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Ecuador riskiert Polizeiaktion gegen eigene Botschaft

Zwischen Großbritannien und Ecuador gibt es handfesten Streit um Wikileaks-Gründer Assange. Angeblich soll Polizei den Mann aus der Botschaft in London holen. Die Regierung in Quito will in wenigen Stunden über den Asylantrag Assanges entscheiden.

Welt© Julien Eichinger / Fotolia.com

Diplomatischer Streit zwischen London und Quito: Die Regierung Ecuadors hat Großbritannien beschuldigt, mit einem Eindringen in die Botschaft des südamerikanischen Staates in London gedroht zu haben, in der sich der Wikileaks-Gründer Julian Assange seit sieben Wochen aufhält. Außenminister Ricardo Patiño sagte am Mittwochabend (Ortszeit) auf einer Pressekonferenz in Quito, die britische Regierung habe "ausdrücklich und schriftlich" mit einem Überfall gedroht, falls Assange nicht ausgeliefert werde, wie die Zeitung "El Telégrafo" berichtete. Am Donnerstag will Quito seine Entscheidung über den Asylantrag von Assange bekanntgeben.

Erhöhtes Polizeiaufgebot

Nach einem Bericht der britischen BBC könnte dabei unter anderem der exterritoriale Status der Botschaft in London aufgehoben werden, um ein Eindringen von Polizeikräften zu ermöglichen. Rund um das Botschaftsgelände seien in der Nacht zum Donnerstag bereits zusätzliche Polizisten aufmarschiert. Eine Sprecherin des Außenministeriums in London bekräftigte nach Angaben der Agentur PA, dass die Regierung weiterhin an der Absicht zur Auslieferung Assanges an die schwedischen Justizbehörden festhalte. Allerdings werde mit Ecuador weiterhin "eine gegenseitig annehmbare Lösung" angestrebt.

Der Gründer der Internet-Enthüllungsplattform soll an Schweden ausgeliefert werden, wo ihm Sexualdelikte angelastet werden. Assange befürchtet jedoch, dass er von dort in die USA überstellt werden könnte. Seine Plattform hatte Tausende Depeschen öffentlich gemacht, die die Rolle der USA in verschiedenen internationalen Konflikten, unter anderem in Afghanistan und im Irak öffentlich machen.

Die ecuadorianische Regierung sei "zutiefst schockiert" über die Drohungen, wie ein Sprecher in Quito sagte. Die Haltung der britischen Vertreter bei den Gesprächen um die Situation Assanges, der in Ecuador Asyl beantragt hat, sei "sowohl politisch als auch juristisch unannehmbar", sagte Patiño. Der Außenminister teilte mit, dass seine Regierung ihre Entscheidung über den Asylantrag Assanges am Donnerstag um 07.00 Uhr Ortszeit (14.00 MESZ) bekanntgeben werde.

(Hayo Lücke)

Quelle: DPA

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