Freitag, 06.07.2001 09:58

Marconi zieht Europas High-Tech-Aktien nach unten

aus dem Bereich Sonstiges

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Mit einer massiven Gewinnwarnung hat der britische Telefon-Ausrüster Marconi einen Kursrutsch bei den High-Tech-Werten in Europa ausgelöst. Am härtesten betroffen war die Marconi-Aktie selbst, die in London innerhalb weniger Handelsminuten mehr als die Hälfte an Wert verlor. In Frankfurt am Main gab vor allem der Neue Markt deutlich nach; gegen 16.00 Uhr stand der Leitindex NEMAX 50 bei 1287 Punkten knapp 4,8 Prozent im Minus.

Die zum FTSE-Index der 100 wichtigsten Londoner Aktien zählende Marconi-Aktie stürzte um 52,3 Prozent auf 1,1675 Pfund Sterling (um 3,79 Mark/1,94 Euro). Gegenüber dem Höchststand vom vergangenen Jahr bedeutete dies einen Wertverfall um mehr als 90 Prozent für den viertgrößten Netzwerkausrüster der Welt.

Am Mittwoch war die Marconi-Aktie den ganzen Tag vom Aktienhandel ausgesetzt gewesen. Dieser ungewöhnlich lange Schritt hatte die Finanzwelt irritiert. Die Firma teilte dann zunächst mit, dass der niederländische Elektronikkonzern Philips die Marconi-Medizingeräte-Sparte für 1,1 Milliarden Dollar (rund 2,5 Milliarden Mark) kaufen werde. Erst am späten Abend folgte die Ankündigung, der Betriebsgewinn des unter anderem auf Glasfaber-Kabel und Internet-Breitband spezialisierten Unternehmens werde im laufenden Geschäftsjahr um 50 Prozent einbrechen.

In Paris rutschte die Aktie des Telekom-Ausrüsters Alcatel zunächst um fast zehn Prozent ab, bevor sich die Verluste etwas begrenzten. "So eine Nachricht kann die Branchenwerte nur abstürzen lassen", sagte Analyst Jean-Pierre Gérémy von der Börsenfirma Wargny. Die Marconi-Führung hatte zuvor monatelang betont, ihr Unternehmen könne der Verlangsamung des Wirtschaftswachstums besser widerstehen als die nordamerikanischen Konkurrenten Cisco, Lucent und Nortel.

Wegen der geringeren Gewinnerwartung will Marconi weitere 4000 Stellen streichen. Erst im Mai hatte der 1999 ausgegründete und lange als Leuchtturm der High-Tech-Wirtschaft geltende Konzern den Wegfall von 3000 Arbeitsplätzen bekannt gegeben.

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Roland Silberschmidt /
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