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Donnerstag, 17.01.2002 10:52

Liberty: Chancen beim Kabel-Einstieg nicht gestiegen

aus den Bereichen Breitband, Sonstiges
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Die Aufgabe der Beteiligungspläne am PayTV-Sender Premiere World haben die Chancen für eine Genehmigung des milliardenschweren Kabelnetzkaufs durch Liberty Media offenbar nicht erhöht. "An unseren Bedenken hat sich nichts geändert", sagte Kartellamtschef Ulf Böge der "Berliner Zeitung". Die Übernahme der sechs Kabelgesellschaften der Deutschen Telekom mit rund zehn Millionen Kunden sei ein "völlig getrenntes Verfahren". Liberty hatte am Mittwoch seinen Antrag auf Übernahme von 22 Prozent an dem Kirch-Sender Premiere World zurückgezogen.

Das Bundeskartellamt sieht die von Liberty gewünschte Doppelrolle als Kabelnetzbetreiber und Inhalteanbieter kritisch, die in dieser Größenordnung einmalig auf dem deutschen Markt wäre. Die parallel beantragte Anteilsübernahme an dem Bezahlfernsehen Premiere World schuf deshalb zusätzliche Probleme. Deshalb wurde die Aufgabe der Beteiligungspläne als Entgegenkommen gegenüber den Bonner Wettbewerbshütern interpretiert. Das Bundeskartellamt will bis zum 28. Februar entscheiden, ob der Kabelnetz-Kauf genehmigt wird.

Der Direktor der Medienanstalt Berlin-Brandenburg, Hans Hege, sah in der Aufgabe der Premiere-Pläne durch Liberty einen taktischen Schachzug, um ein Verbot der Kabel-Übernahme durch die Behörde zu verhindern. "Das gehört zur Dramaturgie im Kartellverfahren", sagte er der Zeitung. Liberty könne auch durch eine Kooperation mit Kirch sein Ziel erreichen, Alleinvermarkter von Pay-TV-Angeboten in Deutschland zu werden.

Peter Giesecke / afp
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