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Blog-Software: Fünf Programme im Vergleich

Wer einen eigenen Blog installieren will, hat die Qual der (Programm-)Wahl. Wir haben ein bisschen gewühlt und stellen fünf kostenfreie Blog-Systeme vor, die eine einfache Bedienung versprechen.

Datenaustausch© violetkaipa / Fotolia.com
Bloggen könnte zur Volksbewegung werden, wenn nur alle Menschen ihr Mitteilungsbedürfnis im Internet ausleben würden und die Installation sowie Einrichtung von Weblogs nicht so kompliziert wäre - so jedenfalls eine gängige Meinung. Aber ist Blog-Software wirklich ausschließlich etwas für Computerfreaks? Und was leisten solche Programme? Wir haben fünf kostenlose Blog-Systeme unter die Lupe genommen.

Bloggen für Anfänger

Mit dabei sind aber nicht nur gängige Namen wie Wordpress, Movable Type oder auch Serendipity. Auch die beiden unbekannteren Vertreter Dotclear und Zomplog werden näher vorgestellt. Alle getesteten Programme haben eine Gemeinsamkeit: Sie versprechen auch für Anfänger eine unkomplizierte Installation, eine einfache Bedienung und schnelle Ergebnisse, die sich sehen lassen können. Ob die Realität dem standhalten kann? Wir haben es untersucht. Zusätzlich werfen wir aber noch einen Blick auf die Erweiterbarkeit der Software mittels Plugins und beurteilen die vorhandene Unterstützung bei Problemen sowie Fragen.

Dotclear gehört zu den eher unbekannteren Vertretern der Blog-Software. Das System wurde 2002 von dem Franzosen Olivier Meunier veröffentlicht und wird seitdem kontinuierlich weiterentwickelt. An erster Stelle steht dabei insbesondere das Kriterium einfacher Bedienbarkeit. Ziel: Auch technisch nicht versierte Nutzer sollen mit Dotclear relativ schnell einen eigenen Blog erstellen können. Eine Unterstützung für mehrere Sprachen ist zwar vorgesehen, jedoch ist Dotclear bisher nur in Französisch und Englisch verfügbar. Sprachbegabte können sich aber selbst an der weiteren Übersetzung der hier vorgestellten Version 2.1.5 beteiligen.

1. Installation

Voraussetzungen für den Einsatz von Dotclear sind PHP ab Version 5.0 und eine Datenbanksoftware - etwa MySQL ab Version 4.1. Wer sich hier nicht sicher ist, sollte seinen Webhoster kontaktieren und nachfragen. Sind PHP und MySQL vorhanden, kann die Dotclear-Installation beginnen. Prinzipiell sind dabei zwei Wege möglich - manuell oder automatisch. Am einfachsten ist natürlich die automatische Einrichtung der Software per Wizard im Browser. Dieser führt den Nutzer durch die komplette Installation und fragt alle nötigen Daten ab. Dafür muss lediglich die PHP-Setupdatei per FTP auf den Webserver hochgeladen und ausgeführt werden. Im Normalfall ist damit die Installation bereits nach wenigen Minuten erledigt und das Bloggen kann fast schon beginnen.

2. Bedienung

Für das Erstellen von Blog-Einträgen sind bei Dotclear keine weiteren Vorkenntnisse notwendig. Ein WYSIWYG-Editor übernimmt die Übersetzung des eingegebenen Textes in HTML-Befehle, auch Grafiken oder Videos können so problemlos eingebunden werden. Wer ein Textverarbeitungsprogramm bedienen kann, sollte auch mit Dotclear problemlos zurechtkommen. Das sogenannte Dashboard der Software - also die Blog-Zentrale - präsentiert sich übersichtlich und aufgeräumt. Besonders hilfreich: Die ausführliche Anleitung zu Dotclear ist hier zu finden - allerdings bisher nur in französischer und englischer Sprache. Die sonstigen Möglichkeiten der Software lassen sich über die linke Navigationsleiste austesten. Hier sind alle Funktionen per Klick schnell erreichbar. Der Vorsatz einfacher Bedienbarkeit wird dabei strikt eingehalten. Das System verwirrt Anfänger nicht mit einem Überangebot von Einstellungsmöglichkeiten, sondern beschränkt sich auf das Wesentliche.


