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BITKOM: LTE bereits für 13 Millionen Haushalte

Der LTE-Ausbau in Deutschland kommt voran. Laut einer Umfrage des Hightech-Verbands BITKOM bei den Mobilfunknetzbetreibern sind derzeit bundesweit rund 3.000 LTE-Basisstationen in Betrieb. Bis zum Jahresende soll LTE in rund 300 Städten verfügbar sein.

Smartphone© goodluz / Fotolia.com

Mobile Endgeräte wie Smartphones und Tablet-PCs halten in immer mehr deutsche Haushalte Einzug. Auch weil die mobilen Breitbandnetze immer weiter ausgebaut werden. Der Hightech-Verband BITKOM veröffentlichte nun aktuelles Zahlenmaterial auf Basis einer Umfrage bei den Mobilfunknetzbetreibern. Demnach können hierzulande bereits rund 13 Millionen Haushalte den neuen Mobilfunkstandard Long Term Evolution (LTE) nutzen. LTE ermöglicht derzeit Bandbreiten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) im Download. Mobiles Internet per UMTS ist für rund 85 Prozent der deutschen Haushalte zugänglich.

Rund 3.000 LTE-Basisstationen bundesweit

Bislang haben die Netzbetreiber bundesweit rund 3.000 LTE-Basisstationen in Betrieb genommen. Allerdings nutzen derzeit erst rund 150.000 Kunden den neuen Mobilfunkstandard. Die mobile Breitbandversorgung erfolgte aufgrund von Auflagen der Bundesnetzagentur zunächst in ländlichen Regionen. Immer mehr Bundesländer sind nahezu flächendeckend mit Breitband versorgt. Mitte März meldete Niedersachsen als achtes Bundesland die Erfüllung der Auflagen beim LTE-Ausbau. Zuvor war dies bereits in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, NRW, Rheinland-Pfalz, Saarland und Schleswig-Holstein gelungen.

"Nach der Versorgung des ländlichen Raums wird jetzt der LTE-Ausbau in den größeren Städten fortgesetzt", erläutert BITKOM-Präsident Dieter Kempf. Bereits begonnen hat der Ausbau in Düsseldorf, Köln, Frankfurt am Main, München und Berlin. Bis zum Jahresende soll LTE in rund 300 Städten verfügbar sein, rund die Hälfte aller Haushalte in Deutschland soll dann technisch Zugriff auf LTE erhalten. Die Verbraucher sollen von einer erheblichen Verbesserung der Breitband-Versorgung profitieren.

LTE-Endgeräte erobern den Markt - LTE Advanced bringt Highspeed von bis zu 1 Gbit/s

Für die Mobilfunknetzbetreiber waren die im Mai 2010 ersteigerten LTE-Frequenzen mit insgesamt 4,4 Milliarden Euro vergleichsweise günstig. Im Jahr 2000 hatte die Netzagentur UMTS-Frequenzen im Wert von 51 Milliarden Euro versteigert. "Die geringeren Aufwendungen für die LTE-Lizenzen ermöglichen den Anbietern höhere Investitionen in die Nachrüstung bestehender Infrastruktur auf LTE, um die Übertragung zu beschleunigen und das wachsende Datenvolumen zu bewältigen", so Kempf. Bis 2015 werden laut BITKOM zwischen 8 und 10 Milliarden Euro in den LTE-Ausbau investiert. Die Umrüstung der vorhandenen Infrastruktur kann relativ kostengünstig erfolgen. Endgeräte zur Nutzung der neuen Mobilfunktechnologie kommen nach und nach auf den Markt. Nach entsprechend ausgestatteten Modems und LTE-Sticks für PCs und Tablet-Computer folgen nun die ersten LTE-Smartphones beispielsweise von Samsung und Nokia.

Die neue Technik ist gerade erst am Start, da kündigt sich bereits der nächste Technologiesprung heran: Der Standard LTE-Advanced erlaubt mobile Downloads mit bis zu 1 Gigabit pro Sekunde. Ähnlich wie bei den Kabelnetzbetreibern bei Einführung von EuroDOCSIS 3.0 lässt sich vorhandene Technik weiter nutzen: LTE-Basisstationen sind per Software-Update aufrüstbar und lassen sich für höhere Geschwindigkeiten fit machen. Allerdings geht der BITKOM davon aus, dass der Ausbau von LTE-Advanced erst in vier bis fünf Jahren starten wird.

Über den aktuellen Stand des LTE-Ausbaus geben die drei Mobilfunknetzbetreiber Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica Germany jeweils online auf ihren Webseiten Auskunft.

(Jörg Schamberg)

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