Standardisiertes Verfahren

BREKO: Schnellerer Breitbandausbau durch neue Richtlinie zur Querung von Bahntrassen

Der Breitbandausbau in Deutschland soll bei der Querung von Bahntrassen künftig nicht mehr ausgebremst werden. Ein Vertrag zwischen Deutscher Bahn sowie einem Großteil der Telekommunikationsbranche sorgt für standardisierte Bearbeitungsverfahren. Zeitraubende Bürokratie und teure Umwege bei der Querung von Bahntrassen sollen damit laut BREKO schon bald ein Ende haben.

BahnEin Vertrag zwischen der Deutschen Bahn und einem Großteil der Telekommunikationsbranche regelt nun die Querung von Bahntrassen beim Breitbandausbau.© Pinosub / Fotolia.com

Berlin – Die Geschwindigkeit des Breitbandausbaus in Deutschland hängt von vielen Faktoren ab. Teils werden die ausbauwilligen Telekommunikatonsanbieter von bürokratischen Regelungen ausgebremst. Eine Beschleunigung der Verfahren soll jetzt ein neuer Vertrag zwischen großen Teilen der Telekommunikationsbranche und der Deutschen Bahn bringen. Die neue "Telekommunikationskreuzungsrichtlinie DB 879" regelt die Querung von Bahntrassen bei der Verlegung von Breitbandkabeln.

Richtlinie tritt rückwirkend zum 1. Januar 2016 in Kraft

Die neue Richtlinie wurde unter anderem unter Beteiligung des Bundesverbands Breitbandkommunikation (BREKO) sowie von VATM, BUGLAS, Deutsche Telekom, DB Netz AG und diversen Tochterunternehmen der Bahn erstellt. Der Vertrag soll nach der nun erfolgten Freigabe durch das Eisenbahnbundesamt (EBA) rückwirkend zum 1. Januar 2016 in Kraft treten.

Standardisierte Antrags- und Bearbeitungsverfahren bei der Bahn

Während es für die Verlegung von Glasfaser- und anderen Breitbandkabeln nach Angaben des BREKO bereits entsprechende Regelungen bei der Kreuzung von Gas-, Wasser- oder Stromleitungen gebe, fehlte bislang eine solche Regelung für die Kreuzung einer Bahntrasse. Die Telekommunikationsanbieter sollen durch die Richtlinie von einem standardisierten Antrags- und Bearbeitungsverfahren bei der Bahn profitieren.

Die Bahn muss die Anträge innerhalb bestimmter Fristen bearbeiten. Eine Eingangsbestätigung soll innerhalb von fünf Werktagen erfolgen, eine Bestätigung der Vollständigkeit des Antrag innerhalb von drei Wochen. Innerhalb einer Frist von maximal zwölf Wochen werde der Antrag dann bearbeitet. Für die Bearbeitung des Antrags falle ein Entgelt an, außerdem werde ein einmaliger Betrag für die Nutzung des Bahn-Grundstücks und die Bereitstellung des Kartenmaterials berechnet. Vorteil für die Provider: Die Querung der Bahntrassen werde somit künftig zeitlich und finanziell kalkulierbar.

BREKO: Effizienterer Glasfaserausbau möglich

"Die neue Kreuzungsrichtlinie ist eine gute Nachricht für einen effizienten Breitbandausbau in Deutschland“, kommentiert BREKO-Vizepräsident Johannes Pruchnow die Übereinkunft mit der Bahn. "Zeitraubende Bürokratie und teure Umwege bei der Querung von Bahntrassen im Zuge des Glasfaserausbaus dürften damit schon bald der Vergangenheit angehören." Noch 2016 wolle man sich mit der Bahn ein weiteres Mal zusammensetzen, um die in der Richtlinie vorgesehen Abläufe weiter zu optimieren.

Jörg Schamberg

Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Weitere Infos zum Thema

Mehr aus dem Web

Zum Seitenanfang