3. Optik

Das Design von Dotclear wirkt modern und braucht sich vor der Konkurrenz nicht zu verstecken. Gnadenlose Individualisten können das Aussehen ihres Blogs vollständig per CSS-Datei anpassen. Das mitgelieferte Blog-Theme "Blowup" ist dabei auch für Ungeübte leicht über einen integrierten Editor veränderbar. Wer sich mit Fertigprodukten zufrieden gibt, findet auf der Dotclear-Homepage eine Auswahl von über 100 kostenlosen Designvorlagen, die sich einfach über das Blog-Interface installieren lassen.

4. Plugins

Dotclear unterstützt zudem die Einbindung von Plugins. Derzeit sind auf der Hersteller-Homepage über 80 Zusatzprogramme verfügbar, die das Blog-System um viele nützliche Funktionen erweitern. Einziger Wermutstropfen: Die entsprechende Internetseite ist in Französisch.

5. Support

Auch bei Problemen mit Dotclear sind Kenntnisse der englischen oder französischen Sprache äußerst hilfreich. Die Verbreitung der Software in Deutschland ist noch sehr gering, daher finden sich bei Fragen hierzulande nur wenige Ansprechpartner. Auf der Homepage des Blog-Systems gibt es aber immerhin ein englisches Hilfeforum. Update, 28.03.11: Mittlerweile existiert unter der Adresse www.dotclear-germany.com auch ein deutschsprachiges Hilfe-Forum. Movable Type ist eines der Blog-Systeme, das bereits eine beachtliche Fangemeinde hinter sich versammelt hat. Die 2001 erstmals veröffentlichte Software wurde erst kürzlich überarbeitet und besonders auf Benutzerfreundlichkeit optimiert. Movable Type ist in mehreren Sprachen erhältlich - beispielsweise Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch oder Niederländisch. Die im Nachfolgenden zugrunde gelegte Version ist Movable Type Pro 4.31.

1. Installation

Wie viele andere Blog-Suiten auch, setzt Movable Type neben PHP4 oder PHP5 eine Datenbanksoftware - beispielsweise MySQL ab Version 4.0 - für einen reibungslosen Betrieb voraus. Zudem sollte Perl ab Version 5.8.1 vorhanden sein. Die Installation des Programms auf dem Webserver geht zwar recht schnell vonstatten, erfordert allerdings ein paar manuelle Vorbereitungen. Nutzer mit etwas Computererfahrung dürften daran nicht scheitern. Im Zweifelsfall gilt aber: Wenn möglich, die Installation von einer Person durchführen lassen, die bereits ein paar Kenntnisse in diesem Bereich besitzt. Die weitere Einrichtung von Movable Type übernimmt ein automatischer Konfigurator, der im Browser ausgeführt wird und alle nötigen Angaben - etwa Benutzername und Passwort der MySQL-Datenbank - der Reihe nach abfragt.

2. Bedienung

Im Vergleich zu reinen Blogsystemen wie etwa Dotclear oder Serendipity ist Movable Type in der getesteten Pro-Version deutlich komplexer. Neben der Verwaltung eines Blogs erlaubt das Programm auch die Betreuung statischer Webseiten. Dementsprechend vielseitig gestaltet sich auch der Funktionsumfang. Die Fülle an Einstellungsmöglichkeiten im Backend verlangt einige Einarbeitungszeit. Ist hingegen etwas Orientierung gefunden, dürfte die Umsetzung eigener Projekte recht einfach zu bewerkstelligen sein. Trotz vieler Optionen leidet die Übersicht in den Konfigurationsmenüs nur wenig. Auch sonst wirkt die Software aufgeräumt und durchdacht - lediglich der Knopf zur Voransicht des eigenen Machwerks ist etwas klein geraten und fällt mangels Beschriftung auch nicht sofort ins Auge. Das eigentliche Bloggen bereitet hingegen kaum Schwierigkeiten. Ein WYSIWYG-Editor übernimmt die Umsetzung der Eingaben in HMTL-Befehle und sorgt für die einfache Einbindung von Grafiken und Videos.


3. Optik

Die mit Movable Type erstellten Blogs und Webseiten sind per CSS-Datei vollständig anpassbar. Über das Dashboard lassen sich per Mausklick verschiedene Designvorlagen aus dem Internet installieren, die für etwas mehr optische Frische sorgen. Die bereits im Paket mitgelieferten Designvorschläge erinnern leider weniger an Web 2.0, sondern eher an die Clipart-Datenbank von Microsoft Word 6.0. Um die optischen Möglichkeiten der Software vorzuführen, bieten die Entwickler einen Design-Assistent im Internet an. Für die vollständige Anpassung der Vorlage sind jedoch auch hier einige Kenntnisse in CSS hilfreich.

