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Bundesliga live: Sky triumphiert über die Telekom

Der Pay-TV-Sender Sky darf in Zukunft noch umfassender über die Fußball Bundesliga berichten. Die DFL sprach dem Sender sämtliche Live-Rechte zu. Die Telekom verliert ab der Saison 2013/2014 die IPTV- und Mobilfunk-Rechte.

Sky © Sky Deutschland

Paukenschlag in Frankfurt: die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat sich für eine Art Exklusivvertrag bei den Übertragungen von Livespielen der Fußball Bundesliga entschieden. Wie am Dienstag in der Main-Metropole bekannt gegeben wurde, darf der Münchner Pay-TV-Sender Sky künftig nicht nur die Kabel- und Satelliten-Haushalte mit Live-Übertragungen bedienen, sondern die Spiele auch auf Mobiltelefonen, im Internet und per IPTV zeigen. Die Telekom ging hingegen überraschend komplett leer aus.

Telekom wird ausgebootet

Für den Bonner Telekommunikationskonzern ist nicht nur der Verlust der Mobilfunk-Rechte ein herber Schlag. Vor allem die Tatsache, dass ihm die IPTV-Rechte entzogen wurden und in diesem Zusammenhang der TV-Sender Liga Total praktisch vor dem Aus steht, dürfte in Bonn für reichlich Unbehagen sorgen. Eigentlich hatte die Telekom den Plan, selbst alle Rechte zu kaufen und unter dem Motto "Fußball für alle" an potenzielle Interessenten weiterzureichen. Daraus wird nun nichts.

Stattdessen laufen künftig alle Fäden in Sachen Live-Berichterstattung in München bei Sky zusammen. Jenem Sender, der zuletzt auch den Nachrichtenkanal Sky Sport News gestartet hatte und dort täglich ausführlich von den Bundesliga-Vereinen berichtet. Offensichtlich hat das nicht nur den DFL-Bossen, sondern auch den Vereinsvertretern zugesagt.

Sky wird exklusiver Live-Partner der DFL

Im Klartext bedeutet das neue Rechtepaket, das Sky ab der Spielzeit 2013/2014 für vier weitere Jahre alle Spiele der 1. und 2. Bundesliga live und in Konferenzschaltung zeigen wird. Und das eben nicht nur auf klassischen Fernsehern, sondern auch auf Smartphones, Tablet PCs und Notebooks. Damit wird auch die Plattform Sky Go enorm aufgewertet.

Lesen Sie auf Seite 2: alle Informationen zu den Free-TV-Rechten und finanzielle Details.

Im Free-TV dürfen sich Fußballfans wie gewohnt auf Zusammenfassungen in der ARD "Sportschau" freuen. Wie gewohnt wird es die Höhepunkte der Samstagsspiele ab 18:30 Uhr im Ersten zu sehen geben. Sofern es die ARD wünscht, ist eine parallele Übertragung der Zusammenfassungen auch im Internet und auf Smartphones möglich. Auch die Highlights Sonntagsspiele (ab 21:15 Uhr) und jene insgesamt sieben Livespiele, die auch im Free-TV übertragen werden – etwa die Saisoneröffnung und das Topspiel zum Rückrundenauftakt -, darf die ARD für vier weitere Jahre zeigen. Der Sportrechte-Chef der ARD, Ulrich Wilhelm sagte in einer ersten Reaktion: "Wir freuen uns, dass die DFL den hohen Stellenwert der 'Sportschau' erneut erkannt hat."

Auch ZDF und Sport1 bleiben im Rennen

Auch der Supercup und die Relegationsspiele um die Bundesliga und die 2. Bundesliga werden weiterhin live von der ARD bzw. den Dritten Programm (WDR, NDR etc.) übertragen. Der Vertragsabschluss steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der zuständigen ARD-Gremien, dürfte aber kaum blockiert werden. Die Zweitverwertung der Bundesliga-Begegnungen vom Samstagnachmittag und die Erstverwertung des Top-Spiels am Samstagabend wird auch künftig beim ZDF liegen. Sport1 zeigt wie gewohnt die Zusammenfassungen der 2. Bundesliga sowie das Top-Spiel der zweithöchsten deutschen Spielklasse am Montagabend live.

Erstmals erwarb der Axel-Springer-Verlag Verwertungsrechte. Ab der Spielzeit 2013/2014 kann Axel Springer zum Beispiel unter bild.de von allen Spielen Clips im Internet und auf Smartphones anbieten. Deren Abruf ist ab eine Stunde nach Spielende als Pay-Angebot und ab 0 Uhr des Folgetages frei empfangbar möglich.

DFL nimmt im Schnitt 628 Millionen Euro pro Saison ein

Finanziell ist das neue Rechtepaket für die DFL eine kleine Sensation. Während bisher durchschnittlich 412 Millionen Euro pro Jahr aus den deutschen TV-Rechten eingenommen werden, sind es künftig rund 628 Millionen Euro. Der Plan, künftig mehr als 500 Millionen Euro pro Saison einnehmen zu können, wurde somit deutlich übertroffen. Insgesamt werden mit der Fernsehberichterstattung deutscher TV-Sender zwischen den Spielzeiten 2013/2014 und 2016/2017 rund 2,5 Milliarden Euro eingenommen.

"Die Bundesliga festigt hiermit ihre Stellung als eine der umsatzstärksten Fußball-Ligen der Welt. Die Clubs verfügen nun über mehr wirtschaftlichen Spielraum als je zuvor. Auch vor diesem Hintergrund bedanken wir uns für das Vertrauen unserer Medienpartner", erklärt Christian Seifert, Vorsitzender der DFL-Geschäftsführung." Pro Saison zahlt Sky laut Nachrichtenagentur dpa durchschnittlich knapp 486 Millionen Euro. Für die vier Spielzeiten ab 2013/14 kommen damit fast 2 Milliarden Euro zusammen, wie der Münchener Pay-TV-Sender am Dienstag in München mitteilte. Wie viel die anderen Sender zahlen, wurde nicht verraten.

(Hayo Lücke)

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