Notebooks

Blick auf die ersten Ivy-Bridge-Ultrabooks

Am Donnerstag lud Intel nach München, um zusammen mit Acer, Asus, Fujitsu, HP, Lenovo, Samsung, Sony, Toshiba und Wortmann die neue Ultrabook-Generation vorzustellen. Wir haben einen Blick auf die ersten Ivy-Bridge-Modelle – wie Toshibas 21:9-Modell – geworfen.

Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com

Mit Vereinbarungen mit Touchscreen-Herstellern, um Lieferengpässe zu vermeiden, einem 300-Millionen-Dollar-Fonds für Design, Hard- und Software sowie Forschungen im Gehäusebereich zur Kostenreduktion will Intel weiter dafür sorgen, dass die eigene Notebook-Marke Ultrabook zum Erfolg wird. Auf der Computex, die in der zweiten Juniwoche in Taiwan stattfand, teilte Intel mit, dass etwa 35 neue Ultrabooks bereitstünden, und kündigte mehr als 110 weitere Ausformungen für das kommende Jahr an. Während berührungsempfindliche Bildschirme und flexible Gehäuse in Convertible-Form erst zu einem späteren Zeitpunkt folgen, zeichnet sich die aktuelle Geräte-Generation zunächst durch neue Prozessoren aus: Intels Ivy Bridge-CPUs. Eingangs stellte der Halbleiterhersteller die Quad-Core-Chips für Desktops und Notebooks vor. Zur Computex folgten die sparsamen Mobilvarianten für Ultrabooks, die Intel am Donnerstag zusammen mit zahlreichen neuen Ultrabooks vor rund 150 Journalisten in München präsentierte. Wir haben uns die Geräte von Acer, Asus, Fujitsu, Toshiba und Wortmann genauer angeschaut.

Ivy Bridge bringt mehr Grafikleistung

Wie die Sandy-Bridge-Ultrabooks werden auch die neuen Exemplare von Dual-Core-Prozessoren mit einer Thermal Design Power von 17 Watt angetrieben. Insgesamt soll die aktuelle und dritte Generation jedoch rund 15 Prozent sparsamer und dabei 22 Prozent schneller rechnen. Als Grafikchip dient allen Ultrabook-Ivys, die am U in der Produktbezeichnung zu erkennen sind, ein Intel 4000 Chip, der gegenüber der Sandy-Bridge-Reihe eine bis zu doppelt so hohe Grafikleistung verspricht. Intel demonstrierte dazu während der Präsentation in München das Spiel Diablo III parallel auf einem Sandy- und einem Ivy-Bridge-Ultrabook. Zwar konnten beide Geräte das Spiel flüssig wiedergeben, der neue Chip ließ jedoch bessere grafische Details erkennen, zum Beispiel bei der Schattendarstellung. Unter Ivy wirkte diese natürlich, bei Sandy eher klötzchenartig.

Eine Leistungssteigerung ist jedoch nicht die einzige Neuerung gegenüber den ersten Ultrabooks. Mit den neuen Core i-Prozessoren erhalten die Laptops einen eingebauten Identitätsschutz für Log-Ins in sozialen Netzwerken und auf Websites wie eBay sowie die Anti-Theft-Technologie. So sollen auch Unternehmenskunden Geschmack am Produkt finden.

USB 3.0 oder Thunderbolt wird Pflicht

Für die neue Ultrabook-Generation gelten bestimmte Kriterien. Werden diese nicht erfüllt, dürfen die Hersteller ihre Laptops nicht entsprechend benennen. Intel sieht eine maximale Höhe von 18 Millimetern (mm) für Ultrabooks kleiner 14 Zoll vor, ab 14 Zoll dürfen die Rechner bis zu 21 mm messen. Die geforderte Mindestakkulaufzeit liegt bei fünf Stunden, angestrebt wird eine Ausdauer ab acht Stunden. Zudem dürfen vom Tiefschlaf bis zur Ansprechbarkeit der Tastatur nicht mehr als sieben Sekunden vergehen (Intel Rapid Start). Neu ist die Verpflichtung zur schnellen Datenübertragung: Mit dem Start der dritten Core i-Generation besteht der Chipriese auf Thunderbolt oder USB 3.0. Eine Gewichtsgrenze ist nicht festgelegt.

