Stabiles Wachstum

"Goldgräberzeit" im Online-Handel scheint vorbei zu sein

Die Deutschen kaufen gerne online ein. Die "Goldgräberzeit" des Online-Handels scheint jedoch vorbei zu sein, wie der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel vermutet. Demnach ist mit einem stabilen, aber moderaten Wachstum zu rechnen.

Onlineshopping© Erwin Wodicka / Fotolia.com

Hamburg – Der Online- und Versandhandel hat im vergangenen Jahr kräftig von der Kauflaune der Bundesbürger profitiert. Die Gesamtumsätze mit Waren und Dienstleistungen legten um 9,0 Prozent auf 65,3 Milliarden Euro (incl. Mehrwertsteuer) zu, wie der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh) am Dienstag in Hamburg als Ergebnis einer Verbraucherbefragung mitteilte. Im Jahr zuvor war der Umsatz um nur 2,0 Prozent gewachsen.

Stabiles, aber moderates Wachstum im Online-Handel erwartet

Auf den Internet-Handel mit Waren entfielen 2015 knapp 47 Milliarden Euro, ein Zuwachs von 12 Prozent. Angesichts des guten Konsumklimas erwartet der Verband für dieses Jahr insgesamt ein Wachstum von 4,0 Prozent und im reinen E-Commerce erneut ein Plus von 12 Prozent.

Der Verband geht allerdings davon aus, dass die hohen Wachstumsraten der "Goldgräberzeit" vorbei sind. Die Branche werde sich auf ein stabiles moderates Wachstum einstellen müssen, sagte bevh-Präsident Gero Furcheim.

Über das stationäre Internet wurde im vergangenen Jahr das Gros des Umsatzes (37 Milliarden Euro) erwirtschaftet, per Smartphone & Co waren es 9,7 Milliarden Euro, per Telefon 4,2 Milliarden Euro.

Kleidung und Elektronik sind die stärksten Umsatzbringer

Im reinen E-Commerce war Bekleidung mit 10 Milliarden Euro (plus 18 Prozent) der stärkste Umsatzbringer. Um ein Drittel auf 7,5 Milliarden Euro stiegen die Erlöse für Elektronikartikel und Telekommunikation. Dagegen gaben die Verbraucher weniger Geld für Bücher und E-Books aus: minus 8,0 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro. Als mögliche Erklärung führte der Verband Abo-Lesemodelle, Leih-E-Bibliotheken sowie Click & Collect an. Dabei wird im Internet bestellt, die Ware aber im Geschäft abgeholt und oftmals dort bezahlt.

Angesichts eines Zuwachses von 19 Prozent auf rund 736 Millionen Euro sieht der Verband auch den Lebensmittelkauf via Internet im Kommen. Das "Stiefkind des E-Commerce" werde vor allem in Ballungsräumen verstärkt in Anspruch genommen, berichtete Verbandsgeschäftsführer Christoph Wenk-Fischer.

Melanie Dörr / Quelle: DPA

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