4. Plugins

Plugins für Movable Type gibt es in Hülle und Fülle - zum Beispiel auf der Homepage des Entwicklerteams. Sie rüsten nützliche Zusatzfunktionen nach, erhöhen den Komfort und gleichen kleine Schwächen des Hauptprogramms aus. Die zugehörigen Downloadseiten sind mehrheitlich jedoch in Englisch.

5. Support

Movable Type ist auch hierzulande längst kein Geheimtipp mehr und erfreut sich einer wachsenden Fangemeinde. Hilfe bei Fragen und Problemen sollte sich daher zeitnah im Internet finden lassen. Die Mehrzahl entsprechender Foren und Domains wird jedoch durch die englischsprachige Community dominiert. Die wenigen Fachbücher zu Movable Type sind bisher ebenfalls nicht in einer deutschen Fassung erhältlich. Obwohl Serendipity dem Namen nach eher sperrig daherkommt, ist es in Sachen Benutzerfreundlichkeit eines der populärsten und bewährtesten Blogsysteme. Die Software wurde Ende 2002 unter dem Namen "jBlog" das erste Mal veröffentlicht und nach Namensstreitigkeiten in Serendipity umbenannt. Häufig wird auch die Kurzform "s9y" verwendet. Die Zahl zwischen dem s und dem y soll auf neun ausgelassene Buchstaben hinweisen. Die hier getestete Serendipity-Version 1.4.1 ist in mehreren Sprachen erhältlich, darunter auch Deutsch.

1. Installation

Die Voraussetzungen für den Betrieb von Serendipity unterscheiden sich geringfügig von anderen Systemen. So sind PHP ab Version 4.3, eine MySQL-Datenbank und ein Apache Webserver die verpflichtenden Arbeitsgrundlagen. Auch diverse Schreibrechte auf dem Server müssen aktiviert sein, ansonsten bricht die Installation mit einer Fehlermeldung ab. Alles Weitere geht aber wie üblich vonstatten. Die Programmdateien werden per FTP in ein beliebiges Verzeichnis auf den Onlinespeicher hochgeladen. Anschließend startet der Aufruf der Installationsdatei im Browser einen Assistent, der den Nutzer durch die weiteren Schritte der Einrichtung führt. Nach ein bis zwei Minuten ist Serendipity startbereit.

2. Bedienung

Die Arbeit mit Serendipity dürfte den meisten Nutzern kaum schwerfallen. Die Administrationsoberfläche ist ein Prototyp größtmöglicher Anwenderfreundlichkeit. Die wichtigsten Funktionen sind in einer Navigationsleiste zusammengefasst und mit einem Klick erreichbar. Zu den meisten Einstellungsmöglichkeiten der Submenüs gibt es zudem kleine Erklärungstexte, die direkt unter den betreffenden Optionen angeordnet sind. Eine umständliche Suche in einer separaten oder externen Hilfedatei bleibt dem Nutzer somit in den meisten Fällen erspart. Das eigentliche Bloggen geht ebenfalls mühelos von der Hand - vorausgesetzt, der grafische WYSIWYG-Editor wird vorher unter "Eigene Einstellungen" aktiviert. Denn: Ohne den Word-Klon sind einige Grundkenntnisse zur Textbearbeitung mit HTML notwendig. Leider funktioniert der Editor nicht mit allen Browsern - so bleiben etwa Opera-Nutzer bis Version 9.64 außen vor.


3. Optik

Für Serendipity stehen zahlreiche Designvorlagen im Internet zur Verfügung, die kostenlos heruntergeladen werden können. Mittels CSS und Stylesheets lassen sich dabei alle optischen Details anpassen - eine entsprechende Anleitung dazu findet sich in Englisch auf der s9y-Homepage. Aber auch Nutzer, die sich scheuen, mittels Editor CSS-Dateien zu bearbeiten, brauchen nicht auf eine individuelle Einrichtung ihres Blogs zu verzichten. Das für Serendipity erhältliche Design "Bulletproof" macht es möglich und bietet die vollständige Anpassbarkeit per Menü.

4. Plugins

Auch Serendipity-Nutzer können auf zahlreiche Plugins zurückgreifen, um das System mit nützlichen Funktionen zu erweitern. Zu Beginn empfiehlt sich insbesondere die Installation des sogenannten "Spartacus-Plugins". Grund: Damit können weitere Zusatztools aus einer externen s9y-Datenbank bequem über die Administrationsoberfläche installiert werden. Wer mit "Spartacus" hingegen aus irgendeinem Grund auf Kriegsfuß steht, erhält alle Plugins ebenso gesammelt auf der Entwickler-Homepage.

