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Base X: Ein Tarif, viele (unterschiedliche) Preise

Bei Base ist ab Freitag die neue Tarif-Idee Base X zu haben. Drei Tarife, die regional nicht nur unterschiedlich viel kosten können, sondern auch mit mal mehr, mal weniger Inklusivvolumina angeboten werden. "Mobilfunk wird zum Handelsprodukt", meint Konzernchef Thorsten Dirks.

Handy Telefonat© Yuri Arcurs / Fotolia.com

Die E-Plus Gruppe erfindet (wieder einmal) den Mobilfunk in Deutschland neu. Nachdem in den vergangenen Wochen neue Allnet-Flat-Tarife a la Yourfone für Aufsehen sorgten, wird ab Freitag bei Base eine neue Ära eingeläutet. Ergänzend zu den bestehenden Base-Tarifen wird eine Plattform mit dem vorläufigen Namen Base X gestartet, auf der im Rahmen einer mehrmonatigen Testphase drei Tarifpakete erhältlich sein werden. Die Besonderheit: es handelt sich um Pakete, die regional zu unterschiedlichen Preisen und mit unterschiedlichen Inklusivvolumina angeboten werden können. "Das gab es im Mobilfunk in Deutschland bisher noch nicht", sagte E-Plus-Chef Thorsten Dirks am Donnerstag in Berlin und ergänzt: "Mobilfunk wird mit Base X zu einem Handelsprodukt."

Tarife mit unverbindlicher Preisempfehlung

Die Idee der E-Plus-Manager ist nach rund einem Jahr Entwicklungszeit, nicht etwa alle deutschen Mobilfunknutzer mit dem neuen Angebot anzusprechen, sondern nur eine ganz bestimmte Zielgruppe. Zum Beispiel Studenten, die für ein Auslandssemester nach Deutschland kommen oder Eltern, die ihre Kinder vorsichtig mit dem Mobilfunk vertraut machen möchten. Ein Personalausweis wird von E-Plus nicht gefordert, auf einen möglichen Schufa-Eintrag wird ebenso wenig geachtet. Die zur Auswahl stehenden Tarifpakete müssen während der Testphase in der Standardausführung für einen Zeitraum von sechs Monaten im Voraus bezahlt werden und verlängern sich im Anschluss automatisch um einen weiteren Monat. Vorausgesetzt, es wurde zusätzliches Guthaben aufgeladen und der Vertrag nicht gekündigt.

Drei Tarife stehen zur Auswahl

Das Internet Paket beinhaltet für 60 Euro ein halbes Jahr lang unbegrenzten Zugang zum mobilen Internet im E-Plus-Netz. Dabei stehen für jeweils 30 Tage 500 Megabyte HSDPA-Volumen mit bis zu 7,2 Megabit pro Sekunde im Downstream zur Verfügung. Wer mehr im Internet surft, wird für den restlichen Abrechnungszeitraum auf 56 Kilobit pro Sekunde ausgebremst. Im Anschluss an die ersten sechs Monate werden bei ausreichend Guthaben monatlich 10 Euro berechnet.

Wer hingegen in erster Linie telefonieren und SMS schreiben möchte, kann sich für das Paket Sprach & SMS Paket entscheiden. Es kostet einmalig für sechs Monate 90 Euro und beinhaltet jeden Monat unbegrenzt viele Telefonate im E-Plus-Netz, 100 Minuten für Telefonate in Fremdnetze und eine SMS-Flatrate in alle deutschen Mobilfunknetze. Ab dem siebten Monat werden 15 Euro pro 30 Tage fällig.

Als drittes Angebot hält E-Plus das Komplett Paket bereit, dass für einmalig 120 Euro für ein halbes Jahr angeboten wird. In diesem Preis sind die Leistungen des Sprach und SMS Paket inklusive und es gibt on top eine Handy Internet Flat mit 200 Megabyte HSDPA-Volumen. Ab dem siebten Nutzungsmonat berechnet Base dafür einen Preis von 20 Euro.

