Der Münchner Chiphersteller Infineon kauft die US-Netzwerkfirma Catamaran Communications für 250 Millionen Dollar (rund 540 Millionen Mark) in Aktien und weitet damit seine Geschäftsfelder aus. Mit dem am Montag bekannt gegebenen Schritt verfügt Infineon nach Angaben von Firmenchef Ulrich Schumacher künftig über eine führende Position bei schnellen Karten für optische Netzwerke "mit Datennraten von 40 Gigabit je Sekunde und mehr".
Catamaran Communications sei führend bei der Entwicklung integrierter Schaltkreise für Hochgeschwindigkeits-Netze. Die Übernahme ist der größte Zukauf für Infineon seit dem Börsengang der Siemens-Tochter im März vergangenen Jahres. Die Infineon-Aktie legte nach der Ankündigung deutlich zu: Sie kletterte zunächst gut zwei Euro auf 49,05 Euro (95,93 Mark) und stand am frühen Montagnachmittag bei 48,75 Euro noch 3,8 Prozent im Plus.
Durch die Übernahme der im kalifornischen Silicon Valley ansässigen Catamaran Communications könne Infineon künftig weltweit als erster Hersteller komplette so genannte Line-Card-Lösungen mit 40 Gigabit je Sekunde anbieten, erklärte das Unternehmen. Schumacher betonte, dem Markt von integrierten Schaltkreisen für optische Netzwerke würden in den kommenden vier Jahren Zuwächse von 45 Prozent pro Jahr vorausgesagt.
Catamaran wurde im November 1999 von dem Inder Venkat Vankayalapati gegründet, der weiterhin Technikvorstand der Firma ist. Das Entwicklungsunternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern hat bislang keine eigene Fertigung. Infineon macht einen Großteil seiner Geschäfte im als sehr unbeständig geltenden Markt für Speicherbausteine vor allem mit so genannten DRAMs. Die DRAM-Preise hatten in den vergangenen Monaten mit der abgeschwächten Computer-Nachfrage weltweit nachgegeben.
Peter Giesecke
/ afp