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callando und eXpressNet: DSL-Flatrate im Test (Update)

DSL-Anschluss© IKO / Fotolia.com
Das Update finden Sie auf Seite 4!

Seit kurzem bieten callando und eXpressNet zeit- und volumenunabhängige DSL-Flatrates an, die auf dem T-DSL Anschluss der Telekom basieren. Das Besondere ist, dass die Interneteinwahl selbst über mediaWays realisiert wird, während beispielsweise T-Online oder 1&1 den Telekom-Backbone nutzen. Das bringt natürlich andere Downloadraten und Pings mit sich - ob innerhalb Deutschlands oder in die ganze Welt. callando.dsl ist übrigens ab 19,95 € erhältlich und eXpressNet kostet zwischen 17,99 € und 19,49 €.

Testablauf
Es werden Downloadrate, Ping und Einwahl getestet. Wohlgemerkt wurden alle Tests mehrfach durchgeführt, so dass man sicher sein kann, dass nicht noch andere Faktoren das Ergebnis verfälschen. callando und eXpressNet werden im weiteren Verlauf des Testberichts immer mediaWays genannt.

Achtung, fertig, los
Schon wenige Stunden, nachdem onlinekosten.de einen Testzugang bei beiden Anbietern bestellte, flatterten die Zugangsdaten in unsere Mailbox. Man kann davon ausgehen, dass callando und eXpressNet bei der Einrichtung der Zugänge nicht von der Schnelligkeit von mediaWays abhängig sind. Beide Provider können Benutzernamen und Passwort für die Einwahl also selbst generieren und einrichten. Das muss aber nicht bedeuten, dass alle User ihre Zugangsdaten sofort nach der Anmeldung erhalten - hier beklagten sich bereits einige User über Verzögerungen. Ausgangsbasis war das Betriebssystem Windows XP mit dem integrierten PPPoE-Port. Die Einwahl erfolgte über den Standort Frankfurt am Main. Eine Einwahlnummer ist auch bei diesen Zugängen - analog zum T-DSL Zugang über T-Online - nicht nötig, da der Anbieter über den Benutzernamen identifiziert wird. Der Einwahlvorgang erfolgte unterschiedlich schnell - oft dauerte er circa 20 Sekunden, manchmal aber auch nur 2 Sekunden. Zwischenzeitlich gab es auch Einwahlprobleme. Es waren dann mehrere Einwahlversuche nötig.

Durchschnittliche Downloadrate
Beim normalen Surfen von Website zu Website sind gefühlsmäßig keine Geschwindigkeitsunterschiede festzustellen. Auch einen Testdownload haben wir gestartet. Als Testserver diente ein Server von onlinekosten.de (in Deutschland): Hier gibt es ebenfalls nur geringe Unterschiede. Der ca. 6,91 MB große Download erfolgte über mediaWays mit durchschnittlich 87,37 KB pro Sekunde in in 1 Minuten und 21 Sekunden. T-Online allerdings war hier mit 88,46 KB/s im Durchschnitt bei einer Downloaddauer von 1 Min. 20 Sek. etwas schneller.

Highspeed über den großen Teich
Natürlich haben wir auch die Downloadrate eines in den USA angebundenen Servers (ftp.icq.com) geprüft. Die 3,88 MB große Software ICQ kam sowohl über T-Online als auch über mediaWays mit sehr guten 90,52 KB/s in 44 Sek. durch die Leitung. Bei anderen US-Servern konnten wir ebenfalls keine großen Unterschiede feststellen. Ping-Zeiten
Es sei vorher erwähnt, dass callando und eXpressNet an der Konfiguration eines T-DSL Anschlusses nichts ändern können. Wer kein Fastpath hat, dem bringt es auch nichts auf mediaWays umzusteigen, da mediaWays selbst kein Fastpath oder Interleaving aktivieren bzw. deaktivieren kann - das liegt allein in der Hand der Telekom. Die Ping-Zeiten bei deutschen Server lagen mit mediaWays generell fast immer im Bereich von 70 - 100ms. Die Pings in die USA bewegten sich leider meistens in einem weitaus höheren Bereich von ca. 200 - 230ms.

Dieselben Server mit T-Online ergaben durchschnittlich genauso schnelle Pings nach Deutschland. Bei den Ping-Zeiten in die USA schloss T-Online mit flinkeren 180 - 210ms aber besser ab.

Fazit:
Die Plattform von mediaWays steht dem Telekom-Backbone in fast nichts nach. Lediglich die Ping-Zeiten in die USA waren bei mediaWays etwas schlechter. Größere Probleme traten nicht auf. Auch wenn unser Redaktionstest sehr gut verlief, möchten wir darauf aufmerksam machen, dass sich einige User unseres Forums über Schwankungen bei der Downloadrate und den Pings beklagen. Bei einigen Kunden scheint der Zugang gut zu funktionieren, bei anderen aber dafür umso weniger. Durch die Preiserhöhung der T-Online dsl flat werden sicher noch einmal einige Kunden zu callando oder eXpressNet wechseln. Inwiefern sich das dann auf Geschwindigkeit und Performance auswirkt, ist noch nicht abzusehen. Update:
Herr Stefan Beck von eXpressNet hat uns heute bezüglich der im onlinekosten.de-Forum erwähnten Routingprobleme und der etwas höheren Einwahldauer eine Erklärung zukommen lassen:

"1. "Langsamer Verbindungsaufbau"

Um die Übernahme des Daten-Traffics von T-DSL-Anschlüssen in das mediaWays IP-Netz zu ermöglichen, ist eine Zusammenschaltung der T-DSL-Plattform mit dem bundesweit flächendeckenden mediaWays Backbone erforderlich. Bedingt durch diese Zusammenschaltung kann es vorkommen, dass der Verbindungsaufbau bei Nutzung des Zugangs über expressnet mehr Zeit in Anspruch nimmt als bei Zugang über die Telekom Plattform. Dieser Fall tritt immer dann ein, wenn ein einziger User innerhalb des Einzugsbereiches eines DSL-PoPs der DTAG den Verbindungsaufbau initiiert. Wenn bereits ein oder mehrere User über expressnet den T-DSL-Zugang zum mediaWays-Netz nutzen, nimmt der Verbindungsaufbau nicht bzw. in nicht relevantem Maß mehr Zeit in Anspruch als über jeden anderen beliebigen T-DSL-Onlinedienst auch. D.h., bei entsprechender Nutzung des Dienstes wird demzufolge dieses Problem nicht mehr auffällig auftreten.

Daher wird sich dieses Problem ganz von selbst lösen, sobald genügend User freigeschaltet sind.

2. "Kein Zugang zu bestimmten Internet-Sites aufgrund von Routingproblemen"

Die Aussage, dass expressnet-User aufgrund eines Routingproblems bestimmte Seiten im Internet nicht aufrufen können (z.B. www.gmx.de, www.audi.de) ist nicht richtig. Aufgrund der technischen Spezifikation der Netzzusammenschaltung ist eine Begrenzung der MTU-Size (MTU= Maximum Transfer Unit) der Netzwerkkarte des Users auf 1454 Bytes (die meisten haben jetzt wahrscheinlich 1500). Dies kann in Abhängigkeit von Betriebssystem und PPPoE-Treiber über die Netzwerkeinstellungen geändert werde. eXpressNet wird hierzu in den nächsten Tagen ein Tool zum Download zur Verfügung stellen. Es existieren aber auch zahlreiche Freeware-Tools."

(Tobias Capangil)

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