5. Support

Sollten Probleme mit Serendipity auftreten, findet sich auf der s9y-Homepage ein gut besuchtes deutsches Hilfeforum. Auch sonst sorgt die weitläufige Verbreitung des Blog-Systems dafür, dass viele Antworten zu gängigen Problemen bereits im Internet dokumentiert sind - wenn auch nicht immer in deutscher Sprache. Wer sich noch intensiver mit Serendipity auseinandersetzen will, kann zudem auf ein gleichnamiges deutschsprachiges Handbuch des Entwicklerteams zurückgreifen. Auf 752 Seiten wird darin alles Wissenswerte zur Software im Detail beschrieben. Wordpress wurde erstmals im Jahr 2003 vorgestellt und ist bis zur vorliegenden Version 2.8.4 der weltweite Maßstab in Sachen Weblog-Software. Kein anderes Programm aus diesem Bereich kann auf einen ähnlichen Bekanntheits- und Verbreitungsgrad verweisen. Rund um den Globus werden mittlerweile Millionen von Websites mit Wordpress administriert und gestaltet. Das Blog-System ist in über 60 Sprachen erhältlich - natürlich auch in einer deutschen Version.

1. Installation

Der Klassenprimus unter den Blog-Programmen erfreut den Anwender zwar mit einer Installation, die nicht länger als fünf Minuten dauern soll. Im Gegensatz zu vielen anderen Blog-Systemen kommt der Nutzer hier jedoch nicht ohne einen Texteditor aus. Vorausgesetzt werden zudem PHP ab Version 4.3 und MySQL ab Version 4.0. Außerdem empfiehlt sich ein Webspace-Paket mit Apache mod_rewrite Modul. Dieses sorgt für eine Umwandlung angeforderter URLs. Grund: Ohne mod_rewrite Modul lassen sich die originalen Wordpress URLs nicht suchmaschinenfreundlich anpassen und sehen zudem "unschön" aus. Stimmen die Anforderungen, kann die Installation beginnen. Dafür wird das Wordpress-Archiv einfach lokal entpackt. Bevor der FTP-Upload auf den Server erfolgen kann, müssen allerdings noch die MySQL-Datenbankdaten in die Datei "wp-config-sample.php" per Texteditor eingefügt werden. Anschließend wird die Datei unter dem neuen Namen "wp-config.php" abgespeichert. Nachdem alle Daten auf den Server hochgeladen wurden, kann der Installationsassistent durch Aufruf der "install.php" im Verzeichnis "wp-admin" über den Browser gestartet werden.

2. Bedienung

Die Administration von Wordpress gelingt ohne längere Einarbeitungszeit. Alle Einstellungsmöglichkeiten sind über die linke Menüleiste zugänglich und überwiegend selbsterklärend. Wer dennoch einmal nicht weiter kommt, findet die umfangreiche Wordpress-Hilfe in der Fußleiste - natürlich auch in Deutsch. Das Dashboard - die Start- und Übersichtsseite im Backend - versorgt den Nutzer mit interessanten Informationen rund um das Blog. So finden sich hier etwa Übersichten zu Wordpress-Neuigkeiten, Hinweise zu wichtigen Sicherheitsupdates und aktuelle Plugins. Wer das alles nicht braucht, kann sein Dashboard selbstverständlich auch personalisieren. Zum eigentlichen Bloggen gibt es nicht viel zu sagen, außer: Das kann wirklich jeder. Denn: Auch Wordpress setzt auf größtmögliche Anwenderfreundlichkeit und bietet einen WYSIWYG-Editor zur Unterstützung an.


3. Optik

Bei einer Neuinstallation kommt Wordpress mit zwei Basisdesigns, die optisch zwar keine Maßstäbe setzen, allerdings für eigene Veränderungen eine gute Grundlage bieten. Die Wordpress-Standardvorlage bietet einen integrierten WYSIWYG-Editor, mit dem sich der Kopfbereich des Blogs (Header) auch ohne Kenntnisse in CSS individuell farblich anpassen lässt. Für sonstige Grafik-Experimente mit den Wordpress-Themes ist entsprechendes Vorwissen jedoch unbedingt empfehlenswert. Wer seinen Gestaltungsdrang nicht ausleben will oder kann, findet aber garantiert auch ein passendes Fertigprodukt im Internet: Wordpress ist weltweit das Blog-System mit den meisten kostenfrei erhältlichen Vorlagen. Diese lassen sich einfach über die Administrationsoberfläche auswählen und installieren. Um in der Flut der Angebote den Überblick nicht zu verlieren, steht dem Nutzer im Backend alternativ auch eine Such- und Filterfunktion zur Verfügung. Hier kann eine zielgerichtete Auswahl des Designs nach bestimmten Kriterien, wie Farbe oder gewünschter Anzahl der Spalten, erfolgen.

