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Einsteiger-Webspace für Blog & Co im Vergleich

Niemals zuvor war es so einfach, eine eigene Website zu kreieren - Wordpress, Joomla und Co machen es möglich. Doch welcher Webspace bietet Einsteigern das meiste für's Geld? Wir haben 16 Angebote verglichen.

Internet© Anterovium / Fotolia.com

Niemals zuvor war es so einfach, eine eigene Website zu kreieren. Ob Homepage-Baukasten, Blog-Software oder Content-Management-System (CMS) mit WYSIWYG-Editor (What You See Is What You Get) – eine Vielzahl von Tools und Diensten macht es selbst für Anfänger ohne Programmierkenntnisse relativ leicht, einen passablen Internetauftritt auf die Beine zu stellen. Doch vor der Kür steht wie überall die Pflicht. Und diese beginnt mit der Wahl des passenden Webspace-Paketes, welches einerseits für den "Hausgebrauch" nicht unnötig groß dimensioniert ist, andererseits aber den zeitgemäßen Betrieb der Internetseite über Software-Tools wie Joomla oder Wordpress erlaubt. Damit das gelingt, wird neben einer Domain auch die Scriptsprache PHP und für die Verarbeitung dynamischer Inhalte zumindest eine MySQL-Datenbank benötigt. Was einfach klingt, erweist sich beim Blick auf die unzähligen Angebote derweil als mühsames Unterfangen – denn Kosten und Konditionen am Markt unterscheiden sich erheblich. Wir haben uns daher durch Preistabellen, Leistungsbeschreibungen sowie AGBs gewühlt und insgesamt 16 Einsteigerpakete genauer unter die Lupe genommen.

Kosten von 18 bis 72 Euro im ersten Jahr

Obwohl dabei Preisdifferenzen für ähnliche oder identische Leistungen von 100 Prozent und mehr offensichtlich werden, ist nicht immer die günstigste Offerte auch automatisch die beste. Um den richtigen Tarif für den eigenen Bedarf zu finden, sollte man sich im Vorfeld ein paar Gedanken zu Umfang, Laufzeit und geplanter Nutzung machen. Darüber hinaus bietet so manches Angebot im Groß- oder Kleingedruckten ein paar Stolpersteine, die in ihrer Tragweite nicht immer sofort ins Auge fallen. Einige der prominentesten Beispiele sind dabei etwa Mindestlaufzeiten, Kündigungsfristen und Verlängerungsintervalle. In diesem Bereich setzt die Hälfte der verglichenen Anbieter auf Verträge mit einem Jahr Bindungsfrist. Drei weitere Webhoster verlangen ein Treuebekenntnis für sechs Monate, beim günstigsten Tarif im Vergleich, "Starter 256" von netcup, sind sogar zwei Jahre obligatorisch. Lediglich Hetzner Online, domain*go sowie All-inkl.com ermöglichen ihren Kunden das Vertragsverhältnis monatlich zu beenden, falls die gebotene Leistung hinter den Ansprüchen der Nutzer zurückbleibt. Dies gilt zwar prinzipiell ebenfalls für domainfactory, bezieht sich aber nur auf das Webspace-Paket ohne Domain. Die zugehörige Webadresse muss generell für mindestens ein Jahr extra gebucht werden.

Aber auch ohne derlei Spitzfindigkeiten gelingt der Umzug von Homepage oder Blog meist nicht reibungslos, da viele Inhalte nicht oder nur schwer portiert werden können. Um böse Überraschungen zu vermeiden, empfiehlt sich daher gerade bei Anbietern mit längeren Mindestvertragslaufzeiten bereits im Vorfeld die Nutzung eines unverbindlichen Testaccount. Leider bieten mit netcup, WebhostOne, All-inkl.com und Greatnet lediglich vier der 16 Hosting-Provider entsprechende Zugänge an. Bei netclusive und domainfactory ist es im Rahmen von "Geld-zurück-Garantien" allerdings zumindest in den ersten 30 beziehungsweise 60 Tagen möglich, den Vertrag zu Beginn wieder aufzulösen. Andernfalls bleibt nur noch die ordentliche Kündigung, die in der Regel bis spätestens einen Monat vor Ende der Vertragslaufzeit eingereicht werden muss.

Testaccounts nur vereinzelt vorhanden

Dies gilt allerdings nicht immer. So weichen etwa goneo und EUserv mit zwei beziehungsweise drei Monaten Kündigungsfrist vom Gros ihrer Konkurrenten ab. Wer die Vorlaufperiode durch Unachtsamkeit verpasst, ist bei allen Anbietern erneut für die Länge der Anfangslaufzeit oder maximal ein weiteres Jahr vertraglich gebunden. In ähnlichen Intervallen sind derweil auch die Grundgebühren zu zahlen. Diese werden zwar als Monatspauschalen angegeben, müssen aber in der Regel für die gesamte Vertragslaufzeit im Voraus überwiesen werden. Nur Hetzner Online, All-inkl.com und Net-Build lassen dem Kunden die Wahl, wie er seine Rechnungen begleichen will, setzen aber deutliche Anreize durch Vorauszahlungsrabatte für Gesamtbeträge.

