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Dienstag, 29.01.2013 23:07

Amazon setzt auf riskante Wachstumsstrategie: Gewinn sinkt weiter

aus dem Bereich Sonstiges

Der weltgrößte Online-Einzelhändler Amazon ist über Weihnachten noch ein gutes Stück größer geworden. Das Geschäft florierte, doch die Gewinne schrumpften wegen hoher Investitionen. Die Anleger scheinen aber überzeugt, dass die Rechnung am Ende aufgeht.

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Niedrige Gewinnmargen und hohe Investitionen

Amazon erkauft sich sein schnelles Wachstum weiterhin mit dünnen Gewinnen. Der weltgrößte Einzelhändler verdiente im Schlussquartal mit dem wichtigen Weihnachtsgeschäft unterm Strich 97 Millionen Dollar (72 Millionen Euro) und damit nur etwa halb so viel wie im Vorjahreszeitraum. Dabei war der Umsatz um 22 Prozent auf 21,2 Milliarden Dollar gestiegen, wie Amazon am Dienstag nach Börsenschluss mitteilte.

Amazon fährt eine riskante Wachstumsstrategie: Günstige Preise, ein schneller und oft kostenloser Versand sowie neue Produkte sollen die Kunden anlocken. Das sichert Marktanteile gegenüber anderen Onlinehändlern und setzt die Konkurrenz mit ihren Läden vor Ort unter Druck. Gleichzeitig bekommt Amazon wegen der hohen Investitionen etwa in neue Logistikzentren sowie der mageren Gewinnspannen bei vielen Artikeln aber kaum etwas heraus.

Es ist eine Wette auf die Zukunft, die Firmenchef Jeff Bezos eingeht. Und sie zahlt sich in Teilen schon heute aus. So war Amazon eine treibende Kraft hinter elektronischen Büchern. "Wir sehen nun den Wandel, den wir erwartet haben", erklärte Bezos am Sitz in Seattle. "E-Books sind eine Multimilliarden-Dollar-Kategorie für uns und sie wächst schnell - etwa 70 Prozent im vergangenen Jahr." Gleichzeitig sei das Wachstum bei den gedruckten Büchern zuletzt so schwach gewesen wie noch nie. Trotz des dünnen Gewinns waren die Anleger begeistert. Sie freuten sich vor allem darüber, dass Amazons operativer Gewinn deutlich höher lag als erwartet. Nachbörslich stieg die Amazon-Aktie um satte 9 Prozent.

Kindle Fire HD ist Verkaufsschlager

Wie schnell Amazon sich ausbreitet, zeigt auch die Zahl der Mitarbeiter. Sie stieg dank zahlreicher Neueröffnungen von Versandzentren binnen eines Jahres um 57 Prozent auf 88.400 Festangestellte. Dabei sind noch nicht einmal Saisonkräfte hinzugerechnet, die Amazon etwa zu Weihnachten beschäftigt. Amazon fährt zweigleisig: Auf der einen Seite ist das Unternehmen ein klassischer Onlinehändler. Auf der anderen Seite entwickelt sich Amazon immer mehr zu einem Anbieter von Inhalten. Ein drittes Standbein sind Internetservices wie Cloud-Dienste.

Verkaufsschlager war der Tablet-Computer Kindle Fire HD mit hochauflösendem Bildschirm. Amazon hatte das Gerät rechtzeitig vor Weihnachten herausgebracht. Es ist für den Handelskonzern die ideale Plattform, um seine Bücher, Filme oder Musik aus dem eigenen Onlineladen an die Kunden zu bringen. An den Geräten selbst verdient Amazon kaum etwas. Sie sind günstiger als ein Apple iPad.

Auch der Rivale eBay hatte rund um Weihnachten kräftig zugelegt. Treibende Kraft war hier einmal mehr die Bezahltochter PayPal, aber auch der eBay-Marktplatz lockte deutlich mehr Kunden an. Dabei tritt eBay allerdings nicht selbst als Verkäufer auf, sondern lebt von Gebühren für Geschäfte, die über seine Plattform abgewickelt werden.

Jörg Schamberg / dpa
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