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BITKOM: Festnetz verliert nur langsam an Bedeutung

Jeder Bundesbürger telefonierte im vergangenen Jahr durchschnittlich 60 Stunden jährlich, zwei Drittel davon entfielen weiterhin auf Festnetz-Telefonie. Dennoch sieht der Hightech-Verband BITKOM eine wachsende Bedeutung des Mobilfunks.

SMS schreiben© Andres Rodriguez / Fotolia.com

Mobiles Telefonieren liegt im Trend, die Bedeutung der Festnetz-Telefonie geht langsam aber stetig zurück. Im vergangenen Jahr sank die Summe aller in Deutschland aus dem Festnetz abgehenden Gesprächsminuten laut einer Schätzung der Bundesnetzagentur um 2 Prozent auf 191 Milliarden. "Noch steht das Festnetz in Deutschland für zwei Drittel der Gesprächszeit", kommentiert Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer des Hightech-Verbandes BITKOM die Zahlen. "Dank technologischer Innovationen, steigender Mobilität und günstiger Tarife wird der Mobilfunk aber auch in der Sprachtelefonie an Bedeutung gewinnen", so Rohleder weiter.

Deutsche telefonieren rund 60 Stunden jährlich

Im Schnitt telefonierte jeder Bundesbürger im vergangenen Jahr 60 Stunden, rund 39 Stunden entfielen dabei auf Festnetz-Telefonate. Mit berücksichtigt wurden hier auch Telefonate aus den noch rund 100.000 öffentlichen Telefonzellen. Verbindungen in Mobilfunknetze sowie zu Mehrwertdiensten wie 0180er-Rufnummern wurden nicht erfasst. Die Zahl der aus dem Mobilfunknetzen abgehenden Gesprächsminuten steigerte sich von 2009 auf 2010 um rund 10 Prozent.

Im europäischen Vergleich verläuft der Rückgang der Festnetztelefonie hierzulande jedoch recht langsam, Deutschland rangiert hier auf den hinteren Plätzen. Nur 12 Prozent der deutschen Haushalte telefonieren ausschließlich mit dem Handy und verzichten komplett auf das Festnetz. Dagegen nutzen mehr als die Hälfte der Festnetzkunden günstige Kombiprodukte mit Flatrates für Internet und Telefonie.

Wandel im Festnetz: Mehr Telefonie über IP-basierte Dienste, DSL und Kabel

Zugleich ist aber auch innerhalb des Festnetzes ein Wandel zu beobachten. An die Stelle des klassischen Festnetzes mit analogen Anschlüssen oder ISDN tritt immer mehr die Telefonie über DSL- oder die Kabelfernsehnetze sowie über IP-basierte Dienste. Lag der Anteil der über IP-Telefondienste abgewickelten Gesprächsminuten 2009 erst bei 18 Prozent, stieg dieser 2010 bereits auf 21 Prozent. "Wir rechnen in den nächsten Jahren mit einem fortlaufenden Anstieg der IP-basierten Netzdienste, besonders im Neukundengeschäft", erläutert Rohleder.

(Jörg Schamberg)

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