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Hansenet: Eigenes Glasfasernetz verzögert sich

Statt Anfang 2008 beginnt Hansenet mit dem Aufbau des eigenen Glasfasernetzes in Hamburg erst ab dem Spätsommer. 50 Millionen Euro sollen investiert werden, um Bandbreiten von bis zu 100 Mbit/s zur Verfügung zu stellen.

Paar mit Laptop© Syda Productions / Fotolia.com
Hansenet möchte mit seiner DSL-Marke Alice - ähnlich wie etwa NetCologne in Köln oder M-net in München - in Hamburg ein eigenes, schnelles Glasfasernetz für Internetverbindungen mit einer Bandbreite von bis zu 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) aufbauen. Doch die Baumaßnahmen, die für Jahresanfang geplant waren, verzögern sich.

Baubeginn ab Spätsommer

Gegenüber dem "Hamburger Abendblatt" sprach Hansenet Geschäftsführer Harald Rösch vom Spätsommer als neuer, angepeilter Termin für den Beginn des Netzaufbaus. Im Moment würden aber bereits erste Testgrabungen vorgenommen. Für das schnelle, eigene Netz in der Hansestadt wird Hansenet rund 50 Millionen Euro investieren. Der Grund für die Verzögerung seien andere Projekte, die Hansenet an einem früheren Ausbaustart hindern würden. Details dazu gab Rösch jedoch nicht preis. Erste Nutznießer des schnellen Netzes werden rund 130.000 Haushalte in Altona, Eimsbüttel, Eppendorf und im Schanzenviertel sein. In diesen Gegenden hätte Hansenet nach Aussage von Rösch die meisten Kunden. Sein Unternehmen hoffe aber beim Ausbau auf Kooperationen mit anderen Unternehmen, da ein eigenes Kabel quer durch die Stadt zu teuer wäre.

Keine Preissenkungen mit eigenem Netz

Nach Fertigstellung des eigenen Netzes erhofft sich Hansenet Einsparungen durch den Wegfall der Zahlungen an die Telekom in Höhe von rund zehn Euro pro Anschluss. Hoffnungen der Hansenet-Kunden auf sinkende Preise muss das Unternehmen allerdings enttäuschen. "Der Bau des Netzes ist teuer, wir brauchen die Mehreinnahmen", so Rösch. Die Kunden seines Unternehmens seien aber durchaus bereit, für entsprechend mehr Leistung auch mehr zu bezahlen. Das zeige sich auch an dem Mitte Februar gestarteten Tarifpaket Alice Comfort. Bereits rund 6.000 Kunden hätten sich für den ab 39,90 Euro erhältlichen Komplettanschluss im Verbund mit erweiterten Serviceleistungen entschieden. Zum Service gehöre unter anderem die Erreichbarkeit eines Mitarbeiters der Service-Hotline innerhalb von 20 Sekunden. Derzeit warte jeder Kunde durchschnittlich noch 55 Sekunden in einer Warteschleife.

Brad Pitt, aktuell Hauptdarsteller in einigen Alice-Werbespots, telefoniert zwar nicht mit der Alice-Hotline, hat aber nach Angaben von Rösch für einen größeren Bekanntheitsgrad der DSL-Marke von Hansenet gesorgt. Das teure Engagement des Hollywoodstars habe sich daher schon gelohnt.

(Jörg Schamberg)

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