Freitag, 31.08.2001 16:34

IFA: UMTS: Zukunftsvision oder reelle Möglichkeit? (Teil 1)

aus den Bereichen Mobilfunk, Sonstiges

Anzeige
UMTS, die neue Übertragungstechnik für mobile Kommunikation der Zukunft, geisterte auf der diesjährigen IFA als Schlagwort durch alle Hallen der Telekommunikationsanbieter. Nur noch übertrumpft von mhp und DVD der Consumer Electronic, prognostizierten die großen Netzbetreiber eine neuen Mobilität: besser, schneller und moderner soll das Telefonieren mit UMTS werden. Die geplanten Starts rücken jedoch näher und die von der Regierung gesetzten Fristen kommen in greifbare Nähe. Grund genug für uns, die drei größten Mobilfunkanbieter T-Mobil, D2-Vodafone und E-Plus nach dem aktuellen Stand und dem geplanten Start ihres eigenen UMTS-Service zu befragen.

T-Mobile hält an Plänen fest

Mit einem NEC-Prototyp kann im Technisch-Wissenschaftlichen-Forum (Halle 5.3) der IFA am T-Mobile-Stand ein Inlandsgespräch geführt werden – über UMTS. Für die IFA wurde eine UMTS-Netzzelle über das Berliner Messegelände gelegt, um den Besuchern die neue Technik vorführen zu können. Tatsächlich klappte auch der Verbindungsaufbau tadellos und die Sprachqualität war hervorragend.

T-Mobile will definitiv an den eigenen Plänen festhalten. Ab 2003 soll mit der Vermarktung von UMTS begonnen werden. Die vom Regulierer für 2005 geplante Versorgung von 50 Prozent der Bevölkerung will die Mobilfunksparte der Telekom schon ein Jahr früher, also 2004, erreichen, wie René Obermann, Vorstand der European Operations and Group Synergies bei T-Mobile, mitteilte. Beim Netzaufbau setze T-Mobile ganz deutlich auf Kooperationen. So soll mit der Mobilfunktochter der British Telecom, BT Wireless, soweit es der Regulierer zulässt, beim Aufbau der Netze zusammengearbeitet werden.

Datenübertragung am D2-Stand

Auch am Stand von D2-Vodafone konnte man ein UMTS-Gespräch im Inland führen. Hier wurde der gleiche NEC-Prototyp – anscheinend das einzig wirklich funktionierende UMTS-Handy – verwendet. Doch auch eine Live-Datenübertragung wurde demonstriert. Die Übertragungsrate lag jedoch erst bei 9,6 kbit/Sec, was eine relativ schlechte Bildqualität des übertragenen Videostroms nach sich zog.

"So schnell wie möglich" will D2 laut Unternehmenssprecherin Amelie Döbele mit UMTS starten. Geplant sei der Start 2002 – was jedoch genau dort geplant sei, darauf wollte man nicht näher eingehen. Voraussetzung sei allerdings, dass die Endgeräte bis dorthin zu Verfügung stehen würde. Mit Hochdruck arbeite D2 an den ersten Anwendungen wie Live-Schaltungen, UMTS-TV und Audiostreaming. Die meisten Inhalte wolle man selbst entwickeln, aber auch Contentpartnern den Zugang zum eigenen Netz erlauben.

D2 begrüße es laut Frau Döbel, dass die Lizenzbestimmungen für UMTS nicht im nachhinein geändert wurde. Ein Net-Sharing sei jedoch nicht vorgesehen. Die Kunden würden UMTS wollen, denn UMTS sei die Zukunft, erklärte Frau Döbele überzeugt. Es wird ein Markt werden, denn UMTS und die Anwendungen würden vom Kunden gewünscht werden. Dabei wird für jeden etwas dabei sein – zu erschwinglichen Preisen.

E-Plus ist offen für Partnerschaften

Auch E-Plus will an den Zeitplänen des Regulierers festhalten und bis 2003 25 Prozent der Bevölkerung mit UMTS versorgen. Bis 2005 sollen 50 Prozent der Bevölkerung die Möglichkeit haben, UMTS zu nutzen. Im Moment gäbe es laut E-Plus-Sprecherin Christiane Kohlmann aber einfach noch zuviel Verunsicherung beim Nutzer. Er fragt sich, wofür er denn UMTS brauche, wenn er schon GPRS nicht genutzt hat.

Der Wettbewerb müsse sich daher auf einer Inhaltsebene und nicht auf einer Technikeben abspielen. Genau aus diesem Grund begrüße E-Plus Net-Sharing und Kooperationen. Im Moment würden schon Gespräche mit einigen anderen Anbietern geführt, eine konkrete Aussage könne man jedoch noch nicht treffen. Hier liegt auch der Knackpunkt, warum man über den endgültigen Preis noch nichts sagen kann – alles befindet sich noch in einem Entwicklungsprozess.

Nicht viel neues also von den Netzbetreibern, die ihre Kunden immer noch auf später vertrösten und in Kooperationsgesprächen vertieft sind. Lesen Sie übermorgen im zweiten Teil unseres Berichts über UMTS, was auf der Podiumsdiskussion des VATM mit dem Thema "UMTS – eine (zu) große Herausforderung (?)" von unabhängigen Beobachtern zum Thema UMTS vorgebracht wurde.

Sven Wagenhöfer
Kommentieren (Neuen Kommentar verfassen):
Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert.
 Suche

Speedcheck
Zum Glück DSL verfügbar, mit großer Vorfreude bestellt und nun trotzdem enttäuscht? Gleich DSL Speedcheck machen.
Langsamer als versprochen? Dann im großen Flatrate Vergleich alle günstigen DSL Tarife anschauen und schnell wechseln.
Viele Angebote haben neben einer Telefonflatrate auch einen WLAN DSL Router inklusive.
Video on Demand
Trotz Kabel digital oder IPTV nix Interessantes gefunden?
Abhilfe schafft Video on Demand.
Per Download oder Videostream über das DSL Kabel kommen aktuelle Filme und Serien direkt nach Hause.
Webhosting
Sie kennen sich im Webhosting bisher überhaupt nicht aus? Sie können mit Whois und DNS Server nichts anfangen?
Sie wissen nicht, was eine Firewall oder ein Cluster bewirkt? Und Sie haben auch noch nie von Small Business Server oder Switch gehört?
Dann einfach unsere Hintergrundseiten zum Thema nutzen. Wir erklären Ihnen die wichtigsten Begriffe - kurz und verständlich.
© 1999-2012 onlinekosten.de GmbH :: Datenschutz :: Impressum :: Presse :: Jobs