Die Idee, Mobilfunktarife einzuführen, deren Grundgebühr sich wie der Preis einer Jeans oder eines Flugtickets von Shop zu Shop unterscheiden kann, ist innovativ und mutig zugleich. Denn E-Plus riskiert mit dem neuen Konzept unzufriedene Kunden, wenn diese feststellen, dass sie für gleiche Leistung einen möglicherweise höheren Preis bezahlen müssen. Von Stadt zu Stadt ist ein Rabatt von bis zu 30 Prozent möglich, hieß es am Donnerstag in Berlin. Protestwellen über das Internet sind zumindest nicht auszuschließen.

Alle Gedankenspiele sind erlaubt

Im Rahmen der kommenden Wochen will E-Plus das neue Tarifkonzept zusammen mit den eigenen Kunden testen und über neue Medien wie den Base Blog, Facebook oder Twitter diskutieren. In diesem Zusammenhang soll nicht nur herausgefunden werden, welche Leistungen Base X in Zukunft abdecken sollte, sondern auch ein finaler Name für die Plattform gefunden werden. In einem weiteren Schritt soll darüber nachgedacht werden, wie Base X in Zukunft erweitert werden kann. Denkbar ist zum Beispiel dass die Tarife in Verbindung mit einer Dauerkarte eines Fußballvereins, mit einem Jahresabonnement eines Nahverkehrsbetriebs oder zusammen mit einer Musik-Flatrate wie zum Beispiel Spotify angeboten werden. Final entschieden ist bisher noch nichts. Alles sei möglich, sagt Dirks. Denkbar ist auch, dass künftig Pakete zu haben sein werden, die eine kürzere Mindestlaufzeit als sechs Monate haben.

Der E-Plus-Chef ist von der Idee, frischen Wind in den deutschen Mobilfunkmarkt zu bringen, überzeugt. "Viele Dinge, die wir in der Vergangenheit gemacht haben, waren ein Erfolg. Zum Beispiel die Einführung unserer Discount-Marke simyo." E-Plus sei sicher nicht perfekt und man habe bestimmt auch einige Fehler gemacht. Augenscheinlich verfolgt man in Düsseldorf aber eine Strategie nach dem Motto "wer nicht wagt, der nicht gewinnt". Entsprechend deutlich fallen auch die Worte von Dirks aus: "Es ist Zeit für eine andere Art der Innovation."

Konkret glaubt man bei E-Plus etwa 10 Prozent des Marktes, das entspreche etwa sechs bis acht Millionen Kunden, mit der neuen Base X-Plattform ansprechen zu können. Immer wieder wurde während des Pressegesprächs darauf verwiesen, dass man sich bewusst nicht für einen Tarif entschieden habe, der alle Kunden gleichermaßen adressiere. Zu bestellen ist der Tarif ab Freitag in den rund 380 Base-Shops in ganz Deutschland.

Base X ist eine Trägerrakete für Innovationen der Zukunft

Kunden werden wahlweise per Hotline, über das Internet oder über spezielle Apps auf Basis von Android bzw. iOS jederzeit die Möglichkeit haben, Optionen zu ihrem gewählten Grundtarif zuzubuchen. Beschlossen sei bereits die Einführung einer Option für mobiles Internet im EU-Ausland. Bezahlt wird wahlweise per Lastschrift, Kreditkarte oder im Prepaidverfahren. In den kommenden Monaten ist eine kontinuierliche Weiterentwicklung angedacht. E-Plus-Chef Dirks drückte es am Donnerstag mit folgenden Worten aus: "Base X ist die Trägerrakete für das, was wir in den kommenden Monaten noch alles machen wollen." Man darf zweifelsohne gespannt sein - auch auf die Reaktionen der Kundschaft.

(Hayo Lücke)

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