Fällt die Frage nach einen alternativen Netzbetreiber neben der Deutschen Telekom, der ebenso Spachtelefonie und Internetzugang anbietet, so nennt ein Großteil Arcor. Mit knapp 50.000 km eigenem Netz gehört Arcor inzwischen zu einem der ganz großen Mitbewerber der Telekom und lockt Kunden mit einem frischen, jugendlichen Image, das sich ganz von dem des rosa Riesen unterscheidet. Wir befragten einen Arcor-Sprecher auf dem IFA-Stand in Halle 1.2b nach der aktuellen Marktlage und der Telekom-Politik.
onlinekosten.de Wie viele Städte hat Arcor inzwischen für seinen Netzzugang erschlossen?
Arcor Wir bieten in über 100 Städten einen ISDN Anschluss an. Knapp 50 Städte können schon über Arcor-DSL surfen. Ist noch kein DSL-Anschluss verfügbar, so rüsten wir den Standort meist innerhalb von zwei bis drei Monaten auf.
onlinekosten.de Planen Sie noch eine Vergrößerung Ihres Einzugsgebietes?
Arcor Auf jeden Fall werden wir auch noch in weiteren Gebieten das Arcor-Netz installieren. Dabei konzentrieren wir uns jedoch nicht nur auf die Großstädte wie zum Beispiel München, sondern auch auf die Großräume. So kann zum Beispiel auch im Umland von München ein Arcor-Anschluss bestellt werden.
onlinekosten.de Viele neue DSL-Anbieter drängen auf den Markt. Hier sei nur als Beispiel QSC zu nennen – sind schon Kunden dahin abgewandert, sind diese Anbieter für Sie spürbar?
Arcor Nein, gerade QSC ist nicht spürbar für uns. Nach wie vor ist das Interesse an einem Arcor-DSL-Anschluss groß, auch viele Kunden der Telekom migrieren zu uns.
onlinekosten.de Von überall her wird die Telekom aufgrund ihrer Preispolitik kritisiert. Sind die Telekom-Preise zu hoch?
Arcor Gerade im Bereich der letzten Meile sind die Telekom-Preise unrealistisch. Bei unserem Partner NetCologne erhalten wir den Zugang zum Kunden für knapp 15 Mark. Bei der Telekom müssen immer noch knapp 24 Mark bezahlt werden.
onlinekosten.de Vielen Dank für das informative Gespräch.
o.tel.o und die Regulierungsbehörde
Auf der Arcor-Pressekonferenz nahm Vorstandsvorsitzender Harald Stöber Stellung zu der o.tel.o-Migration und der Regulierungsbehörde. So sei der Abschied von Namen o.tel.o nur aus Marktwirtschaftlichen Gründen erfolgt. Markendifferenzierungen innerhalb eines Hauses seien aufgrund des Preisniveaus nur schwer möglich in der Telekommunikation. Allein schon für Werbung wurde jährlich 40 Millionen Euro in o.tel.o investiert – ein Betrag, der nicht wieder doppelt erwirtschaftet werden könne.
Mit der Arbeit der Regulierungsbehörde für Post und Telekommunikation (RegTP) scheint Arcor nicht zufrieden zu sein. Stöber meint, ein "starker, unabhängiger Regulierer mit klaren Blick auf die Kräfteverhältnisse" sei heute mehr gefordert denn je. Es bestünde dringender Handlungsbedarf, da die Telekom die Auflagen des Regulierers mit allen Mitteln aushebeln würde. Mit dem "Happy Digits" Programm versuche die Telekom, die Preisregulierung zu unterlaufen und die Wettbewerbsentfaltung zu behindern. Hier hätte nach Ansicht von Stöber der Regulierer eine klare Absage erteilen müssen.