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Digitalsender der ARD - "Junger Kanal" soll kommen

Was passiert mit den digitalen Spartensendern der ARD? Forderungen von Politikern sie abzuschalten, begegnet die Senderanstalt mit neuen Ideen - etwa einem "jungen Kanal". Mit dem könnten wieder mehr junge Leute für die Öffentlich-Rechtlichen begeistert werden.

Datenverkehr© Julien Eichinger / Fotolia.com

Die ARD will das junge Fernsehpublikum nicht den Privatsendern überlassen und plant deswegen, einem ihrer Digitalsender ein neues Profil zu geben. Dabei gehe es aber nicht um den Aufbau eines speziellen Jugendkanals, sondern, "wenn überhaupt, um einen jungen Kanal", sagte die ARD-Vorsitzende und WDR-Intendantin Monika Piel am Dienstag nach einer turnusmäßigen Intendanten-Sitzung in Schwerin. Schon für Juli sei ein Treffen mit den Ministerpräsidenten von Sachsen und Rheinland-Pfalz, Stanislaw Tillich (CDU) und Kurt Beck (SPD) geplant, um über die Zukunft der bislang nur digital ausgestrahlten ARD-Programme zu beraten.

Ergebnis offen

Nach Angaben von MDR-Intendantin Karola Wille schlägt Sachsen die Streichung aller bisherigen Digitalsender vor; auch Beck hat bereits mehrfach gefordert, über die Zahl der Digitalsender von ARD und ZDF nachzudenken. Doch sei es wichtig, für alle Teile der Gesellschaft Angebote zu unterbreiten. Dazu gehöre auch die Diskussion über "einen griffig-jungen Kanal", sagte Wille. "Die Gespräche werden zu führen sein und wir werden sehr gespannt sein, wie sie ausgehen."

Sachsen-Anhalt signalisierte bereits Zustimmung zu Plänen, die Programme und Online-Angebote der ARD für junge Menschen attraktiver zu machen. Information, Bildung und Kultur seien die Kernkompetenzen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Wer nichts wisse, könne in der Wissensgesellschaft nicht mitwirken, erklärte der für Medien zuständige Chef der Magdeburger Staatskanzlei, Rainer Robra (CDU), laut einer Mitteilung.

"Deswegen wird die ARD nicht umhinkommen, sowohl ihr Hauptprogramm "Das Erste" deutlich zu verjüngen als auch eine Entscheidung zu einem trimedialen Jugendkanal zu treffen", sagte er. Zu dessen Finanzierung schlug Robra vor, vom Publikum wenig beachtete Digitalprogramme einzustellen sowie mit dem ZDF zu kooperieren.

Derzeit betreibt die ARD die Digitalkanäle Eins Plus, Eins Festival und tagesschau24; das ZDF hat ZDFneo, ZDFinfo und ZDFkultur im Angebot.

Im Streit mit den Zeitungsverlagen um Informationsangebote im Internet setzt die ARD ungeachtet der schwebenden gerichtlichen Auseinandersetzung auf Einvernehmen mit den Printmedien. "Wir sind weiterhin ganz stark an einer Vereinbarung mit den Verlegern, an einem Interessensausgleich interessiert", betonte Piel.

Unübersichtliche Konkurrenzlandschaft

Beide Medien könnten dort ihren Platz finden und ihr jeweils spezifisches Publikum erreichen. Nach Angaben von NDR-Intendant Lutz Marmor laufen auf regionaler Ebene die Gespräche dazu weiter. "Bei allen Interessengegensätzen gibt es auch viele Gemeinsamkeiten zwischen Presse und öffentlich-rechtlichem Rundfunk in einer immer unübersichtlicher werdenden Konkurrenzlandschaft", sagte er.

Große deutsche Zeitungsverlage hatten gegen die "Tagesschau"-App der ARD geklagt, weil sie das mit Gebühren finanzierte Informationsangebot als unfaire Konkurrenz sehen.

Rundfunkarchive werden zusammengeführt

Die Intendanten verständigte sich in Schwerin darauf, die beiden Rundfunkarchive an einem Standort zusammenzuführen. Bislang sind die historischen Materialien West in Frankfurt/Main, die aus der früheren DDR in Potsdam-Babelsberg untergebracht. Bis zum Jahre 2020 solle die digitale Erfassung weitgehend abgeschlossen sein und auch eine Entscheidung zum Standort fallen, sagte HR-Intendant Helmut Reitze.

Für den Sommer kündigte ARD-Programmdirektor Volker Herres die Ausstrahlung von zwei großen Doku-Dramen an, eines zum Terroranschlag bei den Olympischen Spielen 1972 in München und eines zur Lebensgeschichte von Bundeskanzler Konrad Adenauer. Zum Sommerprogramm gehörten laut Herres erneut auch die investigative Reportagereihe "Exklusiv im Ersten" und die Serie "Deutschland, deine Künstler", unter anderem über Hannelore Elsner.

(Hayo Lücke)

Quelle: DPA

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