Auch in anderen Bereichen scheren einige Hoster aus der Masse aus – hier allerdings nicht immer unbedingt zum Vorteil des Kunden. So muss die benötigte Domain sowohl bei domainfactory als auch Host Europe im Gegensatz zum Rest des Feldes im Rahmen des Bestellprozesses generell extra gebucht werden. Wer bereits über eine Domain verfügt, zahlt somit nicht unnötig mehr. Zumindest theoretisch. Denn die Kosten für viele Endungen betragen nur wenige Euro pro Jahr - etwa typischerweise 6 Euro für eine .de-Adresse. So verwundert es wenig, dass sich fehlende Inklusivdomains im Vergleich zu vielen Komplettangeboten nicht auffällig durch deutlich günstigere Monatspauschalen niederschlagen. In unserer Detailübersicht aller Angebote auf Seite 3 haben wir derweil in beiden Fällen jeweils die Kosten für eine .de-Domain zur Grundgebühr hinzuaddiert, um Vergleichbarkeit zwischen den Tarifpaketen zu gewährleisten.

Weiter auf Seite 2: Nicht immer "all inclusive" - ohne Traffic-Flatrate drohen Zusatzkosten

Bei WebhostOne und All-inkl.com ist wiederum keine Traffic-Flatrate inklusive. Das monatlich durch Website-Aufrufe generierte Datenvolumen wird bei beiden Hostern jeweils nur bis 50 Gigabyte (GB) durch den Monatspreis abgedeckt.

Pauschallösung ist vorzuziehen

Jedes darüber hinaus erzeugte GB kostet extra. Zwar dürfte das Verkehrsaufkommen normaler Privat-Homepages kaum auch nur annähern in diese Sphären vorstoßen, jedoch ist der Nutzer nur mit einer Pauschallösung wirklich auf der sicheren Seite. Enorme Unterschiede zeigen sich zudem bei der Größe des vorhandenen Webspace, wobei die Hälfte der 16 Tarife weniger als 2 GB Ablagefläche bietet. Mitunter wird zudem der E-Mail-Speicher von der vorhandenen Gesamtkapazität abgezogen. Wie viel Platz tatsächlich benötigt wird, hängt unterdessen von vielen Faktoren ab und kann nur im Einzelfall wirklich sinnvoll abgeschätzt werden.

Dennoch dürfte rund 1 GB für die meisten Nutzer zu Beginn locker ausreichen. Weniger empfiehlt sich nur dann, wenn auf speicherintensive Inhalte wie Fotos, Grafiken oder Videos weitgehend verzichtet oder die Internetseite überwiegend statisch betrieben wird – also nach Erstellung weitgehend unverändert bleibt beziehungsweise nur gelegentlich mit Textelementen ergänzt wird. Letztendlich lassen sich dadurch durchaus einige Euro im Jahr sparen. Wird der Speicherplatz trotz allem doch einmal knapp, ist bei vorausschauender Tarifwahl nicht immer ein Komplettwechsel nötig: Einige Webhoster ermöglichen die Erweiterung der vorhandenen Kapazität gegen Aufpreis – etwa netclusive oder domainfactory.

Support-Kosten von Null bis 0900

Bereits mehrheitlich offeriert wird mittlerweile hingegen die Einrichtung vorinstallierter Webtools per Mausklick – meist bezeichnet als 1-Click-Software. Besonders für Hosting-Novizen wird das Aufsetzen von CMS- oder Blog-Programmen so zum Kinderspiel. Darüber hinaus steht bei fünf Anbietern auch ein Homepage-Baukasten zur Verfügung, mit dem sich Internetseiten anhand vorgefertigter Design-Elemente gestalten lassen. Nahezu selbstverständlich ist zudem eine automatische Backup-Funktion für gespeicherte Inhalte, die meist täglich ein Abbild der Website erstellt und so Datenverlusten vorbeugen soll. Nur zwei der 16 Tarife werden noch ohne doppelten Boden vermarktet und verlangen in Sachen Datensicherung entsprechend die Eigeninitiative des Nutzers.

Gleichermaßen insbesondere für Einsteiger von Interesse sind die Kosten für die Inanspruchnahme des Supports. Bei Problemen leisten dabei alle Anbieter auf mehreren Wegen Unterstützung. Die Hilfestellung per E-Mail ist mit einer Ausnahme bei fast allen Providern kostenlos – lediglich domain*go berechnet hier pro Anfrage pauschal eine Gebühr von mindestens 49 Cent. Weitaus teurer wird aber mitunter der persönliche Kontakt per Anruf. Am kostspieligsten sind Hotline-Telefonate mit mindestens 45 Cent pro Minute bei Candan, gefolgt von goneo, netclusive, EUserv und Strato, wo jeweils 14 Cent pro Minute anfallen. Bei Net-Build kosten Anrufe mindestens 6 Cent; fünf Provider sind außerdem zum Festnetztarif erreichbar. Gratis-Support per 0800-Nummer findet sich hingegen ausschließlich bei netcup, domainfactory, Hetzner Online und Host Europe. Darüber hinaus setzen einige Unternehmen auf Hilfe per Live-Chat oder Remoteverbindung und betreiben ein eigenes Forum für den Nutzeraustausch.

