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Dell: Job-Ultrabook & Tablet mit Wechsel-Akku

In München gewährte Dell einen Blick auf neue Geräte für den Herbst: Mit dem entspiegelten, robusten Latitude 6430u will der Hersteller ein Ultrabook positionieren, wie es sonst niemand bietet. Außerdem folgen ein Windows-8-Tablet in drei Varianten und ein All-in-One-PC mit Touch-Bedienung.

Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com

Dell hat inzwischen drei Ultrabooks auf den Markt gebracht, ein ausgewiesenes Business-Modell war bislang nicht dabei. Stattdessen konzentrierte sich der Hersteller aus Texas auf die Notebook-Serien XPS und Inspiron und startete nacheinander das Dell XPS 13 (Test), das mit entsprechender Windows-7-Version auch Geschäftskunden angeboten wird, das größere XPS 14 mit höherer Bildschirmauflösung und das Dell Inspiron 14z zum günstigeren Preis für eine junge Zielgruppe. Ein entspiegeltes Display bietet keines der Geräte. Das und weitere für den Geschäftsalltag relevante Features holt nun das Latitude 6430u auf die Bildfläche. Dell stellte das Ultrabook gemeinsam mit Intel in München vor, zusammen mit dem neuen Windows-Tablet Latitude 10 in drei Versionen und einem All-in-One-PC mit Touchscreen. Wir konnten Produktmuster begutachten und stellen die Neuigkeiten im Detail vor.

Ultrabook: Dell Latitude 6430u

Für das Business-Umfeld machte Dell deutlich, nicht auf Kosten von Langlebigkeit und Verwaltbarkeit das dünnste und leichteste Ultrabook entwickeln zu wollen. Als einen der Vorteile, die daraus entstehen, stellt der Anbieter den Tastenanschlag von 1,2 Millimeter (mm) beim neuen, rund 338x230x21 mm großen Latitude 6430u heraus, der angenehmes Schreiben ermöglichen soll. Auf einem Vorseriengerät konnten wir das kurz ausprobieren und zumindest feststellen, dass die Tasten in der Tat merklich tiefer versenkbar sind als bei besonders flachen Ultrabooks wie dem ersten Asus Zenbook. Die Tastatur ist beleuchtet und beherbergt mittig wie ein ThinkPad einen kleinen Knopf, um den Mauszeiger zu steuern. Daher ist zusätzlich zu den Maustasten des Touchpads, das im Übrigen nicht so großzügigen Platz für Fingergesten bietet wie andere, ein zweites Set Klicktasten vorhanden.

Die Displaygröße beträgt 14 Zoll, was Dell zufolge das beliebteste Format ist. Der Bildschirm ist entspiegelt, löst in HD mit 1.366x768 Pixeln auf und ließ sich bei dem gezeigten Gerät fast um 180 Grad nach hinten klappen. Das Gehäuse, in das Dell die Statusleuchten untergebracht hat, besteht aus einer Magnesiumlegierung und verspricht Stabilität: Laut Michael Müller von Dell wird das Latitude 6430u das einzige Ultrabook am Markt sein, das einem bestimmten Militärstandard entspricht, für den zum Beispiel Falltests überstanden werden müssen. Das ist auch mit ein Grund dafür, dass das Gerät ausschließlich mit SSD-Speicher bestückt geliefert wird, wahlweise 128 oder 256 Gigabyte (GB). Hybrid-Lösungen wird es nicht geben. Zur Absicherung der Daten ist auf Wunsch und gegen Aufpreis eine Verschlüsselungssoftware mit an Bord. Innen wie außen ist der Laptop in schwarz gehalten, eine gummierte Oberfläche hält Fingerabdrücke fern. Die Prozessorbandbreite erstreckt sich vom Intel Core i3 bis hin zum Core i7-3667U mit 2,0 Gigahertz (GHz) Standardtakt und TurboBoost für bis zu 3,2 GHz. Alle Ausgaben greifen auf die integrierte Intel HD 4000 Grafik zurück, die zwei Speicherbänke werden von 2-, 4- oder 8-GB-Riegeln DDR3-Speicher belegt.

