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Aus für "skobbler"-Navi: Android-App eingestellt

Bisher war die Navigation-App der Berliner skobbler GmbH sowohl für iOS als auch Android erhältlich. Nun wird die Entwicklung für das Google-Betriebssystem allerdings eingestellt - aus wirtschaftlichen Gründen.

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Eine Navigations-App gehört heute auf den meisten Smartphones zur Standardausstattung – entweder in Form einer kostenfreien Basisvariante à la Google Navigation oder als Kaufversion von Anbietern wie Garmin (Navigon MobileNavigator), Bosch (Bosch Navigation D-A-CH) oder ALK technologies (CoPilot Live Premium). Auch die Berliner skobbler GmbH gilt vielen iPhone-Nutzern nicht erst mit Veröffentlichung der jüngsten Version "GPS Navigation 2" als Synonym für eine Routenführung mit ihrem Gerät. Noch erfolgreicher war die skobbler-App allerdings auf der Android-Plattform. Und dennoch wird die Entwicklung für das Google-Betriebssystem nun eingestellt, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Die App ist im Android Market nicht mehr erhältlich.

"Refinanzierung unter Android nicht möglich"

Als Begründung führten die Macher vor allem wirtschaftliche Gründe an. Eine Weiterentwicklung von "skobbler Navigation" ergebe angesichts der auf Android-Smartphones bereits vorinstallierten Google-Navigationslösung keinen Sinn mehr. "Um dort wettbewerbsfähig sein zu können, müssten wir schon ein Produkt analog zu unserer iOS-App GPS Navigation 2 für Android entwickeln, welches auch offline bzw. hybrid funktioniert. Dies wäre mit einem ganz erheblichen Entwicklungsaufwand verbunden, der durch die bereits große Fragmentierung von Google Android Geräten zusätzlich erhöht wird", erklärte skobbler-Mitgründer und –Sprecher Marcus Thielking auf dem hauseigenen Blog.

Da kostenpflichtige Android-Apps in Deutschland allerdings auf vergleichsweise wenig Interesse stießen, könne man ein solches Projekt auf der Google-Plattform mittelfristig nicht gewinnbringend umsetzen. Während etwa die erfolgreichste Bezahl-App für das iPhone bisher bereits mehr als 2 Millionen Mal heruntergeladen worden sei, habe der aktuelle Android-Spitzenreiter insgesamt lediglich 60.000 Käufer gefunden, so skobbler unter Berufung auf eine entsprechende Erhebung des Online-Magazins "mobile zeitgeist". Demnach summieren sich die Download-Zahlen der 25 erfolgreichsten Kauf-Apps unter Android gerade einmal auf insgesamt 600.000 – gegenüber mehr als 22 Millionen Abrufen ihrer iOS-Pendants.

Nichtsdestotrotz sei der Schritt nicht als völliger Abkehr zu verstehen. Android bleibe für skobbler eine zentrale Entwicklungsplattform, die weiter intensiv beobachtet werde. "Wir schließen auch in keinem Fall aus, dass wir zu einem späteren Zeitpunkt erneut mit einer entsprechend 'ausgerüsteten' Navi-App angreifen", so Thielking. Zunächst wolle man den Fokus aber auf die Weiterentwicklung der Kartentechnologie legen und sich vor allem Kundenprojekten widmen. Eine Rückkehr zu Android werde dann aktuell, wenn sich auf der Google-Plattform neue Umsatzperspektiven ergäben.

(Christian Wolf)

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