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CherryPal: Mini-PC verbraucht nur zwei Watt

Der Hersteller CherryPal hat sich einiges vorgenommen: Der gleichnamige PC zum günstigen Preis ist kleiner als eine Pausenbrot-Dose und soll im Betrieb weniger Strom benötigen als ein herkömmlicher Monitor im Stand-by-Modus.

Datenaustausch© violetkaipa / Fotolia.com
Der junge Hersteller CherryPal hat sich einiges vorgenommen: Das Unternehmen kündigt eine Partnerschaft mit dem Halbleiterhersteller Freescale an, um den "energieeffizientesten und erschwinglichsten" Computer auf den Markt zu bringen – klingt nach Konkurrenz für die Eee Box von Asus. Um einen stromsparenden Betrieb zu ermöglichen, hat der Hersteller nach eigenen Angaben auf Komponenten verzichtet. Der PC soll im Vergleich zu herkömmlichen Geräten mit 80 Prozent weniger Bauteilen auskommen und nur zwei Watt Strom benötigen – da verbrauchen viele TFT-Monitore im Stand-by-Betrieb schon mehr.

Mini-Ausstattung im Mini-Gehäuse

Der CherryPal PC basiert auf einem MPC5121e Prozessor des Herstellers Freescale, der zum Beispiel auch die Mikrocontroller und Sensoren für die Bücher mit Touchfunktion entwickelt hat. Der im 90-Nanometer-Prozess gefertigte Prozessor mit drei Kernen rechnet mit einer Taktfrequenz von lediglich 400 Megahertz und bringt einen 3D-Chip mit, sodass auch Multimedia-Anwendungen möglich sein sollen. Da der Computer als einfache Alternative zum leistungsstarken Desktop und dementsprechend für anspruchslosere Zwecke gedacht sein soll, liest sich die übrige Ausstattung ebenso spartanisch. So gehören 256 Megabyte Arbeitsspeicher und eine Flash-Festplatte mit einer Kapazität von vier Gigabyte zum Lieferumfang. Wie damit übliche Anwendungen laufen sollen, ist fraglich.

Extrem niedriger Stromverbrauch

In der Mitteilung sprach der Geschäftsführer Max Seybold von einem "Cloud Computer", was bedeuten könnte, dass die Programme und Daten nicht auf dem eigenen Rechner, sondern direkt beim Anbieter liegen. Dies würde auch dazu passen, dass Seybold darüber hinaus erwähnte, dass keine Software-Updates nötig seien und der Nutzer sich nicht mit Viren herumärgern müsste. An Steckplätzen bietet der PC Anschlüsse für Mikrofon und Kopfhörer, einen analogen D-Sub-Ausgang (VGA), zwei USB-Ports, LAN und WLAN nach den Funkstandards 802.11b/g. Die wenige Hardware findet in einem schwarzen Mini-Gehäuse platz, dass nur rund 14,7x10,7x3,3 Zentimeter misst und die Nadel auf der Waage lediglich knapp 300 Gramm anzeigen lässt.

Auf der Website wirbt der Hersteller mit einer Unabhängigkeitserklärung und distanziert sich dabei von Windows, Apple, Stromfresser-PCs und überteuerten Laptops. Als Termin für den Rechner wird der 4. August genannt. Im Juli soll er offiziell vorgestellt werden, dann enthüllt der Anbieter vielleicht auch das Interessanteste – den Preis. Als Betriebssystem soll einem Bericht von "The Register" zufolge eine spezielle Version der Linux-Distribution Debian zum Einsatz kommen.

(Saskia Brintrup)

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