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Freitag, 27.07.2001 02:08

Infineon streicht nach Verlusten 5000 Stellen

aus dem Bereich Sonstiges
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Wegen des Einbruchs an den internationalen Halbleitermärkten und hohen Verlusten streicht der Chiphersteller Infineon weltweit 5000 Stellen. Etwa 15 Prozent aller Arbeitsplätze bei dem Unternehmen seien betroffen, teilte das Unternehmen in München mit. Zudem plant Infineon Kurzarbeit. "Wir können nicht ausschließen, dass auch im Inland Stellen wegfallen", sagte ein Firmensprecher. Die IG Metall Bayern warf Unternehmenschef Ulrich Schumacher eine "unsolide Geschäftspolitik" vor und drohte mit Protesten.

Nach Gewerkschaftsangaben soll vor allem in der Firmenzentrale in München der Rotstift angesetzt werden. "Wir wissen, dass die Zentrale besonders betroffen sein wird", sagte Wolfgang Müller von der IG-Metall Bayern. Dort gehe es "um rund 20 Prozent der 5000 bis 6000 Beschäftigten". In den Werken in Regensburg und Bayern müssten eher weniger als 15 Prozent der Belegschaft um ihren Job fürchten. Für das Werk in Dresden lägen der Gewerkschaft noch keine Angaben vor.

Anfang des Jahres hätten laut Müller die Arbeitnehmervertreter darauf gedrungen, für eine mögliche weitere Verschlechterung der Marktlage ein Krisen-Szenario zu erstellen. Dies sei von Schumacher abgelehnt worden. Das Unternehmen habe stattdessen 500 Mitarbeiter eingestellt, die nun teilweise wieder ihre Kündigung erhalten hätten.

Infineon will mit dem Personalabbau und weiteren Kostensenkungen etwa eine Milliarde Euro (1,95 Milliarden Mark) in den nächsten zwölf bis 18 Monaten einsparen. Ein konkreter Plan werde derzeit erarbeitet, sagte ein Infineon-Sprecher.

Infineon hatte am Montag einen Verlust für das abgelaufene Quartal von 598 Millionen Euro (1,17 Milliarden Mark) bekannt gegeben, sich aber noch nicht zu möglichen Stellenstreichungen geäußert. Nun verwies Firmenchef Schumacher darauf, dass der weltweite Halbleitermarkt im laufenden Kalenderjahr voraussichtlich um schätzungweise 60 Milliarden Dollar einbrechen werde.

Nachdem sich "nach wie vor keine erkennbare Erholung am Halbleitermarkt" abzeichne, habe der Aufsichtsrat am Mittwoch "zusätzliche und umfangreiche Einschnitte" beschlossen. "Wir bedauern, dass ein Sparprogramm in dieser Dimension immer auch weltweiten Stellenabbau bedingt. Die dramatischen Marktentwicklungen und unsere daraus resultierende Geschäftslage lassen uns jedoch keine Wahl."

Infineon plant umfangreiche Kostensenkungen
- Unternehmens-Information
Ergebnisse des 3. Quartals
- Mitteilung von Infineon (englisch)
Der Kurs der Infineon-Aktie
- Website der Deutschen Börse
Roland Silberschmidt /
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