News

HSV siegt gegen Ticketplattform seatwave

Einen Punktsieg erzielte der Hamburger Sportverein vor dem Landgericht Hamburg. Online-Plattformen wie seatwave untersagte das Gericht den Verkauf von Tickets für Heimspiele des HSV.

Internet© Daniel Fleck / Fotolia.com

Im Kampf um die Deutsche Meisterschaft liegt der Bundesliga-Club HSV derzeit zwölf Punkte hinter Spitzenreiter Bayern München. Vor Gericht lief es erfolgreicher. Der Hamburger Sportverein gewann einen Musterprozess gegen den Online-Ticketmarktplatz seatwave. Das Landgericht Hamburg verbot seatwave, Dritten den Verkauf von Tickets für Heimspiele des HSV zu ermöglichen.

Vorgehen gegen Online-Plattformen

Bereits im Herbst 2008 hatte der Bundesgerichtshof (BGH) zugunsten des HSV entschieden. Der BGH untersagte im damaligen Musterprozess professionellen Händlern den gezielten Aufkauf von Tickets und den darauf folgenden Weiterverkauf zu überhöhten Preisen. Der Ticket-Schwarzhandel wurde vom BGH damit teilweise eingeschränkt. Im aktuellen Urteil wird nun der Verkauf von Tickets auch über Plattformen verboten, die die Eintrittskarten nicht selbst anbieten, sondern quasi nur eine Vermittlerposition für Dritte einnehmen. Hierzu zählen neben seatwave etwa auch eBay und Viagogo. Der HSV sieht in dem Urteil den "Grundstein für die erfolgreiche Beseitigung des Zweitmarkthandels mit Eintrittskarten im Internet".


HSV will soziale Preisstruktur und Sicherheit im Stadion gewähren

Den eigentlichen Verkäufern der Tickets solle durch das Vorgehen gegen die Ticket-Plattformen der Raum genommen werden, um die Eintrittskarten überteuert weiterzuverkaufen. Der HSV verweist zudem auf die "soziale Preisstruktur" seiner Tickets, die zum Teil "erheblich unterhalb der theoretisch erzielbaren Preise" liege. Der Schwarzhandel hätte jedoch in der Praxis dazu geführt, dass viele Fans für ihre Karten höhere Preise bezahlen müssten. Außerdem erfolge der Verkauf von Tickets über das Internet unkontrolliert, die Sicherheit der Stadionbesucher sei dadurch "erheblich gefährdet". Der Fußballverein bemühe sich jedoch um eine weitgehende Trennung der Fangruppen, bekannte Gewalttäter würden ausgeschlossen.

Seit der Saison 2009/10 sind die HSV-Tickets personalisiert. Die Fans könnten die Tickets aber in bestimmten Grenzen übertragen, indem sie selbst den Namen des alternativen Stadionbesuchers eintragen. Nicht benötigte Tickets könnten Fans auf der vom HSV autorisierten und kontrollierten Onlineplattform www.hsv-ticketboerse.de weiterverkaufen.

Das Urteil des Landgericht Hamburg ist noch nicht rechtskräftig. Daher sind auf der seatwave-Webseite weiterhin auch HSV-Tickets zum Kauf zu finden.

(Jörg Schamberg)

Kommentieren Community
Weitere Infos zum Thema
Zum Seitenanfang