Weiter auf Seite 3: Günstig und gut ausgestattet - alle Tarife im Preis-Leistungsvergleich

Was jedes Webspace-Paket im Einzelnen beinhaltet, wird anhand der wichtigsten Merkmale in den nachfolgenden Übersichten noch einmal zusammenfassend dargestellt. Die berücksichtigten Tarife sind dabei nach sämtlichen Grundkosten geordnet, die im ersten Jahr ohne Einbezug von befristeten Sonderaktionen und verbrauchsabhängigen Entgelten automatisch anfallen. Enthalten ist somit auch eine etwaig vorhandene Einrichtungsgebühr, die bei Vertragsabschluss gezahlt werden muss. Rabatte wurden nur insofern verrechnet, als sie sich auf eine bestimmte Zahlungsweise beziehen - in solchen Fällen gelten die Bedingungen bei einer einjährigen Vorauszahlung als Maßstab.

Empfehlung: "power S" von domain*go

Unter dem Strich bietet dabei netcup mit "Starter 256" das günstigste Webspace-Angebot aller 16 geprüften Provider, welches eine Domain, PHP sowie eine MySQL-Datenbank beinhaltet. Gleichwohl bewegt sich die sonstige Ausstattung an der Minimalgrenze und eine Bindungsfrist von 24 Monaten ist im schnelllebigen Internetgeschäft eine halbe Ewigkeit. Im Verhältnis von Preis und Leistung setzt sich daher mit Abstand der Tarif "power S" von domain*go an die Spitze. Für 2,99 Euro pro Monat erhält der Nutzer hier mit 2 GB Speicherplatz, Traffic-Flatrate, .de-Domain sowie einer beliebigen Anzahl an Subdomains, FTP-Zugängen, E-Mail-Konten und MySQL-Datenbanken die überzeugendste Gesamtlösung. Zudem ist "power S" monatlich kündbar und gehört mit Grundkosten von 38,87 Euro im ersten sowie 35,88 Euro ab dem zweiten Jahr zu den sechs preiswertesten Angeboten.

Wer seine Website nicht unter .de-Flagge online stellen will, findet darüber hinaus mit "Homepage Power" von 1blu einen fair taxierten Tarif mit zwei Inklusiv-Domains, die sich aus mehreren Endungen wählen lassen (Da 1blu die Konditionen für Neuverträge zum 1. Juni geändert hat, ist diese Aussage so nicht mehr gültig. Siehe Update). Das günstigste Komplettpaket mit drei Domains bietet im ersten Jahr hingegen Strato mit "BasicWeb XL".


1 Stand: Mai 2011; ohne befristete Sonderaktionen; alle Angaben ohne Gewähr.
2 Höhere Grundgebühr ab dem siebten Monat der ersten Laufzeit; inklusive Kosten für .de-Domain.
3 Entfällt bei Vertragslaufzeit von 24 Monaten.
4 Ein Monat Mindestlaufzeit für Webspace; zwölf Monate Mindestlaufzeit für Domain.



1 Stand: Mai 2011; ohne befristete Sonderaktionen; alle Angaben ohne Gewähr.
2 Preis gilt nur bei jährlicher Vorauszahlung bei Lastschrift; sonst erstes Jahr 62,87 Euro sowie je Folgejahr 58,80 Euro.
3 Preis gilt nur bei jährlicher Vorauszahlung (inklusive 10 Prozent Rabatt); sonst Preis gemäß Rabatt für gewählte Zahlungsweise.
4 Inklusive Kosten für .de-Domain.
5 Preis gilt nur bei jährlicher Vorauszahlung; sonst 6,95 Euro monatlich bzw. 83,40 Euro pro Jahr.
6 Virenschutz nur für ein E-Mail-Konto inklusive.

Update, 01.06: Kurz nach Veröffentlichung unseres Vergleichs hat 1blu die Konditionen für den Tarif "Homepage Power" geändert. Im Unterschied zum alten Tarifmodell beinhaltet das Webspace-Paket nun 1.600 MB Speicherplatz, drei MySQL-Datenbanken sowie ebenfalls drei FTP-Zugänge. Alle sonstigen erfassten Merkmale sind identisch. Dies gilt allerdings nicht für den Preis, der für Neuverträge auf 3,90 Euro monatlich angehoben wird. Die Gesamtkosten im ersten Jahr steigen damit auf 56,70 Euro; pro Folgejahr werden 46,80 Euro fällig.

(Christian Wolf)

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