzern und seinem Anbieter Wind betreiben.

Jörg Schamberg / Quelle: DPA

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