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Geht debitel für 1 Milliarde Euro über den Teich?

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Dem deutschen Mobilfunk-Provider debitel droht in Kürze der Weiterverkauf. Die bisherige Muttergesellschaft, die Schweizer Swisscom, ist sich mit der britischen Investmentgesellschaft Permira so gut wie einig. Angeblicher Kaufpreis: Eine Milliarde Euro. Nach Informationen der Zeitung "Die Welt", gibt es keine größeren Hürden mehr, die Permira auf der Zielgeraden noch zum Straucheln bringen könnten.

T-Mobile, Vodafone und E-Plus Interventionsrechten

Zwar sind sich die beiden Parteien weitgehend handelseinig, es gilt aber noch eine Reihe rechtlicher Fragen zu klären. Hierbei geht es hauptsächlich um die Interventionsrechte der deutschen Mobilfunk-Netzbetreiber T-Mobile, Vodafone und E-Plus bei einem Eigentümerwechsel von debitel.

Hintergrund: debitel verfügt über kein eigenes Netz, vermarktet unter seinem Namen und auf eigene Rechnung aber Mobilfunkverträge für die drei genannten Netzbetreiber. Bei einem Verkauf muss sich die Swisscom vorab die Zustimmung der drei Konzerne einholen. Im Zweifelsfall hätten diese das Recht, ihre Kunden zurückzufordern.

Netzbetreiber: Konzern-Zerschlagung? Ohne uns!

Wie die Zeitung unter Berufung auf Branchenkenner weiter schreibt, ist diese Befürchtung allerdings unbegründet. "debitel ist ein wichtiger Vertriebskanal für uns" heißt es in Kreisen des Marktführers T-Mobile. Von Vodafone und E-Plus sei Ähnliches zu hören. Ganz ohne Forderungen kann der Eigentümerwechsel voraussichtlich aber nicht über die Bühne gehen.

So fordern die drei Unternehmen, dass debitel als Europas größter Service-Provider mit mehr als zehn Millionen Kunden in seiner jetzigen Form bestehen bleibt. Damit wollen T-Mobile, Vodafone und E-Plus den seit Wochen kursierenden Gerüchten einen Riegel vorschieben, in denen es heißt, debitel drohe nach einem Verkauf eine Zerschlagung.

Kunden mit Laufzeitverträgen – immerhin 40 Prozent des aktuellen Bestandes – sollen an die Netzbetreiber zurückverkauft werden. Dies wäre für den Investor ein schnelles und zudem sicheres Geschäft. debitel würde dann nur noch über Kunden mit Prepaid-Karten verfügen und als Großhändler Vertragskunden werben – jedoch nicht mehr unter eigenem Namen.

Konkurrenz lässt bereits aufhorchen

Debitel-Konkurrent The Phone House, ehemals Hutchison Telecom mit Sitz im westfälischen Münster, hat bereits seine Fühler nach den rund 3.000 debitel-Fachhändlern ausgestreckt. Gegenüber der Welt gab Konzern-Chef Ralf-Peter Simon an: "Wer sich bedroht oder unsicher fühlt, den nehmen wir gern auf."

Für Peter Wagner, Vorstandsvorsitzender von debitel, ist eine Splittung der Geschäftsbereiche derzeit allerdings offenbar kein Thema. In einem Schreiben an seine Belegschaft teilte er mit, dass eine Zerschlagung "zu keiner Zeit" in Betracht gezogen worden sei, schreibt die Welt weiter.

(Hayo Lücke)

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