4. Plugins

Wenn es Wordpress an einem überhaupt nicht mangelt, dann sind es Plugins: Ihre Zahl geht mittlerweile in die Tausende. Auch sie lassen sich bequem über die Administrationsoberfläche installieren. Vorteil: Zu fast jeder Schwäche oder Unzulänglichkeit von Wordpress gibt es bereits ein fertiges Zusatztool, das Funktionen nachrüstet oder den Komfort des Blog-Systems erhöht. Nachteil: Die Flut der kleinen Hilfsprogramme macht es schier unmöglich, den Überblick zu behalten. Zudem muss jedes Plugin nach einem Wordpress-Update ebenfalls auf den neuesten Stand gebracht werden, sonst versagt es meist seinen Dienst.

5. Support

Hier liegt eine weitere Stärke von Wordpress: Der hohe Verbreitungsgrad sorgt für eine exzellente Ausgangslage bei Fragen und Problemen. Neben der offiziellen Dokumentation, unzähligen Foren sowie Hilfeseiten im Internet, finden Wordpress-Neulinge auch bei ihrem Buchhändler umfangreiche Unterstützungsangebote. Dutzende von Ratgebern beschäftigen sich mittlerweile mit dem Programm und erklären Kapitel für Kapitel alle Funktionen und Einrichtungsschritte. Ein besser dokumentiertes Blog-System gibt es derzeit wohl nicht. Zomplog ist eines der zahlreichen, weniger bekannten Blog-Programme. Es stammt von dem Niederländer Gerben Schmidt und wird seit mehr als vier Jahren unter seiner Regie weiterentwickelt. Die Stärke von Zomplog ist seine klare und einfache Struktur sowie die niedrige Lernkurve bei der Bedienung. Schmidt sieht hier nach eigener Aussage auch sein Hauptziel: Ein System zu entwerfen, das von jedem Nutzer intuitiv zu bedienen ist und nicht nur Programmierern vorbehalten bleibt. Die in Version 3.9 vorliegende Software ist in Deutsch verfügbar. Darüber hinaus werden Englisch, Niederländisch sowie zahlreiche weitere Sprachen unterstützt.

1. Installation

Für seine korrekte Funktion benötigt Zomplog die Skriptsprache PHP sowie eine MySQL-Datenbank. Die Installation ähnelt der Vorgehensweise in Wordpress: Nach dem Entpacken der archivierten Programmdateien in ein beliebiges Verzeichnis, muss der Nutzer per Editor die Datei "config.php.default" im Ordner "admin" öffnen, seine MySQL-Zugangsdaten eintragen und unter dem neuen Namen "config.php" abspeichern. Anschließend wird das gesamte Programm auf den Webspace hochgeladen und im Browser die Installationsroutine gestartet. Hier werden alle weiteren Einstellungen abgefragt und automatisch vorgenommen. Nach Abschluss aller Konfigurationsschritte empfiehlt es sich zudem aus Sicherheitsgründen, den gesamten Installationsordner "install" vom Server zu löschen.

2. Bedienung

Das Bedienkonzept von Zomplog hält sich strikt an die Devise seines Entwicklers. Das gesamte Menü im Administrationsbereich ist extrem minimalistisch gehalten und beschränkt sich auf vergleichsweise wenige Optionen. Unerfahrende Nutzer werden die einfache Menüstruktur zu schätzen wissen. Wer allerdings bereits mit anderen Blog-Systemen gearbeitet hat, vermisst mit Sicherheit die eine oder andere Einstellungsmöglichkeit. Die Zielgruppe der Software dürfte das jedoch kaum stören. Der eingebaute WYSIWYG-Editor im Word-Stil sorgt zudem schnell für optisch ansprechende Ergebnisse. Auch die Einbindung von Grafik-, Video- und Audiodateien ist kinderleicht.


