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GetInternet: Schnelles Sat-Internet für Rheinland-Pfalz

Der Trierer Sat-Internet-Anbieter GetInternet hat zusammen mit Eutelsat eine Breitbandinitiative für die ländlichen Regionen Eifel, Mosel, Saar und Hunsrück vorgestellt. Pakete mit bis zu 18 Mbit/s stehen zur Wahl. Bis Anfang Oktober werden alle Tarife zu Sparkonditionen angeboten.

Notebook© Roman Hense / Fotolia.com

Der Breitbandausbau kommt voran, so heißt es zumindest von Seiten der DSL- und Kabelnetzprovider. Auch mobiles Internet per UMTS oder LTE soll in immer mehr Regionen verfügbar sein. Doch die Realität sieht vor Ort oft noch anders aus, beispielsweise im westlichen Rheinland-Pfalz. Im Großraum Trier können nach Angaben des dort ansässigen, bundesweit aktiven Sat-Internetanbieters GetInternet rund 86.000 Haushalte lediglich mit Bandbreiten von maximal 6 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) ins Internet gehen. Das entspricht 35 Prozent der rund 250.000 Haushalte dieser Region. Das Internet bietet heute zahlreiche Möglichkeiten für Information und Unterhaltung. Der Abruf von Filmen, die Nutzung von Mediatheken und Cloud-Computing erfordern in der Regel höhere Bandbreiten als derzeit bei vielen Haushalten in der Region verfügbar sind. Im Rahmen einer Infoveranstaltung bei einem Trierer Elektrohändler stellten Vertreter von GetInternet und des Satellitenbetreibers Eutelsat eine Breitbandinitiative für Eifel, Mosel, Saar und Hunsrück vor. Unsere Redaktion war vor Ort.

Bis zu 18 Mbit/s per Satellit

Dank des im vergangenen Jahres gestarteten Breitbandsatelliten Ka-Sat kann GetInternet auf Basis des Eutelsat-Breitbanddienstes Tooway inzwischen Internetbandbreiten von bis zu 18 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) anbieten. Der Upload erreicht bis zu 6 Mbit/s. In Trier präsentierten GetInternet sowie Eutelsat den schnellen Internetdienst erstmals live in Deutschland. GetInternet ist laut Frank Naisar, technischer Leiter des Unternehmens, bislang ein reiner Online-Vermarkter. Erfahrung mit E-Commerce-Aktivitäten in anderen Bereichen habe man zuvor unter anderem beispielsweise mit GetMobile gewinnen können.

Zielgruppe des Anbieters sind ausschließlich Privatkunden. Neu ist eine Kooperation mit bundesweit 3.500 Fachhändlern. Kunden können ihr GetInternet-Paket dadurch auch vor Ort bestellen, die notwendige Hardware kann direkt mitgenommen werden. Der Provider aus Trier sieht die Chancen von Sat-Internet optimistisch. In den nächsten fünf Jahren will GetInternet rund 100.000 Kunden gewinnen. Im LTE-Ausbau sieht Naisar im Gespräch mit unserer Redaktion keine Gefahr, da sich die Mobilfunknetzbetreiber mittlerweile vorwiegend auf die Städte konzentrieren würden.

Sat-Internet als Alternative zu DSL und LTE

Die Versorgung mit Breitband sei in Trier, aber auch in Prüm und Bitburg im bundesweiten Vergleich nach Angaben eines Eutelsat-Sprechers überdurchschnittlich schlecht. Das ist unter anderem bedingt durch die topographische Lage mit großen Waldgebieten und tiefen Tälern, die auch eine optimale Mobilfunkversorgung erschwert. Wegen der Nähe zum benachbarten Luxemburg und der drohenden Frequenzüberlappung, sei auch kein oder kaum LTE in der Grenzregion vorhanden.

Abhilfe könnte hier Sat-Internet schaffen, das sowohl Eutelsat als auch GetInternet als Alternative zu DSL und LTE darstellen. Europaweit kann der Satellit Ka-Sat rund zwei Millionen Haushalte mit Breitband aus dem All versorgen. Deutschlandweit könnten demnach circa 200.000 bis 225.000 Haushalte von Sat-Internet über diesen Satelliten profitieren.

Pakete mit 12 und 18 Mbit/s werden am stärksten nachgefragt

Seit dem Sommer vermarktet der Tooway-Vertriebspartner bundesweit Internet-Pakete mit Bandbreiten zwischen 2 und 18 Mbit/s. Das kleinste Basispaket mit 2 Mbit/s werde allerdings kaum nachgefragt, offenbar wegen der nur vergleichsweise geringen Downloadgeschwindigkeit. Der monatliche Preis für "mini tooway 2" liegt bei 19,90 Euro. Mehr Speed bietet "basic tooway 8" mit 8 Mbit/s im Download und bis zu 2 Mbit/s im Upload. Monatlich schlägt das Paket mit 29,90 Euro zu Buche. Laut Naisar bestellen 30 Prozent der GetInternet-Kunden das Paket "standard tooway 12" für 49,90 Euro im Monat. Mit Surfgeschwindigkeiten von bis zu 12 Mbit/s sowie einem Datenversand mit bis zu 4 Mbit/s sei dieses Paket für private Nutzer ausreichend.

