Beschwerde von Telekom-Wettbewerber

Bundesnetzagentur: Kein Missbrauch bei Vermarktung von MagentaHybrid-Anschlüssen

Das von der Telekom vermarktete Produkt MagentaHybrid, das DSL- und LTE-Mobilfunkbandbreite kombiniert, wird laut Bundesnetzagentur nicht missbräuchlich vermarktet. Ein Verbot werde es daher nicht geben. Ein Telekom-Wettbewerber hatte sich bei der Regulierungsbehörde über das Hybrid-Produkt beschwert.

Bundesnetzagentur Die Beschlusskammer 2 der Bundesnetzagentur hat eine Beschwerde eines Telekom-Wettbewerbers gegen die MagentaHybrid-Produkte der Telekom zurückgewiesen.© Bundesnetzagentur

Bonn – Seit November vermarktet die Deutsche Telekom (www.telekom.de/dsl) auch sogenannte "Magenta Zuhause Hybrid"-Anschlüsse, bei denen die Bandbreiten des DSL-Anschlusses mit Hilfe eines entsprechenden Hybrid-Routers mit LTE-Mobilfunk ohne Bandbreitendrosselung kombiniert werden. Seit März 2015 ist das Produkt bundesweit erhältlich. Ein Telekommunikationsunternehmen hatte sich bei der Bundesnetzagentur über das Hybrid-Angebot beschwert. Am Mittwoch teilte die Bonner Regulierungsgbehörde mit, dass im Rahmen einer Untersuchung aktuell "kein missbräuchliches Verhalten bei der Vermarktung von MagentaZuhause Hybrid-Produkten" festgestellt worden sei.

Bundesnetzagentur sieht keinen Anlass zum Einschreiten

Der Telekom-Wettbewerber hatte bei der Beschwerde angeführt, dass das Unternehmen ohne entsprechendes hybridfähiges Vorleistungsprodukt erhebliche Bandbreitennachteile habe und so nicht wirksam mit der Telekom konkurrieren könne.

Nach Angaben der Bundesnetzagentur habe die zuständige Beschlusskammer 2 "alle zu berücksichtigenden Belange umfassend abgewogen". Eine Veranlassung zu einem Einschreiten im Wege eines Missbrauchverfahrens sei nicht gegeben. Erst recht gebe es keinen Anlass zu einem Verbot der Hybrid-Produkte.

Hybrid-Produkte mit hohem Innovationspotential - Telekom begrüßt Entscheidung

Die Bundesnetzagentur sieht in den Hybrid-Produkten "hohes Innovationspotential". Daher solle der Deutschen Telekom auch eine entwicklungsbedingte Vorreiterrolle gewährt werden. Innerhalb der nächsten zwölf Monate sei "keine Marktverschließung zu erwarten". Die Beschlusskammer der Bundesnetzagentur könne aber je nach weiterer Marktentwicklung jederzeit einschreiten.

Laut eines Berichts von heise.de hat die Telekom die Entscheidung der Bundesnetzagentur begrüßt. "Es ist abenteuerlich, dass sich reine Wiederverkäufer Innovationen anderer erstreiten wollen", so ein Telekom-Sprecher gegenüber dem Magazin.

Jörg Schamberg

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