Mit 3- oder 6-Zellen-Akku, WiGig-Dock folgt

Mit Schnittstellen ist das Latitude 6430u für Ultrabook-Verhältnisse recht üppig gesegnet. An der Rückseite stehen HDMI und ein mittlerweile selten verbauter eSATA/USB-Port zur Verfügung, an den Seiten LAN, zwei weitere USB-Anschlüsse, D-Sub und eine Kopfhörerbuchse - alle jeweils in Standardgröße. Nicht in den Rahmen, sondern in den Boden eingelassen ist ein SD-Kartenleser. Das WLAN-Modul lässt sich über einen physischen Schalter ausschalten, unterwegs kann optional erhältliches UMTS einspringen. Auch Bluetooth ist wählbar. Bis zu zehn Stunden soll das Latitude mit dem größeren der zwei konfigurierbaren Akkus durchhalten, bevor eine Steckdose aufgesucht werden muss. Wichtiges Detail: Der Polymer-Akku kann gewechselt werden, und zwar nicht nur durch den Hersteller, sondern ohne das Gehäuse zu öffnen, sodass bei Bedarf ein Ersatzakku mitgenommen werden kann. Bei Notebooks ist das im Allgemeinen nichts Besonderes, im Ultrabook-Bereich schon. Das angegebene Startgewicht von 1,69 Kilogramm bezieht sich auf die Variante mit kleinerem 3-Zellen-Akku.

Das Latitude 6430u soll zwar erst nach dem Launch von Windows 8 erscheinen, wie Dell-Produktmanager Michael Müller mitteilte, wird es aber auch mit Windows 7 angeboten. Eine Preisspanne verriet er nicht, gab aber einen Anhaltspunkt: Die Einstiegsvariante könnte bei knapp unter 1.000 Euro beginnen. Im Optionsmenü werden sich außerdem ein Fingerabdruckleser, SmartCard-Reader und Intel vPro-Management-Funktionen befinden. Im kommenden Jahr stößt eine WiGig-Docking-Station (Wireless Gigabit Alliance) dazu, die sich nicht nur mit Dells Hardware versteht. Die Spezifikation erlaubt einen drahtlosen Datenaustausch in Gigabit-Geschwindigkeit.

Weiter auf Seite 2: Dell Latitude 10 und OptiPlex 9010 All-in-One.

Der Tablet PC Latitude 10 ist der Nachfolger des im Herbst vergangenen Jahres präsentierten Dell Latitude ST und hat einige Eigenschaften geerbt. Wieder handelt es sich um ein 10 Zoll großes Business-Tablet mit Windows und Intel Atom-Prozessor, eingesetzt wird ein neues Dual-Core-Exemplar mit Intel GMA, dem 2 GB RAM und bis zu 128 GB Flashspeicher an die Seite gestellt werden. Wie Frank Kuypers von Intel erklärte, erreicht die Atom-Plattform unter Windows 8 bis zu 30 Tage Bereitschaft. Durch den Connected Standby kann sich ein solches Gerät nach dem Aufwachen besonders schnell mit dem Internet verbinden und zeigt neue Nachrichten direkt auf dem Bildschirm an.

Latitude-Tablet wird dünner und leichter

Das Latitude 10 ist mit Maßen von etwa 274x177x11 mm und einem Gewicht ab 725 Gramm dünner und leichter als sein Vorgänger und nutzt ein glänzendes Display. Eine matte Version wird nicht zu haben sein, um den Touchscreen dennoch zu entspiegeln, kann bei Dell eine Folie geordert werden. Die Bildqualität soll nicht darunter leiden, versprach Michael Müller. Das Display mit 1.366x768 Bildpunkten bietet dank IPS-Panel weite Blickwinkel und kräftige Farben, was sich auch bereits beim vorgestellten Vorserienmuster erkennen ließ. Ein Schutzschild gegen Kratzer soll die "Gorilla"-Glas-Abdeckung von Corning beisteuern. Eine Internetverbindung stellt der Tablet-PC über WLAN her. Während Bluetooth ebenfalls zum Standardaufgebot zählt, ist mobiles Internet nach dem Mobilfunkstandard der dritten Generation optional. Das neuere LTE ist nach wie vor noch kein Thema für Dell, im kommenden Jahr könne das aber ganz anders aussehen, wenn die Entwicklung weiter voranschreite.

