Spiele

GC 2004: Die Siedler 5 unter der Lupe

Datenaustausch© violetkaipa / Fotolia.com
Die GC 2004 scheint ein voller Erfolg zu werden. Mehr als 50.000 Besucher tummelten sich am Samstag wieder auf der Leipziger Messe. Besonders viel Interesse bestand am fünften Teil der "Siedler"-Saga. "Die Siedler: Das Erbe der Könige" konnte bei Ubisoft in Halle 3 angespielt werden. Vor Ort gab uns Benedikt Grindel, Producer bei Entwickler Blue Byte, die Gelegenheit, das Aufbaustrategiespiel unter die Lupe zu nehmen.

Im späten Mittelalter angesiedelt bietet „Die Siedler: Das Erbe der Könige“ endlich wieder eine richtige Story. Nachdem der Schwarze Ritter Herbaros den alten König ermordet und das Königreich unterjocht hat, schlüpft der Spieler in die Rolle des Königssohns Dario. Um das Königreich des Vaters neu zu erschaffen, erhält Dario Hilfe von seinen Gefährten Ari, einer Art weiblicher Robin Hood, und Pilgrem, einem Sprengmeister aus dem Norden.

Von der Siedlung bis zur Stadt

Der Spieler beginnt mit einem Dorfzentrum, einigen Grundrohstoffen und einer Hand voll Geld. Für ein paar Taler lassen sich die ersten Leibeigenen beschäftigen. Die kleinen Gesellen errichten Gebäude, fällen Bäume oder bauen Steine ab. Falls viel Arbeit anliegt, können Überstunden verhängt werden. Sollten Brot und Schlaf knapp werden, verweigern die Siedler mal eben die Arbeit und versammeln sich am Lagerfeuer. Während die Leibeigenen weder Schlaf noch Nahrung benötigen, brauchen alle anderen 50 Charaktere (wie Minenarbeiter oder Gelehrte) ausreichend Nahrungsmittel und ein eigenes Haus. Ob Nahrungsmangel aber auch zu Aufständen in der Siedlung führen kann ist zur Zeit noch unklar.


Ein paar Gesellen reichen natürlich nicht, um eine kleine Siedlung zu einer großen mittelalterlichen Stadt heranwachsen zu lassen. Stattdessen müssen Gebäude weiter ausgebaut und neue Technologien erforscht werden. Durch Alchimie kann das Wetter beeinflusst und dank Zahnrädern oder Flaschenzügen Produktions- und Verarbeitungsstätten effizienter genutzt werden. Bestimmte Gebäude wie zum Beispiel eine Kirche verbessern den Lebensstandard. Ob es den Bewohnern auch gut geht erkennt man an einem kleinen Smiley über dem jeweiligen Siedler. Bei schlechter Stimmung kann ein Segen des Priesters oder eine kleine Steuerreform Abhilfe schaffen.

Wenn der Winter Einzug hält

Richtig gefährlich wird’s im Winter. In unregelmäßigen Abständen wird es nämlich kälter. Dann fällt nicht nur Schnee, auch Flüsse und Seen frieren zu. Dadurch ergeben sich für den Spieler völlig neue Möglichkeiten - aber auch Gefahren. So können Rohstoffe erschlossen werden, die vorher nicht erreichbar waren. Auf der anderen Seite können Truppen angreifen, die sonst nicht über den See kamen. Spätestens jetzt müssen Einheiten ausgebildet und Truppen formiert werden. Zwar steht der Aufbau einer Stadt im Vordergrund, um ein paar Kämpfe wird der Spieler aber nicht herumkommen. Das Besondere am Kampfsystem von "Die Siedler: Das Erbe der Könige": Man steuert keine einzelnen Einheiten, sondern ein fünf Mann starkes, von einem Leader geführtes Team. Erst wenn alle vier Soldaten das Zeitliche gesegnet haben, darf auch der Team-Führer ins Gras beißen.

Hinreißende Grafik

„Siedler steht nicht nur für ein erstklassiges Aufbaustrategiespiel, sondern auch für exzellente Grafik“ findet Benedikt Grindel. Der Producer erklärte weiter, dass man ausschließlich 3D-Objekte verwende und es das Ziel gewesen sei, dem Spieler auch mal eine Auszeit zu gönnen. Besonders schön anzusehen sind die zahlreichen Wasserfälle oder die von Tieren bewohnten Wiesen und Wälder.

Sogar Getreide und Baumwipfel bewegen sich im Wind. Aber auch weniger schöne Ereignisse sollen eintreten können: So wurde uns verraten, dass es Katastrophen – höchstwahrscheinlich in Form von Überschwemmungen – geben wird. Ob man sich dann noch am bläulich glitzernden Wasser und die schon fast echt wirkenden Wellen erfreuen kann, sei einmal dahingestellt. Wer das Land aus sieben Königreichen und die 20 Einzelspieler-Missionen satt hat, der kann auch im Netzwerk oder online gegen bis zu acht andere Spieler antreten. Als Modus wählten die Entwickler das altbekannte „Jeder-gegen-Jeden-Prinzip“ aus.


Rock'n'Roll inklusive

Uns wurde versichert, dass „Die Siedler: Das Erbe der Könige“ mit 90-prozentiger Sicherheit Mitte Dezember in den Läden steht. Zeitgleich wird auch eine Demoversion veröffentlicht. Für das nächste Jahr ist bereits ein Add-On geplant. Spätestens dann wird es auch einen Karteneditor geben. Eine Konsolenumsetzung wird es aber auch für den fünften Teil nicht geben.

Übrigens: Auch die finnische Rockband „Apocalyptica“ steuert ihren Teil zu „Siedler“ bei. Ihre erste Single-Auskopplung aus ihrem neuem Album 2005 ist der offizielle Titel-Song von „Die Siedler: Das Erbe der Könige“.

(Sebastian Weber)

Kommentieren Community

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!



Zum Seitenanfang