3. Optik

Zomplog präsentiert sich nach der Einrichtung mit lediglich einer Standardvorlage, die dem Kubrick-Theme von Wordpress ähnelt. Diese ist vollständig mittels des sehr einfachen Editors anpassbar: Per Klick lassen sich etwa die Farben des Hintergrundes ändern, neue Schriftarten und -farben auswählen oder Bilddateien zur individuellen Gestaltung des Blogs hochladen. Kenntnisse in HTML und CSS sind hier definitiv nicht notwendig. Allerdings stößt der Nutzer so schnell an die Grenzen des Machbaren. Als Alternative bleibt aber die Installation weiterer Vorlagen. Leider ist die Auswahl für Zomplog noch sehr beschränkt: So bietet beispielsweise die Entwickler-Homepage gerade einmal sechs Designs zum Download an. Ebenfalls ärgerlich: Die obere Navigationsleiste des Standard-Themes wird bei Verwendung des Internet Explorer 8 falsch dargestellt. In Firefox und Opera ist hingegen alles in Ordnung.

4. Plugins

Die Einbindung von Plugins wird unter Zomplog problemlos unterstützt. Diese lassen sich über die Administrationsoberfläche installieren - eine eingebaute Suchfunktion steht hingegen nicht zur Verfügung. Ohnehin ist aber die knappe Auswahl der Knackpunkt: Nur knapp 20 Plugins finden sich auf der Blog-Website. Zusätzlich gibt es jedoch noch ein paar sogenannte "Mods", die im Gegensatz zu Plugins das Hauptprogramm direkt modifizieren und einige Funktionen nachrüsten.

5. Support

Wer Probleme mit oder Fragen zu Zomplog hat, ist derzeit fast ausschließlich auf das englische Hilfeforum der Homepage angewiesen. Hier beantwortet Gerben Schmidt zwar viele Fragen zu seinem System selbst, allerdings scheint es in den letzten Monaten etwas ruhig geworden zu sein. Die etwas dürftige Zomplog-Dokumentation ist ebenfalls nur in Englisch verfügbar. Einzigartig ist hingegen das "Zomplog Installation Team": Auf Wunsch kann auf der Zomplog-Homepage gegen eine Gebühr ein Techniker gebucht werden, der die komplette Installation und Einrichtung des Systems für den Nutzer übernimmt. Eine E-Mail soll genügen. Die vorgestellten Blog-Systeme haben eine Gemeinsamkeit: Sie erfüllen weitestgehend den Anspruch einfacher Bedienbarkeit und lassen sich relativ leicht installieren, einrichten und administrieren. Darüber hinaus ist die Auswahl von Blog-Software aber auch ein wenig Glaubenssache und Ausdruck persönlicher Vorlieben.

Pro und Contra im Überblick

Im direkten Vergleich zeigen sich dennoch einige Unterschiede zwischen den Programmen. Kurz zusammengefasst: Während Dotclear trotz eines guten Gesamteindrucks an der mangelnden Übersetzung leidet, überfordert Movable Type besonders Anfänger schnell durch zu viele Optionen. Serendipity zeigt hingegen kaum echte Schwächen, verwundert aber durch unsinnige Voreinstellungen. Wordpress überzeugt durch eine riesige Flut an Vorlagen und Plugins, die jedoch auch kaum mehr zu überblicken ist. Zomplog macht durch eine sehr einfache Bedienung auf sich aufmerksam, hat allerdings noch Nachholbedarf im Supportbereich und bietet nur wenig Auswahl bei Themes und Plugins.

Alle fünf Blog-Programme im direkten Vergleich:


Tipp: Live-Demos nutzen

Noch ein Hinweis zum Schluss: Bevor das eigene Blog-Projekt startet, ist es - trotz aller Testberichte - unbedingt empfehlenswert, ausgesuchte Systeme selbst intensiv auf Herz und Nieren zu prüfen. So kann späteren Neuinstallationen oder etwaigen Datenverlusten - verursacht durch einen Wechsel der Software - vorgebeugt werden. Wem die Einrichtung einer Testumgebung für die einzelnen Blog-Programme jedoch zu aufwändig ist, der sollte auf kostenlose Online-Demonstrationen zurückgreifen.

Auf dem Live-Testportal opensourcecms.com sind Hunderte Demos von Content Management Systemen, Blog-Programmen und Foren-Tools verfügbar, die sofort online auf die Probe gestellt werden können. Hier lassen sich die Funktionen jedes Blogs ohne Installation nahezu unbeschränkt ausprobieren - eben so, als liefe das Programm bereits auf dem eigenen Server.

(Christian Wolf)

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