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Dell greift an: Windows Phone 7 statt BlackBerry

Der US-IT-Gigant Dell nimmt BlackBerry-Hersteller Research in Motion (RIM) ins Visier: Statt der bisher verwendeten BlackBerrys, erhalten alle Mitarbeiter künftig Dell-Smartphones mit Windows Phone 7. Eine neuer Migrationsservice soll zudem auch andere Unternehmen zum Umstieg bewegen und Dell steigende Umsätze bescheren, so das "Wall Street Journal".

Smartphone© goodluz / Fotolia.com

Während Apples iOS und noch viel mehr Googles Android im US-Heimatmarkt von Erfolg zu Erfolg eilen, sieht sich die Konkurrenz mit gegenteiligen Entwicklungen konfrontiert: Sowohl Microsofts betagtes Windows Mobile als auch das BlackBerry OS des kanadischen Smartphone-Produzenten Research in Motion (RIM) verloren nach Zahlen des Marktanalysten Nielsen innerhalb eines Jahres deutlich an Zuspruch. Zwar kann RIM seine Führung auch im dritten Quartal 2010 knapp vor Apples iOS behaupten; der Trend zeigt allerdings klar nach unten. In Redmond hat man hingegen deutlich mehr Grund, optimistisch in die Zukunft zu blicken – auch aufgrund einer neuen Initiative des IT-Giganten Dell, über die das "Wall Street Journal" (WSJ) berichtet.

"Wir drängen RIM aus dem Geschäft"

Obwohl aussagekräftige Verkaufszahlen für das neue Windows Phone 7 bislang fehlen, verhilft Dell dessen Hersteller Microsoft bereits zu einem wichtigen Prestige-Erfolg: Der IT-Gigant hat demnach angekündigt, die BlackBerrys seiner 25.000 Mitarbeiter gegen Smartphones aus eigener Produktion vom Typ "Venue Pro" mit Windows Phone 7 auszutauschen. Die überflüssigen BlackBerrys werden Dell zufolge im Anschluss bei eBay verkauft. Doch das sind nur die Anfänge einer neuen Strategie.

Denn auch andere Unternehmen sollen für einen Umstieg auf die neue Smartphone-Serie gewonnen werden. Innerhalb der kommenden zwei Wochen werde dafür ein neuer Wechselservice gestartet, der die Migration von Geschäftskunden auf die Geräte erleichtern soll, sagte Dell-Finanzvorstand Brian Gladden dem "WSJ". In diesem Zusammenhang ebenfalls nicht ausgeschlossen sei die Vermarktung von Dell-Smartphones mit Android-Betriebssystem. "Mit dieser Entscheidung konkurrieren wir offensichtlich mit RIM, denn wir drängen sie raus", so Gladden.

"25 Prozent weniger Ausgaben durch Mobilfunk"

Allein für Dell bedeute ein Wechsel der Plattform aber rund 25 Prozent weniger Ausgaben für Mobilfunkleistungen, da die Kosten für die BlackBerry-Server wegfielen. Zwar würden die Einsparungen nicht bei allen Unternehmen ähnlich hoch ausfallen, aber gerade kleine und mittlere Geschäftskunden könnten eine erhebliche Reduzierung ihrer Kosten erreichen, wenn sie auf die RIM-Server verzichteten. Geplant sei zudem, verstärkt eigene Dienstleistungen im Businessbereich anzubieten und auszubauen. Dieser Markt biete perspektivisch höhere Erlöse als der Verkauf von Geräten, betonte Gladden. Bislang beherrscht RIM dieses Segment allerdings noch weitgehend allein. Konkurrenten wie Apple stehen aber bereits in den Startlöchern und versuchen Teile des lukrativen Marktes zu erobern.

Für Microsoft-Manager Paul Bryan liegt der Schlüssel zum Erfolg von Windows Phone 7 hingegen weiterhin im Privatkundensektor. Der Geschäftskundenbereich bietet zwar Potential, man wolle sich aber vorwiegend auf die Bedürfnisse des einzelnen Verbrauchers konzentrieren, sagte er dem "WSJ".

(Christian Wolf)

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