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Der Chip kommt: 7 Millionen Girokarten am Start

Der alte Streifen hat ausgedient. Im Inland setzen Banken und Sparkassen auf die Girokarte mit Chip: Sicherer soll es sein - und bequemer. Unterschreiben entfällt.

Internationale Funkausstellung IFA© Messe Berlin

Sparkassen und Banken werden in Zukunft nur noch Girocards mit Chips herausgeben. Noch in diesem Jahr sollten sieben Millionen Sparkassen-Kunden die neuen Karten erhalten, teilte der Deutsche Sparkassen- und Giroverband am Donnerstag in Berlin mit.

Chip soll mehr Sicherheit bieten

Bei den Karten der neuen Generation erfolgt die Sicherheitsüberprüfung an Geldautomaten dann nur noch über den Chip. Der Datenabgleich über Magnetstreifen entfällt. Der neue Chip enthalte alle notwendigen Sicherheitsinformationen, der Magnetstreifen werde nur noch im Ausland gebraucht, etwa in den USA, sagte Wolfgang Adamiok, beim Sparkassenverband für die Kartensysteme zuständig.

Weil die Karte nicht mehr durch den Leser gezogen werden muss, bleibe sie auch länger haltbar. Nach den Sparkassen sollen auch die Banken im kommenden Jahr mit Karten neuen Typs nachziehen. Händler, die bei Kartenzahlungen noch auf die Unterschrift statt auf Eingabe der PIN-Nummer setzen, können vereinzelt Probleme bekommen, wenn sie ihre Software nicht rechtzeitig aktualisieren. Der Handelsverband Deutschland und der Sparkassenverband sehen hier die Betreiber der Datennetze und die Aufsteller der Endgeräte in der Pflicht.

Tipp: Neue Karte erst ab Dezember nutzen

Die Verbände empfehlen den Kunden deshalb, die neue Girocard erst ab Dezember 2012 einzusetzen. Insgesamt gibt es in Deutschland 90 Millionen Girocards, etwa die Hälfte davon wird von den Sparkassen ausgegeben. Der Chip bietet nach Angaben von Adamiok mehr Sicherheit als der veraltete Magnetstreifen. Über den Streifen wurde in der Vergangenheit am Geldautomaten geprüft, ob es die sich um eine echte Karte und nicht um eine gefälschte Kopie handelt. Bereits 2001 hatte sich abgezeichnet, dass mit der Einführung des Chip-Standards die Tage des Magnetstreifens gezählt sind.

Schwierigkeiten könnte es eventuell in jenen Geschäften geben, die bisher noch kein Software-Update für ihr Kassen-Terminal vorgenommen haben. Banken und Sparkassen gehen aber davon aus, dass diese Terminals noch bis Jahresende umgestellt werden.

Probleme bei ELV-Offline?

Betroffen von Problemen könnten Geschäfte sein, die ihren Zahlungsverkehr mit den Kunden noch ausschließlich über das sogenannte ELV-Offline-Verfahren abwickeln. Dabei wird aus den Käuferdaten auf dem Magnetstreifen eine Lastschrift erzeugt, die dann beim Zentralrechner des Netzbetreibers abgeglichen wird.

ELV-online-Verfahren und electronic-cash sind nicht betroffen. Bei System electronic-cash, das von den Banken und Sparkassen betrieben wird, ist eine PIN-Nummer vorgeschrieben, der Händler erhält eine Zahlungsgarantie.

(Dorothee Monreal)

Quelle: DPA

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