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Aspire 1825PTZ im Schlagabtausch mit dem iPad

Zwei Geräte, zwölf Runden: das Apple iPad gegen das Acer Aspire 1825PTZ; ein Convertible zum ähnlichen Preis mit Tastatur. Welches Tablet schneidet wann besser ab?

Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com

Den großen, schweren PC für den Arbeitsplatz, das Notebook als Zweit-PC zum Mitnehmen und für den schnellen Internet- und Medienkonsum auf der Couch das Tablet mit Touchscreen – hier konstruiert und erkämpft sich aktuell das iPad von Apple (Test) seinen Platz am Markt. Den Zeitpunkt hat Apple gut gewählt: Die Nutzer sind durch genügend Smartphones einerseits bereits an Touchscreens gewöhnt und haben andererseits bislang nur wenige Alternativen zum iPad, wie zum Beispiel die Convertibles. Ein interessantes Gerät aus dieser Sparte ist das Acer Aspire 1825PTZ; ein 11,6-Zoll-Subnotebook zum iPad-ähnlichen Preis. Nachdem wir schon mit der Apple Tafel auf dem Sofa gesessen haben, musste nun das flexible Subnotebook mit ins Wohnzimmer und sich einem Vergleich über zwölf Runden stellen. Das Ergebnis gibt es nach 12 Disziplinen, bei denen jeweils 0 bis 3 Punkte abgesahnt werden konnten. 3 von 3 stehen für eine vollständig zufriedenstellende Leistung, 2 von 3 für eine überwiegend gute Performance, 1 Punkt von 3 bescheinigt immerhin Ansätze, 0 Punkte nur noch das Versagen.

Runde 1: Optik, Verarbeitung und Maße

Fangen wir bei der Optik und den Maßen an. Apples iPad hat mit rund 243x190x13 Millimetern (mm) in etwa die Ausmaße eines 3er-Packs DIN A5-Hefte. Auch wenn das Acer Aspire 1825PTZ mit 285x209x29 bis 35 mm ebenfalls schlank ist, mag sich der ultraflache Schiefertafel-Look des iPad auch nach dem Umklappen zum Tablet nicht einstellen. Die Verarbeitung ist zwar gut, beim iPad aber besser. Durch das Drehgelenk fehlt es dem Aspire 1825PTZ ein bisschen an Stabilität und ob sich dies durch das ewige Rotieren nicht weiter verschlimmert, muss der Langzeitbetrieb zeigen. Unpraktisch ist zudem der Schwerpunkt. Klappt man das Display im Notebook-Betrieb zu weit nach hinten, droht das Gerät umzukippen. Mit seiner Materialkombination - Aluminium und Glas – gewinnt Apple ebenfalls.
(Punkte: Acer: 2 / Apple: 3)

Runde 2: Mobilität und Ausdauer

Zum Thema Maße gehört auch das Gewicht, das wiederum die Mobilität ins Spiel bringt. Je nach Ausstattung, ob mit oder ohne UMTS-Modul, wiegt das iPad nur 680 oder 730 Gramm, das Acer Aspire ist mit 1,72 Kilogramm mehr als doppelt so schwer und führt im Tablet-Modus deutlich früher zu langen Armen. Bei der Akkulaufzeit gewinnt das iPad ebenfalls. Auch wenn wir sie nicht mit dem Tool "Battery Eater" bemessen konnten, das bei den Notebook-Testberichten zum Einsatz kommt, hielt das iPad noch etwas länger durch als der Convertible-PC von Acer. Das iPad bringt es im Betrieb auf rund 10 Stunden, beim Aspire Subnotebook haben wir 9,5 Stunden als maximalen Wert gemessen. Da sich dieser aber auf reines Lesen am Bildschirm bezieht, liegt ein praxisnaher Wert bei fordernder Nutzung und hellerem Display darunter - bei etwa 5 Stunden.
(Punkte: Acer: 2 / Apple: 3)

Runde 3: Display

Nun zum Display: Der Multitouch-Bildschirm des iPad erstreckt sich auf 9,7 Zoll mit 1.024x768 Bildpunkten. Für die Wiedergabe von High Definition Videos reichen die Pixel nicht aus, bildqualitativ haut das vom iMac (Test) bekannte IPS-Panel aber vom Hocker. IPS gibt es beim Acer Aspire 1825PTZ nicht, dafür aber mehr Pixel und mehr Zoll: 1.366x768 durch LEDs beleuchtete Bildpunkte reihen sich auf 11,6 Zoll nebeneinander. Für HD-Unterstützung ist also gesorgt, die Farbwiedergabe und die Helligkeit sind ebenfalls gut. Insgesamt siegt beim Display aber knapp das iPad, der knackigen IPS-Optik sei Dank.

