Nach einem verheerenden Brand in einem Pekinger Internet-Café haben die Behörden sämtliche Internet-Cafés der chinesischen Hauptstadt vorläufig geschlossen. Erst nach Sicherheits-Checks werde über die weitere Öffnung der Läden entschieden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua. Bei dem Brand im Universitätsviertel waren am Morgen 24 Menschen getötet und 13 weitere verletzt worden. Derzeit gibt es etwa 2400 Cyber-Cafés in Peking, 2200 davon operieren illegal.
Das Feuer brach nach Angaben der Agentur gegen drei Uhr morgens in einem kleinen Haus im Universitätsviertel Haidian im Norden Pekings aus. Die Feuerwehr hatte es nach etwa einer Stunde gelöscht. Die meisten Opfer waren einem Augenzeugen zufolge Geologiestudenten aus der nahegelegenen Universität. Zur Brandursache wurden zunächst keine Angaben gemacht. Ein Angestellter einer Internet-Firma sagte, in dem erst vor kurzem eröffneten Café hätten sich oft bis zu hundert Menschen aufgehalten und es habe nur einen Ausgang gegeben.
Internet-Cafés sind in China äußerst beliebt. Das weltweite Datennetz verschafft den Chinesen eine bislang nie dagewesene Informationsfreiheit. Die Regierung versucht daher, den Zugang zum Web zu beschränken. Im vergangenen Monat wurden neue Vorschriften erlassen, die die Nutzung des Internets durch Jugendliche limitieren. Kinder dürfen demnach keine Internet-Cafés betreten, zwischen dem Alter von 16 und 18 Jahren haben Jugendliche nur während der Schulpausen Zutritt. In China gab es Ende vergangenen Jahres 33,7 Millionen Internet-Nutzer, ein Anstieg um 49,8 Prozent gegenüber dem Jahr 2000.
Mangelnde Sicherheitsvorkehrungen führen in China immer wieder zu schweren Bränden. Erst am 9. Juni waren bei einem Feuer im Südwesten des Landes acht Schüler ums Leben gekommen. Im April starben sieben Menschen, als ein siebenstöckiges Gebäude in Südchina brannte. Bei einem Feuer in einer Diskothek im Landesinneren waren im Dezember 2000 insgesamt 309 Menschen getötet worden.
Tobias Capangil
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