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feininger.de: Porno - Drogen - Damenschlüpfer

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Bekifft bis in die Hallu's, hinter mir wedelt der Nacktputzer. Auf meinem Tisch zehn getragene Tangas von Rubensfrauen aus dem Netz. Der Schufa-Eintrag Geschichte, ich bin Porno-Star und ein Schweizer Nummernkonto hab ich auch. Und das schöne Gefühl, ab heute jede Frau ins Bett zu kriegen. Ich bin glücklich - feininger.de sei Dank!

Was war passiert: Blick zurück...
Ich langweile mich: Im Fernsehen nur Schrott, Bücher zu anstrengend, die Freundin auf und davon. Alternativen: Daddeln, saugen oder willenlos-drauflos-surfen. Daddeln war doof geworden, seit die Kiddies einen bei Wolfensteins Enemy Territory mit bloßen Messern massakrierten; obwohl ich ständig mit großer Artillerie herumfuhrwerkte. Saugen ist sowieso verboten. Bleibt nur noch das surfen. Ist legal - und deprimiert wenigstens nicht...

Also auf. Motto des Abends: lustige eBay-Alternativen. Kann ja nicht sein, dass der farbenfrohe Berliner Biet-Riese das Non-plus-ultra im Netz ist. Vorbei an kreuzlangweiligen Fach-Seiten für Uhren- und Briefmarken-Auktionen lande ich endlich im Paradies. Dem erotischen Nirwana, der virtuellen Drogenbeschaffungsanstalt. Meinem neuen Zuhause: www.feininger.de.

Rund 250.000 Auktionen haben die feininger.de-Jungs laut Eigenaussage in der Datenbank. Klar gibt's wie bei eBay Computer und Hardware, Bücher, Lexika und den übrigen Krempel. Der erste Blick aber zeigt: Wo eBay klinisch sauber daherkommt, tun sich bei feininger.de ganze Wühlkisten für Hobby-Perverse, Liebhaber getragener Unterhosen, Möchtegern-Kiffer und Pleitiers auf. Hier bin ich Schwein, hier darf ich sein. Und hier bin ICH ganz richtig... Als erstes was anständiges zu rauchen...
Der Einstiegs-Test: Ich will kiffen! Und genau das gebe ich ein. Siehe da: Treffer! "Hempecker" bietet mir "Gras-Samen" an. 25 Stück für schlappe 45 Euro. Bei weiteren Fragen Mail an die sinnige Adresse stoned@T-XXX.net. Sind 25 Gras-Samen Eigenbedarf? Kurzer Gedanke an das erfolgreiche Zuchtunternehmen auf dem Rheinischen Balkon. Nächster Gedanke an die Jungs von der grünen Trachtengruppe. Resultat: Mulmiges Gefühl.

Zum Glück gibt's Alternativen: "Endlich legal kiffen" offeriert "Willyhede". Der Trick: ein Dope-Dröhn-Ersatz aus Mexiko. Hört auf den schönen Namen "Diamana". Als Tee, Tabak und auch mit Wodka verwendbar. Verlockend - insbesondere weil ich "Diamana" auch in anderen Kategorien entdecke: Als "Verführer-Tee - wirkt bei jeder Frau". Bedröhnt durch die Republik als unwiderstehlicher Kiff-Casanova? - Auf jeden Fall, den Zuschlag hab ich.

Porno-Stars gesucht
Verführen ist prima - doch ohne Moos nichts los. Ein "Castingteam" sucht bei feininger.de "Darsteller zu Höchstgagen", die das "Nützliche mit dem Finanziellen verbinden wollen". Bewerbungen "bitte mit Bild". Fucking for my finances - klingt gut. Die "Penis-Vergrößerung - ganz einfach, einfach super" von "inko10" sowie den "Intimtrimmer" buche ich für 20 Euro gleich dazu. Mail ans Casting-Team und hopp. Auf die Gefahr hin, dass die Plackerei dort zu stressig wird, wird prophylaktisch gleich noch das E-Book "Lieber krank feiern als gesund schuften" dazubestellt.

Blieben noch Schulden, Schufa und Flensburger Trunkenheitspunkte. Doch auch das kein Problem. Der "Spezial-Report im A4-Format" von "ernestoweb" verspricht die legale Flucht aus der Schuldenfalle. Von "verdon10" ersteigere ich für nen müden Euro noch den Sofort-Kredit, um die Schufa mal wieder glücklich zu machen. Und für zwei Euro will "Xautogeistx" mir meine Punkte in Flensburg abnehmen. Auch hier also wieder eitel Sonnenschein... Mein ganz persönlicher Nacktputzer...
Vor lauter Einsamkeit wird von "Fullservicede" noch der "Nacktputzer" beboten - für einen Euro das volle Programm. Dazu die NSDAP-Plakette, das Nazi-Besteck, nen Doktor-Titel, das Schweizer Nummernkonto sowie den Generalschlüssel für alle VWs, Audis, Seats und Porsche Boxters. Und ein paar Nutten-Stiefel - wer weiß, wofür's noch gut sein kann...

Unterwäsche für "sehr dicke Eier"...
Jetzt müssen nur noch die passenden Textilien her. Was Verführerisches - damit Diamana zur todsicheren Sache wird. Unterwäsche wäre gut und ist auch schnell gefunden: Die "Unterwäsche für sehr dicke Eier" für einen Euro klingt schon riesig. Ist vielleicht aber doch etwas überdimensioniert. Ich entscheide mich für den "Herren-Schwell-Slip". Kann mehr, macht mehr her und garantiert für "optimale Passform".

Prima Damenschlüpfer...
Das Schöne an der Unterhosen-Suche: Man wird auch beim anderen Geschlecht fündig. Und das gewaltig: Dutzende williger Spielgenossinnen preisen ihre getragenen Höschen zu Spottpreisen an. "Rubensfrau" zum Beispiel geht gleich aufs Ganze. Ihr Angebot: "Biete meinen Tanga an. Mein Tanga wird extra durch meine [...] und meine [...] gezogen. Ihr könnt sicher sein, dass genügend Spuren dran sein werden. Falls Ihr Fragen habt - beantworte alles". Kotzreiz bei mir - doch am Ende ist der Kaufrausch stärker. Warum sie nicht mal ab und zu den Waschsalon aufsucht, habe ich nie gefragt...

Resultat: Feininger.de - ihr seid die Tollsten! Eine ganze Menge Schweinkram habt ihr da. Doch für ein paar Stunden Surf-Spaß seid ihr die richtige Adresse. Und günstig ist's auch: Für schlappe 100 Euro bin ich Schulden, Schufa und Punkte los. Werde Porno-Star, besitze Nazi-Memorabilia, Reporte und Unterhosen. Und kann kiffen, bis der Arzt kommt. Danke, Jungs! You made my day... ;-)

Wer's nicht glaubt: Screenshots von den schönsten Auktionen gibt's auf Seite vier! Paradies der Lüste: Schmutziges bei feininger.de









Nur fürs Protokoll: Die Auktionen selbst sind, wie gesehen, völlig real. Die Bestellungen jedoch Glosse, dichterische Freiheit und letztendlich reine Fiktion...

(Alex Leinhos)

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