Die fehlende Entspiegelung kann dem iPad auch nicht mehr den Pluspunkt aus der Tabelle radieren, denn auch Acer hat sich für eine Hochglanz-Oberfläche entschieden. Die Vor- und Nachteile dürften bekannt sein. Im Freien und bei sonnigem Wetter wird der Einsatz zur Tortur für die Augen und mit jeder Berührung des Bildschirms kommt ein neuer Fingerabdruck hinzu. Das iPad sah nach ein paar Tagen Nutzung zwar noch verschmierter aus als das Convertible, das mag aber auch am subjektiven Empfinden oder der Tatsache liegen, dass man bei Acer auf die Tasten ausweichen kann. Putzen muss der Nutzer bei beiden Geräten. Bei Acer auch außen, dort glänzt und spiegelt es zusätzlich.
(Punkte: Acer: 2 / Apple: 3)

Ein Tablet-PC lässt sich normalerweise nicht nur mit den Fingern, sondern vielmehr präzise mit einem Stift bedienen. So wird auch das kleinste X im Windows-Fenster sicher getroffen und das Repertoire mit Features wie handschriftliche Notizen und Zeichnungen aufgewertet. Das Aspire 1825PTZ mit seinem kapazitiven Touchscreen ist hingegen auf die Fingersteuerung ausgelegt, ein Stift ist weder im Lieferumfang enthalten noch als Zubehörteil bei Acer zu bestellen.

Runde 4: Touch-Bedienung

An sich ist das nicht weiter schlimm, schließlich ist der Bildschirm recht groß, Windows 7 auch für den Touch-Betrieb geeignet und die Steuerung genau. Dennoch haben wir uns immer wieder einen Stift gewünscht, wenn beispielsweise ein kleines Symbol in einem Optionsmenü nicht getroffen werden wollte. Das iPad hingegen versammelt seine Programme und Einstellmöglichkeiten mit großen Symbolen und ist natürlich komplett auf die Berührung optimiert. Ein knapper Sieg für Apple. Das Zoomen mit zwei Fingern und schnelles Scrollen durch ellenlange Websites machen auf beiden Geräten Spaß.
(Punkte: Acer: 2 / Apple: 3)

Runde 5: Rotation

Besonders gut funktioniert beim iPad der Bewegungssensor, aber auch das Convertible von Acer dreht den Bildschirminhalt, sobald das Notebook von hochkant auf quer oder umgekehrt rotiert. So nahtlos und flott wie bei Apple klappt es nicht, sondern erst nach einigen Gedenksekunden. Ein Einsatz zur Steuerung von Spielen ist undenkbar. Daher gewinnt auch dieses Teil-Match das iPad.
(Punkte: Acer: 1 / Apple: 3)

Runde 6: Texteingabe

Anders sieht es bei der einblendbaren Tastatur aus. Auch wenn viele über die von Windows mitgelieferten Touch-Tools meckern, hat uns das Tippen auf der Windows Bildschirmtastatur besser gefallen als auf der des iPad. Dem Sound-Feedback bei Apple (lässt sich deaktivieren) steht der deutliche Vorteil des herkömmlichen Tasten-Layouts durch Windows gegenüber. Um einen Umlaut oder ein Sonderzeichen einzugeben, muss nicht erst umständlich überall gesucht werden und echtes 10-Finger-Schreiben ist schon eher möglich als bei Apple. Der Nachteil: Die Tastatur dockt zwar auf Wunsch automatisch an und erkennt, wann sie gebraucht wird, ist aber etwas starr. Wer zwischen Browser und Texteingabe wechselt, wird von der überlagernden Tastatur genervt und muss sie entweder verkleinern oder schließen. Das beim Acer Convertible zusätzlich vorhandene Tastenbrett, das auch für sich genommen sehr gut abschneidet, bekräftigt aber das Urteil zugunsten von Acer.
(Punkte: Acer: 3 / Apple: 1)

Runde 7: Hardware

Auch den nächsten Punkt kann das 2-in-1-Gerät des Herstellers aus Taiwan für sich beanspruchen. Vergleicht man die verbaute Hardware beider Tablets, geht das Aspire 1825PTZ in der Ausführung 414G32n mit seinem Intel Dual-Core-Prozessor Pentium SU4100 mit 1,3 Gigahertz (GHz), 4 Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher und einer 320-GB-Festplatte als klarer Sieger hervor. Im iPad stecken lediglich ein Single-Core-Prozessor mit 1,0 GHz und bis zu 64 GB Speicherplatz. Wie viel RAM tatsächlich hinter der Glasscheibe sitzt, hat Apple nicht offiziell verraten.
(Punkte: Acer: 3 / Apple: 1)

