Wieder einmal sind Rechnungen für de-Domains in Umlauf, die weder von der offiziellen Vergabestelle Deutsches Network Information Center (DENIC) noch von einem Provider stammen. Und zum dritten Mal ist die so genannte "Zentrale zur Registrierung Deutscher Web-Domains GmbH" (ZRW) dafür verantwortlich.

Für den jährlichen Betrag von 369 Mark verspricht die Firma lediglich die Aufnahme in eine ZRW-Datenbank - ein nutzloser Dienst für de-Domain-Inhaber. Denn die Erreichbarkeit der eigenen Domain ist nie gefährdet - ob man nun zahlt oder nicht. Einige Provider und abgemahnte Domainbesitzer haben bereits Klage eigereicht.
Anzeige
| ||
Im Gegensatz zu den Schreiben aus dem Juli wird nun auf die eigenen AGB und eine Aufstellung der Leistungen hingewiesen. Offensichtlich versucht die ZRW den Klägern juristisch etwas Wind aus den Segeln zu nehmen. Aber auch wenn bei genauem Lesen klar ist, dass das Angebot sich um eine Luftnummer handelt, wird der eine oder andere Empfänger in aller Schnelle den Unterschied nicht bemerken - und zahlen.
Den Betrugsvorwurf werden diese Beschönigungen wohl kaum ausräumen können. Und angesichts drohender Gerichtsverfahren ist dies Vorgehen eine enorme Dreistigkeit. Zurecht fragt man sich, warum die Justiz dem noch nicht Einhalt geboten hat.
Offen ist auch nach wie vor, nach welchem Muster sich die ZRW die Domainbesitzer aussucht. Ein Leser hat uns berichtet, dass er nur für eine Domain ein Schreiben erhalten hat, obwohl er 20 sein eigen nennt. Mit genau dieser Domain ist er aber im Handelsregister eingetragen und hat kürzlich den Provider gewechselt.