Weiter auf Seite 2: Hardware mietfrei - monatlich kündbar

Rund 50 Prozent der Kunden greifen laut Naisar allerdings derzeit zum Besteller "family tooway 18" für 59,90 Euro monatlich. Mit 18 Mbit/s im Download und bis zu 6 Mbit/s im Upload soll der Sat-Internetanschluss ausreichend Bandbreite auch für den Zugriff mit mehreren Computern bieten. Für höhere Ansprüche steht zudem noch der Tarif "SoHo Tooway 18+" zur Wahl, der sich für 99,90 Euro im Monat nutzen lässt. Zur Verfügung stehen hier ebenfalls 18 bzw. 6 Mbit/s für Down- und Upload.

Highspeed-Datenvolumen von 2 bis 50 GB

Die beiden 18er-Pakete unterscheiden sich hinsichtlich des mit voller Bandbreite nutzbaren Datenvolumens. GetInternet bietet alle Sat-Internet-Tarife im Rahmen einer Fair Access Policy an. Diese soll verhindern, dass einzelne Kunden durch exzessive Nutzung die insgesamt vor Ort verfügbare Bandbreite verringern. Jeder Tarif ist daher mit einem Inklusivvolumen ausgestattet. Wird dieses überschritten, wird die Bandbreite bis zum Rest des Monats auf 128 Kilobit pro Sekunde (Kbit/s) gedrosselt. Bei Bedarf lässt sich weiteres Highspeed-Volumen in 1 GB-Schritten hinzubuchen.

Die seit dem Sommer geltenden Angebote sind mit üppigerem Volumen als zuvor ausgestattet. Während der kleine Tarif lediglich 2 GB beinhaltet, bietet der Standard-Tarif mit 12 Mbit/s bereits 16 GB. Die beiden 18 Mbit/s schnellen Pakete erlauben das Surfen mit der maximalen Bandbreite bis zu einem Volumen von 26 beziehungsweise 50 GB. Zum Vergleich: Ein durchschnittlicher Haushalt kommt nach Angaben des Eutelsat-Sprechers monatlich auf einen Datentraffic von rund 13 Gigabyte.

Hardware mietfrei - Monatlich kündbar

Alle Tarife sind monatlich kündbar. Zudem gibt es eine Geld-Zurück-Garantie im ersten Monat, die allerdings noch kein Kunde in Anspruch genommen habe. Die benötigte Hardware, eine 77 Zentimeter große Satellitenschüssel sowie ein Satelliten-Modem zum Anschluss eines Computers oder Notebooks, werden während der Vertragslaufzeit je nach gewähltem Paket mietfrei zur Verfügung gestellt. Lediglich in den beiden kleinsten Tarifvarianten berechnet GetInternet eine einmalige Gebühr von 199 beziehungsweise 99 Euro für die Hardware.

Im Rahmen der aktuellen Breitbandoffensive entfällt bis Anfang Oktober die ansonsten fällige Aktivierungsgebühr in Höhe von 49 Euro. Zusätzlich lässt sich über das Satelliten-System mit einem entsprechendem VoIP-fähigen Router auch telefonieren. Ein vorhandenes Astra-LNB kann für den TV-Empfang weitergenutzt werden und lässt sich auf das Antennensystem von GetInternet montieren. Kunden erhalten außerdem eine deutsche IP, die dynamisch vergeben wird.

Für Online-Zocker sei das System laut Frank Naisar allerdings nicht geeignet. Die Reaktionszeit, die das Signal vom Uplink im italienischen Turin bis zum Satelliten im Orbit und wieder zurück benötigt, ist beispielsweise für schnelle Actionspiele zu hoch. Vor Ort konnte unsere Redaktion PING-Zeiten von meist über 700 Millisekunden messen. Online-Browserspiele sind aber durchaus nutzbar.

Weitere Erhöhung der Bandbreite denkbar

Sat-Internet sei nach Angaben des Eutelsat-Sprechers auf Jahre die einzige Breitband-Lösung für zahlreiche Haushalte. Denn die Gesamtsituation der Breitbandversorung werde sich im Raum Trier in den nächsten Jahren nicht eklatant verbessern. Eine weitere Bandbreitenerhöhung, beispielsweise bis zu 50 Mbit/s, sei als Ausblick in die Zukunft durchaus denkbar.

GetInternet und Eutelsat veranstalten bis zum 23. September noch weitere Infoveranstaltungen in Prüm, Bitburg, Speicher, Wittlich und Neunkirchen, die Anlagen werden jeweils vor Ort live demonstriert. GetInternet bietet Internet per Satellit nicht nur in Rheinland-Pfalz, sondern bundesweit an. Das Unternehmen ist seit kurzem außerdem auch in Österreich vertreten.

(Jörg Schamberg)

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