Sportuhr "Blaze"

Fitbit setzt weiter auf eigene Hardware: Keine App für Apple Watch und Uhren mit Android Wear

Fitbit, Marktführer bei Fitness-Bändern, hat weiter keine Pläne, um seine Software auch für die Apple Watch oder Uhren mit Android Wear bereitzustellen. Stattdessen präsentierte Fitbit auf der CES die Sportuhr Blaze, die allerdings keine Apps unterstützt. Analysten zeigten sich nicht begeistert.

Fitness-ArmbandFitbit ist Marktführer bei Fitness-Bändern. (Symbolbild)© ryanking999 / Fotolia.com

Las Vegas - Der Fitness-Spezialist Fitbit plant weiterhin keine Apps für Geräte anderer Anbieter wie die Apple Watch oder Computer-Uhren mit Googles System Android Wear. Das sagte Europachef Gareth Jones auf der Technik-Messe CES in Las Vegas der Deutschen Presse-Agentur.

Sportuhr "Blaze" ohne App-Unterstützung

Fitbit hatte auf der Technik-Show die Sportuhr "Blaze" vorgestellt, das erste Gerät der Firma mit einem farbigen Touchscreen. Die Fitbit-Aktie ging unmittelbar danach auf eine steile Talfahrt und verlor zeitweise ein Drittel ihres Werts. Zum Freitag stabilisierte sich der Kurs.

Mit dem Konzept der "Blaze" und ihrem Funktionsumfang habe Fitbit Anregungen der Nutzer umgesetzt, sagte Jones. Sie unterstütze zum Beispiel keine Apps anderer Anbieter, «weil niemand darum gebeten hat».

Fitbit ist Marktführer bei am Körper tragbaren Geräten wie Fitness-Bänder und hat zwei Strategien zur Auswahl. Die Firma kann wie bisher ihre Software nur für eigene Geräte anbieten - oder aber versuchen, auch Nutzer von Computer-Uhren anderer Hersteller zu bedienen. Fitbit plane keine Änderung der bisherigen Linie, betonte Jones: "Wir sind optimistisch."

Analysten bezweifeln Strategie von Fitbit

Die "Blaze"-Uhr hatte bei Investoren Zweifel an der Strategie von Fitbit verstärkt. Einige Marktbeobachter sind der Ansicht, dass Fitness-Bänder auf lange Sicht von Computer-Uhren mit ihrer größeren Funktionsvielfalt verdrängt werden. Die Anleger machen sich auch Sorgen wegen der zunehmenden Konkurrenz. So verkauft der chinesische Smartphone-Aufsteiger Xiaomi ein Fitness-Band für nur 15 Dollar. Auf der CES nahm der Wettbewerb mit dem Start neuer Geräte mehrerer Hersteller weiter zu.

Fitbit verkauft im dritten Quartal 2015 rund 4,7 Millionen Geräte - gut doppelt so viele wie ein Jahr zuvor. Das sicherte der Firma nach Berechnungen des IT-Marktforschers IDC den ersten Platz im Geschäft mit am Körper tragbarer Technik, den sogenannten Wearables, mit einem Anteil von 22,2 Prozent.

Kann Apple Fitbit mit der Apple Watch vom Thron verdrängen?

Zugleich kam aber die Computer-Uhr Apple Watch in ihrem zweiten Vierteljahr auf dem Markt nach IDC-Schätzung ganz nahe heran mit einem Marktanteil von 18,6 Prozent. Der iPhone-Konzern selbst nannte bisher keine Absatzzahlen. Xiaomi liegt laut IDC auf Rang drei mit 17,4 Prozent.

Jörg Schamberg / Quelle: DPA

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