Weiter auf Seite 2 und Seite 3: Die neuen Asus Zenbooks, Toshibas 21:9-Ultrabook Satellite U840W und weitere Geräte im Hands-on

Asus brachte zur Veranstaltung in Bayern die neuen Zenbooks mit: Zu sehen gab es sowohl das Zenbook Prime mit IPS-Display und Full-HD-Auflösung unter entspiegelter Oberfläche als auch ein UX32-Zenbook, das wahlweise mit HD- oder Full-HD-Bildschirm und auch mit Grafikkarte und HDD mit zusätzlicher SSD für Intels Rapid Start erhältlich ist. Müssen eine Grafikkarte und eine herkömmliche Festplatte mit ins Gehäuse passen, ist der besonders dünne Schliff nicht mehr machbar; das UX32 läuft demnach vorne nicht so spitz zu wie die letzten Zenbooks und das Prime. Die matten und hochauflösenden IPS-Displays stellen in jedem Fall eine Verbesserung dar, nicht jeder kann sich mit dem Hochglanz-Stil anfreunden. Nachdem Apple seine MacBook Air-Reihe kürzlich auffrischte, ohne Full-HD-Displays einzuführen, sind die Ultrabooks den Rechnern des kalifornischen Herstellers einen Schritt voraus. Das neue MacBook Pro mit Retina-Display spielt mit fast 2.300 Euro preislich in einer anderen Liga. Auffällig bei den Zenbooks ist nach wie vor das steife und stabile Gehäuse, das aus einem Block Aluminium gefräst wurde.

Toshibas Kino-Ultrabook mit 21:9-Taste

Auch das Toshiba Satellite U840W sticht aus der Ultrabook-Masse heraus. Das zur Computex in Taiwan vorgestellte Modell kommt mit einem 21:9-Display mit 1.792x768 Pixeln. Durch die enorm breite Anzeige ist auch das Notebook an sich bezogen auf die Gehäuseform ungewöhnlich. Auf ein Heft im Din-A4-Format gelegt, wäre das U840W deutlich schmaler. Profitieren soll davon in erster Linie die Videowiedergabe, um ohne schwarze Balken Filmfans anzusprechen. Ausgangsmaterial, das nicht in 21:9 vorliegt, kann bei Bedarf in die Breite gezogen werden: Wie uns Toshiba am mitgebrachten Muster zeigte, verfügt der mitgelieferte Toshiba Player über einen Cinema-Button, der 16:9-Streifen – regulär mit schwarzen Balken links und rechts zu sehen – auf 21:9 ausdehnt. Damit Office-Anwendungen oder Websites nicht unnötig Platz verschenken und der Kunde auch abseits der Filmwelt einen Nutzen aus dem Breitformat zieht, liefert der Hersteller eine Split-Screen-Anwendung mit. Das Programm zeigt Software wie Word, den Browser oder Messenger, im passenden Verhältnis nebeneinander an. Neben vordefinierten Rastern lässt sich auch ein frei wählbares Muster verwenden, um mehrere Anwendungen im Blick zu haben. Die Anordnung und Fenstergröße lässt sich über ein kleines Symbol im Windows-Fenster problemlos ändern. Positiv ist uns die matte Oberfläche aufgefallen. Zwar spiegelt der Bildschirm, das Gehäuse ist aber innen und außen gegen Fingerabdrücke geschützt.

Kurz zur Probe hören konnten wir die Harman/Kardon-Lautsprecher, die Toshiba passend zum Kino-Display links und rechts neben der beleuchteten Tastatur verbaut. Über den USB-Port lassen sie sich zudem für MP3-Player verwenden, auch dann, wenn der Laptop ausgeschaltet ist. Die USB-3.0-Ports saßen im Übrigen recht dicht beieinander, sodass ein breiter Stecker oder USB-Stick den Port nebenan teilweise abdecken könnte. Doch Toshiba ist nicht der einzige Hersteller, der die Schnittstellen etwas beengt verbaut. Das Breitbild-Ultrabook soll im Juli auf den Markt kommen und ab etwa 1.200 Euro in verschiedenen Konfigurationen mit Intel Core i5 oder i7, HDD oder SSD zu haben sein.