Starke Kamera, viele Anschlüsse

Der Rahmen des Latitude 10 besteht aus einer Magnesiumlegierung, während eine rutschfeste Rückseite für einen festen Griff sorgt. In diese ist eine 8-Megapixel-Kamera mit Fotolicht und Autofokus eingelassen, eine 2-Megapixel-Kamera mit HD-Aufnahme in 720p findet sich auf der Vorderseite. Am Gerät selbst lassen sich ein USB-2.0-Port regulärer Größe, ein SD-Kartenleser, micro-USB zum Aufladen, mini-HDMI und ein Kopfhörer-/Mikrofonanschluss verwenden. Gegen einen Aufpreis verfügbar sind eine Docking-Station mit LAN- und Monitoranschluss sowie ein Stylus, der auch für digitale Unterschriften Anwendung findet. So ist das Tablet als Arbeitsgerät für Außendienstler und Paketdienste denkbar, wird jedoch auch für Schulen beworben.

Drei Tablet-Varianten für verschiedene Zielgruppen

Dementsprechend abgestuft hält Dell den Tablet-PC in den Ausführungen Latitude 10, Latitude 10 Security mit Fingerabdruckleser, SmartCard-Reader und bei Bedarf mit Verschlüsselung sowie in der Budget-Variante Latitude 10 Light bereit, deren Akku fest verbaut ist. Bei den übrigen Tablets kann dieser herausgenommen und getauscht werden. Je nach Laufzeitbedarf wird dabei zum 2- oder 4-Zellen-Exemplar gegriffen. Das genaue Erscheinungstermin reicht der Hersteller erst später nach, es wird sich jedoch wenig überraschend nach dem Launch von Windows 8 am 26. Oktober abspielen. Die Sicherheits-Features sollen jedoch erst im Januar verfügbar sein. Auch eine Preisangabe steht noch aus, das aktuelle Latitude-Tablet kostet mit Eingabestift 499 Euro aufwärts zuzüglich Mehrwertsteuer.

Dell OptiPlex 9010 mit Touchscreen

Ein Update erhält der Dell OptiPlex 9010: Der 23 Zoll große All-in-One-PC, der derzeit mit mattiertem Full-HD-Bildschirm und Windows 7 vertrieben wird, kann künftig mit einem Touchscreen geordert werden. Damit gegenübersitzende Personen gemeinsam auf dem Bildschirm arbeiten können, ermöglicht der Standfuß, den PC deutlich nach hinten zu neigen. Das Design des Computers bleibt unverändert und auch bei der Bestückung hat der Kunde nach wie vor umfangreiche Wahlmöglichkeiten. Auf dem Mainboard sitzen ein Intel Pentium Dual-Core-Prozessor, eine Sandy Bridge- oder Ivy Bridge-CPU, jeweils mit integrierter Grafik, und bis zu 16 GB Arbeitsspeicher. Eine Grafikkarte mit dediziertem Speicher führt Dell im Datenblatt nicht auf, für den Business-Bereich sei das weniger interessant. Speicherplatz stellen eine SSD oder HDD bereit, auch eine selbstverschlüsselnde Festplatte wird erhältlich sein. Als optisches Laufwerk lässt sich ein DVD-Brenner oder Blu-ray-Spieler einrichten.

Preise und Starttermine reichen wir nach, sobald sie uns vorliegen.

(Saskia Brintrup)

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