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DSL-Verträge: Schmiergeld-Affäre bei Media Saturn

Media-Saturn kündigte an, sich von einem wegen Korruptionsverdacht in Untersuchungshaft sitzenden Manager trennen zu wollen und prüft Schadensersatzansprüche.

Internet© Gina Sanders / Fotolia.com

Ein Top-Manager der Elektronikmarkt-Kette Media-Saturn ist wegen Korruptionsverdachts verhaftet worden. Auch seine Frau und drei weitere Beschuldigte seien in Untersuchungshaft, sagte der Augsburger Oberstaatsanwalt Thomas Weith am Donnerstag und bestätigte damit einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung" (Donnerstag). Media-Saturn kündigte an, sich von dem Manager zu trennen und die Ermittlungen zu unterstützen.

Staatsanwalt: "Eine größere Aktion"

Am Mittwochmorgen fuhren Polizei und Staatsanwaltschaft nach monatelangen Ermittlungen zu den Beschuldigten und nahmen sie an ihren Wohnorten fest. Um das Vermögen zu sichern, beschlagnahmten die Fahnder auch Autos und andere Wertgegenstände. "Das war eine größere Aktion", sagte Weith.

Gegen die Beschuldigten wird wegen Bestechung und Bestechlichkeit ermittelt. Hintergrund sind dubiose Provisionszahlungen für Breitband-Internetanschlüsse. Anbieter von DSL-Verträgen sollen Verantwortliche von Media-Saturn mit insgesamt 3,5 Millionen Euro geschmiert haben, um ihre Produkte in den Märkten der Kette verkaufen zu dürfen. Da der verhaftete Top-Manager seinen Wohnsitz nach Angaben von Weith im Raum Augsburg hat, ist die dortige Staatsanwaltschaft für die Ermittlungen zuständig.

Media-Saturn mit Sitz in Ingolstadt betreibt rund 380 Geschäfte unter den Namen Media Markt und Saturn. Vor einiger Zeit hatte der Konzern bei einer internen Überprüfung Unregelmäßigkeiten festgestellt und die Justiz eingeschaltet. Im Juli durchsuchten Staatsanwaltschaft und Polizei mehrere Büros und Privatwohnungen, darunter auch die Zentrale des Unternehmens. Die Ermittler stellten zahlreiche Dokumente und Computerfestplatten sicher.

Media Saturn prüft Schadensersatzansprüche

Media-Markt sieht sich nach Angaben eines Sprechers als Opfer der im Raum stehenden Straftaten. "Neben der Unterstützung der Ermittlung der Staatsanwaltschaft prüfen wir daher zur Zeit die Grundlage für zivilrechtliche Schadensersatzansprüche, die im Falle gerichtlicher Verurteilungen geltend gemacht werden sollen." Mehrheitseigentümer der Media-Saturn-Holding ist der Düsseldorfer Handelsriese Metro. Dort wollte man die aktuellen Ereignisse nicht kommentieren.

(Hayo Lücke)

Quelle: DPA

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