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Chef von T-Mobile USA wechselt zu Vodafone

Es brodelt bei der Deutschen Telekom: Philipp Humm, Noch-Chef von T-Mobile USA, wechselt im Oktober direkt zu Vodafone und übernimmt dort das Nordeuropa-Geschäft. Telekom-Chef René Obermann ist verärgert und fühlt sich persönlich düpiert, so die "Financial Times Deutschland".

Vodafone© Vodafone GmbH

Philipp Humm wolle sich neuen beruflichen Herausforderungen außerhalb der Deutschen Telekom stellen und näher bei seiner Familie in Europa sein, teilte der Bonner Konzern nach dem Rücktritt des Chefs der US-Tochter T-Mobile USA am Mittwoch in einer knappen Stellungnahme mit. Was nach der üblichen unverfänglichen Verabschiedungsformel klingt, hat einen brisanten Hintergrund: Wie unter anderem die "Financial Times Deutschland" ("FTD") am Donnerstag berichtet, wechselt Humm ausgerechnet zu Vodafone und übernimmt ab Oktober die Nordeuropa-Sparte des britischen Mobilfunkers. Diese umfasst zahlreiche Märkte, in denen auch die Deutsche Telekom aktiv ist.

Strategischer Glücksfall und PR-Coup

Zu diesen zählen unter anderem die Niederlande, Tschechien, Großbritannien und auch das Geschäft in Deutschland. Für Vodafone ist der Frontenwechsel des langjährigen Telekom-Managers daher nicht nur ein echter PR-Coup, sondern auch in strategischer Hinsicht ein seltener Glücksfall. So dürfte Humm trotz seiner Zeit in den USA über einiges Insiderwissen aus der Zentrale des deutschen Konkurrenten verfügen.

Möglich wird der Seitenwechsel offenbar durch ein juristisches Schlupfloch: So habe die Deutsche Telekom dem 52-Jährigen in seinem noch bis September laufenden Vertrag zwar bereits im Vorfeld einen direkten Wechsel zu einem anderen US-Anbieter untersagt, eine ähnliche Klausel für Europa sei arbeitsrechtlich aber nicht durchsetzbar gewesen, berichtet das Blatt unter Berufung auf informierte Kreise.

Telekom-Chef fühlt sich düpiert

Zusätzlich verärgert seien Telekom-Chef René Obermann und Finanzvorstand Timotheus Höttges über die taktierende Art und Weise, mit der Humm seinen Ausstieg kommunizierte. So habe Humm zwar frühzeitig im April angekündigt, seinen Posten im September abgeben zu wollen, jedoch erst vor einigen Tagen in einem Telefongespräch erklärt, dass er direkt zum ärgsten europäischen Wettbewerber Vodafone übertreten werde.

Beide Spitzenmanager fühlten sich dadurch auch persönlich düpiert, da sie sich nach einem Datenskandal 2008 besonders für den damaligen T-Mobile-Deutschland-Chef Humm eingesetzt hatten, so die "FTD". Dessen Karriere innerhalb des Unternehmens habe zu diesem Zeitpunkt auf Messers Schneide gestanden. Auf Betreiben Obermanns und Höttges sei ihm aber schließlich die Führung der US-Tochter anvertraut worden – mit Aussicht auf eine Rückkehr in den Telekom-Vorstand.

(Christian Wolf)

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