Montag, 27.08.2001 15:55

IFA: Von T-Visionen, T-Mobile-Marken und Contentkosten

aus den Bereichen ISDN/Analog, Mobilfunk, Sonstiges

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"Die Zeit, in der es Content im Internet 'for free' gab, nähert sich ihrem Ende zu." Deutliche Worte von Kai-Uwe Ricke, Vorstand von T-Mobile und T-Online. Ganz deutlich stellt er damit die Strategie heraus, die der magenta Riese in Zukunft mit seinen Töchtern verfolgen will. Die bisher hauptsächlich als Technikanbieter auftretenden Firmen sollen in Zukunft den Kunden durch attraktive Inhalte auf die Seiten locken und damit Geld verdienen – vom Technik- zum Contentanbieter.

Noch in diesem Jahr wird zum Beispiel der Dienst T-Motion durch ein "plus" Angebot (das uns an einen anderen großen Provider erinnert) ergänzt, das allerdings kostenpflichtig sein wird. Die ABO-Struktur soll verändert und ein "Pay-per-Event"-Angebot im Markt etabliert werden. Diese Billing. Systeme plant T-Mobileinnerhalb der nächsten 12 bis 18 Monate implementieren zu können.

Europäische Synergien und UMTS

Die Telekom will ein einheitliches Bild und eine Weltmarke bieten. Deshalb sollen die weltweit verstreuten Einzelunternehmen mit eigenen Namen bis Ende 2002 unter "T-Mobile" mitdem jeweiligen Länderzusatz arbeiten. Aus T-Mobil würde hier beispielsweise T-Mobile-Deutschland, aus Voicestream T-Mobile-US. Doch auch die Zusammenschaltung der Netze soll – so weit möglich und finanziell rentabel – weiter voran getrieben werden, wie René Obermann, Vorstand der European Operations and Group Synergies der T-Mobile International AG, erklärte.

Dies führt für den Kunden zu vielen neuen praktischen Dienstleistungen. So bietet T-Mobile zusammen mit maxmobil in Österreich das "seamless handover" an. Beim Eintritt in eine Funkzelle des jeweils anderen Anbieters wird das laufende Gespräch dann nicht mehr unterbrochen. Doch auch andere Vorteile wie gleichbleibende Kurzwahlnummern, zum Beispiel für die Mailbox, sind bei T-Mobil fest eingeplant. Dies wird allerdings nicht zu Preisnachlässen im International Roaming führen.

AOL finanziert Dauersurfer

Nicht viel neues konnte Burkhard Graßmann, Vorstand Marketing und Vertrieb bei T-Online, verkünden. Sowohl die T-Online Software 4.0 als auch der T-Online-Messenger TOM sind schon vor einigen Wochen beziehungsweise Monaten aufgetaucht. Interessant bei der Software ist der T-Online-Browser, der den Surfer länger auf den Seiten und damit am Content von T-Online halten soll. Anscheinend hat man sich hier ein großes Beispiel an AOL genommen, macht der amerikanische Onlinedienst doch seine Einnahmen hauptsächlich am eigenen Content.

AOL griff Herr Graßmann auch vehement an. T-Online sei keinesfalls der "Bremser der Internetentwicklung in Deutschland". Nach AOL Angaben surfe der durchschnittliche Surfer in den USA 30 Stunden pro Monat im Internet. Für diesen Nutzungszeitraum seien, so Graßmann, sowohl der T-Online-Surftime-30-Tarif als auch marktgängige Internet-by-Call-Tarife billiger. Bei gleichem Nutzungsverhalten würde ein deutscher Nutzer nur die Hälfte dessen zahlen, was ein Amerikaner zahlt. AOL finanziere also auf Kosten der Normalverbraucher die – von T-Online anscheinend sehr verhassten – Dauersurfer.

Sven Wagenhöfer
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