Runde 8: Geschwindigkeit

Beim 1825PTZ wird auch echtes Multitasking nicht zum Problem, schnellen Flashspeicher wie beim iPad gibt es aber nicht. Insgesamt teilt sich der Prüfbereich Geschwindigkeit somit in zwei Teile. Klarer Performance-Sieger beim Computing ist Acer, dafür kommen bei Apple spontane Nutzer eher auf ihre Kosten. Vom Geistesblitz mit Griff zum ausgeschalteten Gerät bis zum Surfen im Browser vergingen beim iPad nur knapp 20 Sekunden, beim Acer Convertible sind es fast eineinhalb Minuten. Einen Linux-Beschleuniger (wie beispielsweise das Asus ExpressGate) bietet das 1825PTZ nicht. Fazit: Unentschieden.
(Punkte: Acer: 2 / Apple: 2)

Runde 9: Die Schnittstellen: Eigentlich könnte man den Schnittstellen-Check beim Lesen überspringen – sollte man aber nicht. Dass das iPad standardmäßig lediglich einen Dock-Anschluss sowie Schnittstellen für ein Mikrofon und einen Kopfhörer gefrühstückt hat, dürfte sich herumgesprochen haben. Acer lässt hingegen drei USB-Ports, einen Kartenleser für verschiedene Speicherkarten-Formate, D-Sub und sogar HDMI auf seine Konkurrenz niederprasseln. UMTS-Varianten bieten beide Hersteller an, das Acer Gerät hat den Vorteil, den Zugang zum mobilen Internet alternativ per USB-UMTS-Stick nachrüsten zu können.
(Punkte: Acer: 3 / Apple: 1)

Runde 10: Software

Die Hauptgegner sind Windows 7 und das iPhone OS, außerdem misst sich die Vielfalt der für Windows gratis erhältlichen Programme mit der Fülle an kostenpflichtigen Apps, aber auch dem iTunes-Zwang beim iPad. Ein direkter Vergleich wäre wie der zwischen Äpfel und Birnen: Möchte ich Apps und eine Integration in den Apple-Kosmos, gewinnt das iPad, möchte ich Notebook-Funktionalität und Flash-Unterstützung, natürlich das Acer Aspire.
(Punkte: Acer: 3 / Apple: 2)

Runde 11: Nutzen / Alltagstauglichkeit

Der Allround-Nutzen ist bei Acers Aspire 1825PTZ Convertible klar größer, nur in den speziellen Fällen, für die das iPad auch konstruiert wurde, hat es die Nase vorn. Hierzu gehören zum Beispiel die kurze Recherche im Internet oder die spontane Unterhaltung. Als E-Book-Reader taugen beide nur bedingt: Mit der Anwendung iBooks soll das iPad zwar zum Lesegerät werden, kämpft aber - im Vergleich zur Konkurrenz Kindle - (noch) mit einem kleineren Bücherangebot. Comics und Magazine profitieren trotzdem eher vom knackigen Bild und den interaktiven Fähigkeiten des iPad. Ein Windows-Convertible wie das 1825PTZ kann auch ohne Umweg über E-Mail oder iTunes PDF-Bücher anzeigen, lässt aber die Funktionen eines klassischen E-Book-Readers vermissen. Außerdem ist es viel zu schwer und wird auch nach einiger Zeit zu warm, um es bequem als Buch zu nutzen. Die starken Spiegelungen trüben bei beiden Geräten die Freude am Lesen.
(Punkte: Acer: 3 / Apple: 2)

Runde 12: Preis/Leistung und Endergebnis

Festzuhalten bleibt, dass das Apple iPad insgesamt einen deutlich stärkeren Wow-Effekt hat, cooler aussieht, leichter ist und sich beim Touchscreen noch ausgereifter und flüssiger zeigt. Das muss es aber auch, eine vollwertige Tastatur gibt es schließlich nur als teures Zubehörteil zum Anstecken. Wer das iPad als Zusatzgerät für neue Nutzungsszenarien akzeptiert, wird seine Freude daran haben. Wer auch ein Gerät zum gelegentlichen Arbeiten sucht, beim iPad Notebook-Funktionen vermisst und kein Geld für Apps ausgeben möchte, greift lieber zum Acer Convertible. In der von uns ausprobierten Variante 1825PTZ-414G32n mit Windows 7 Home Premium 64-bit ist es je nach Farbe (schwarz, rot, blau) ab etwa 550 Euro zu haben, das günstigste iPad ohne UMTS und mit 16 GB Speicher gibt es für 499 Euro. Im Preis-Leistungsvergleich überstrahlt Acer den Apfelkonzern.
(Punkte: Acer: 3 / Apple: 1)

(Saskia Brintrup)

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