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DSL-Offensive VST2002 - T-DSL für jedermann

Notebook© Roman Hense / Fotolia.com
Wer träumt nicht vom schnellen "Highspeedzugang" T-DSL, welcher dank T-Online mit einer unbegrenzten Flatrate genutzt werden kann? Auch wenn mittlerweile laut Telekom-Angaben über zwei Millionen DSL-Anschlüsse verkauft wurden, gibt es doch Gegenden die aufgrund der Unrentabilität nicht in den Genuss des 768 kbit/s schnellen Internets kommen. Dies betrifft vor allem Bewohner ländlicher Gebiete und Leute, die zu weit von der nächsten Vermittlungsstelle entfernt wohnen. Auch wenn die Telekom für diese Gegenden bald den Internetzugang via Satellit anbietet, so ist dieser nicht zuletzt aufgrund des zusätzlich benötigten Upstreams über das normale Telefonnetz extrem kostspielig.

Der neuste Coup der Telekom zielt deshalb genau auf die Gruppe derer, die gerne den "Highspeed" von T-DSL nutzen würden, bei denen T-DSL jedoch nicht verfügbar und denen "DSL via Satellit" zu teuer ist: Unter dem Projektnamen DSL-Offensive "VST2002" will die Telekom jedem Kunden einen T-DSL Anschluss ermöglichen. So weit, so gut. Den Preis dafür darf aber der Kunde selbst bezahlen, denn die dafür anfallenden Kosten für die Umrüstung der Vermittlungsstelle sollen größtenteils vom Kunden übernommen werden. "Wir wollen auch Kunden, die sich mit unseren schmalbandigen Tarifmodellen nicht zufrieden geben, neben unserem SAT-Zugang eine weitere Möglichkeit geben, das Internet mit Highspeed zu erleben", so ein Sprecher des Unternehmens.

So wird es ab Herbst 2002 möglich sein, sich mit anderen DSL-Interessenten in einem breitbandlosen Ort zusammenzuschließen und die Umrüstung der Vermittlungsstelle mitzufinanzieren, um somit schneller in das Vergnügen eines DSL-Anschlusses einzusteigen. Ansonsten würde der Breitbandzugang auf sich warten lassen, da die Telekom zuerst einmal die städtischen, vielbesiedelten Regionen Deutschlands ausbaut - beispielsweise schon allein aufgrund der höheren Rentabilität in Großstädten. Der Preis für den Highpeed-Spaß wird je nach Vermittlungsstelle voraussichtlich um 15.000 Euro liegen, die Einrichtungsgebühr von 51,57 Euro für den hauseigenen T-DSL Anschluss entfällt. Die Kosten lassen sich auf 3 Monatsraten aufteilen.

Doch halt: Was passiert, wenn die Vermittlungsstelle erst einmal ausgebaut ist und sich dann weitere Interessenten für einen T-DSL Anschluss anmelden, obwohl sie gar nicht maßgeblich an der Mitfinanzierung beteiligt waren? Auch hierfür gibt es eine Lösung: Neukunden, die an diese Vermittlungsstelle angeschlossen werden, müssen Gebühren an die Mitfinanzierer abführen. Somit hat derjenige, der den Umbau der Vermittlungsstelle mitfinanziert hat, die Möglichkeit durch das Werben von genug Kunden einen großen Teil seiner Ausgaben wieder hereinzubekommen.

Kommentar:
Was auf den ersten Blick als hirnrissige Idee und Abzocke erscheint, wirkt auf den zweiten Blick allerdings sehr ausgeklügelt. Denn somit kann sich jeder Bundesbürger mit dem nötigen Kleingeld seinen eigenen T-DSL Anschluss schaffen, ohne dabei längere Wartezeiten in Kauf nehmen zu müssen. Ganz neue Möglichkeiten erschließen sich hinsichtlich größerer bzw. geringerer Bandbreite des DSL-Zugangs: So kann, laut unseren Informationen, der Mitfinanzierer angeschlossenen DSL-Kunden, die nicht nah genug an der Vermittlungsstelle wohnen, einen Anschluss mit geringerer Bandbreite "verkaufen" und Usern, die schneller ins Internet möchten - einen Wohnort der nah genug an der Vermittlungsstelle liegt vorausgesetzt - auch höhere Bandbreiten ermöglichen.

Lesen Sie hierzu auch die Auflösung unserer Aprilscherze.

(Carsten Deppermann)

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