Etwas beengte Anschlussvielfalt fanden wir auch bei Fujitsu vor. Zur CeBIT im März trat das 14-Zoll-Ultrabook von Fujitsu noch als erstes Muster auf, jetzt ist es beim Hersteller konfigurierbar.

Fujitsus LTE-Ultrabook von der CeBIT ist fertig

Der enorm schmale Display-Rahmen stach bereits beim Prototypen hervor, wie beim Dell XPS 13 sitzt die schwarze Umrandung hinter der Scheibe. Fujitsu spendiert dem Lifebook U772 genannten Laptop einen Fingerabdruckleser, optional UMTS oder LTE und einen Docking-Anschluss, um beim Einsatz am Arbeitsplatz weitere Schnittstellen hinzufügen zu können. Die Preise beginnen bei 999 Euro. Fertig konfigurierte Seriengeräte des 1,4 Kilogramm leichten und 16 mm dünnen Modells sind ebenso geplant, treffen aber erst später im Fujitsu Shop ein.

Acer mit neuen, großen Ultrabooks

Außerdem bekommt das Acer M3 Gesellschaft: Der Anbieter stellte mit dem Aspire Timeline U M5 eine neue Reihe im 14- und 15,6-Zoll-Format vor, die ab Juli ab 799 Euro startet. Im Gegensatz zu den kleineren Ultrabooks warten die Geräte mit einer Grafikkarte (Nvidia GeForce GT 640M) und einem optischen Laufwerk auf, eingebaut hat Acer ferner eine beleuchtete Tastatur. Als Prozessor dient jeweils ein Intel Core i5-3317U mit 1,7 Gigahertz. Ungewöhnlich: Der Großteil der Anschlüsse befindet sich auf der Rückseite, jedoch nicht wie beim Aspire S5 hinter einer ausfahrbaren Klappe. Lediglich ein Kopfhöreranschluss und ein Kartenleser sind an der Seite zugänglich.

Wortmann Ultrabook 1450

Der deutsche Hersteller Wortmann zeigte schließlich das Ivy-Exemplar Terra Mobile Ultrabook 1450 mit Intel Core i5, das in etwa sechs bis acht Wochen im Fachhandel eintreffen soll. Der Preis beträgt 799 Euro, dafür erhält der Kunde 4 Gigabyte (GB) RAM, eine 500-GB-HDD, eine SSD mit 64 GB, Gigabit LAN, WLAN und Bluetooth. Neben zwei USB-2.0-Ports sind USB 3.0, HDMI und VGA verbaut. Das 14-Zoll-Display mit 1.366x768 Bildpunkten ist entspiegelt. Den Deckel lässt der Anbieter aus Aluminium fertigen, lediglich im oberen Bereich, in dem sich die Antennen verbergen, wird Kunststoff verwendet. Eine Tastaturbeleuchtung gibt es nicht, da Wortmann das Gehäuse vom aktuellen Sandy-Bridge-Ultrabook übernommen hat, sei dafür kein Platz gewesen, sagte Wortmann.

30 Touchscreen-Ultrabooks in Arbeit

Als nächstes stehen dann Touchscreens auf dem Plan. Wie Intel Anfang Juni mitteilte, sind derzeit 30 touch-basierte Ultrabooks in Arbeit, von denen 10 Exemplare als Convertible-Notebook erscheinen werden. Sie sollen noch in diesem Jahr erhältlich sein. In München zeigte der Hersteller ebenfalls ein Touch-Modell. Das Muster-Notebook lief mit einer Vorabversion von Windows 8 und integrierte GPS sowie einen Neigungssensor zur Steuerung von Spielen, den Intel auch in Aktion zeigte. Weitere Ultrabooks sind zur IFA zu erwarten, die am 31. August in Berlin startet. Erst für 2013 angesetzt sind Ultrabooks mit Haswell-CPU, die aktuellen Erwartungen nach bis zu zehn Tage im Connected Standby verweilen können. In diesem Modus rufen die Ultrabooks E-Mails und Status-Updates aus sozialen Netzwerken ab, die dann nach dem Aufwachen bereitstehen.

Die technischen Details zu den einzelnen Laptops und weitere Ultrabooks sind auf unserer Ultrabook-Seite abrufbar.

(Saskia Brintrup)

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