Der Kanzler vorm Rechner, Counter-Strike auf dem Bildschirm und eine Flatrate im Modem - das ist die rosarote Vision vom SPD-Vertreter in der Onlinekosten-Chat-Reihe zur Wahl. Nur, ob Jörg Tauss bloß für sich oder für die gesamte SPD sprach, wurde nicht ganz klar. Seine Gegenspieler lauern auch in der eigenen Partei.
Mit Spannung wurde schließlich erwartet, wie ein Regierungsvertreter die Möglichkeiten der Regulierungsbehörde gegenüber der Deutschen Telekom (ab Seite 2) oder den drohenden Verbot von Ego-Shootern (ab Seite 12) bewertet. Schließlich hat Tauss die Untätigkeiten der letzten vier Jahre mitzuverantworten.
Nach Meinung der Redaktion konnte Jörg Tauss ähnlich viele Sympathiepunkte wie Hans-Joachim Otto (FDP) im Onlinekosten-Chat einfahren. Während Otto aber noch mit Inhalten überzeugen konnte, wurde in diesem Chat anerkannt, dass Tauss selbst schon Counter-Strike gespielt hat. Über die inhaltlichen Lücken kann dies aber nicht hinwegtäuschen. Markus Söder (CSU) hatte sich mit einem Bekenntnis zum Verbot des Ego-Shooters gänzlich in die Nesseln gesetzt.
Jörg Tauss ist Beauftragter für Neue Medien der SPD-Bundestagsfraktion und Abgeordneter seit 1994. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Bildung, Forschung und Neue Medien. Gerne verweist er auch auf seine Website www.tauss.de.