Mittwoch, 23.05.2001 14:01

Sorge um SMS-Viren unbegründet

aus dem Bereich Mobilfunk

Immer wieder hat es Meldungen gegeben, SMS-Nachrichten seien im Umlauf, die das Handy zerstören. Dass es sich dabei immer nur um einen Hoax, eine frei erfundene Spaß-Warnung, gehandelt hat, war schnell klar: Es wurden einfach keine defekten Handys gesichtet. Als kürzlich aber einige Nokia-Besitzer das Mailbox-Symbol auf ihrem Display sahen, bekamen sie es mit der Angst zu tun.

Unsicherheit herrscht nun, wieweit Kurznachrichten Zugriff auf das Handy nehmen können. Klingeltöne und Logos können über SMS installiert werden. Ebenso kann der WAP-Zugang eingerichtet oder das Handy-Menü aus der Ferne erweitert werden. Dennoch sind den SMS-Nachrichten technische Grenzen gesetzt, die ein noch so findiger Tüftler nicht überschreiten kann. SMS-Viren wird es daher vorerst nicht geben (können) - auch keine Trojaner, wie onlinekosten.de irrtümlich berichtet hat.

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Die Viren-Schlupflöcher werden gerade entwickelt

Doch die Zukunft wird genau das bringen. Mit der technischen Aufrüstung der Handys werden auch die Schlupflöcher entstehen, durch die die ersten Handy-Viren eindringen können. Eine erste Schwachstelle ist, dass die Handys zu vollwertigen Organizern bzw. Minicomputern aufgerüstet werden, wofür ein eigenes Betriebssystem an Bord genommen wird. Egal ob es Windows CE, Symbian oder PalmOS heißt, absolute Sicherheit wird es dann nicht mehr geben.

Eine zweite Schwachstelle könnte die SIM-Karte sein. Um mobile Geschäfte möglichst sicher zu machen, wird die SIM-Karte mit allerlei Sicherheitsfunktionen zur WIM-Karte ausgebaut (wireless identification module). Um komplizierte Verschlüsselungsverfahren einzusetzen, muss die WIM-Karte aber auch eine eigene Recheneinheit integriert haben. Diese Hürde dürfte allerdings nur schwer zu knacken sein. Wer sich einen Tresor anschafft, muss damit rechnen, dass bei ihm eingebrochen wird. Den Tresor zu knacken, dürfte den meisten Einbrechern dann aber doch nicht leicht fallen.

Es darf also Entwarnung gegeben werden. Vorerst sind die Handys vor Viren sicher. Dass mal ein unbekanntes Symbol im Display auftaucht oder das Logo ausgewechselt wird, ist keine Gefahr für das Handy. Doch spätestens wenn der Zugriff auf E-mails per Handy zum Alltag wird, sollte man sich auch um die Sicherheit des Telefons Gedanken machen.

Peter Giesecke
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