Die am Dienstag von der Deutschen Telekom beantragte Erhöhung des TAL-Entgelts auf 12,37 Euro (netto) hat in der Branche, wie erwartet, für erheblichen Wirbel gesorgt. Heftige Kritik kam vom Branchenverband VATM, der eine höhere monatliche Miete für die Nutzung der Teilnehmeranschlussleitung als "Gift für den Breitbandausbau" bezeichnete. Auch Vodafone kritisierte die geplante TAL-Erhöhung und forderte stattdessen eine Absenkung des Entgelts. In das gleiche Horn bläst nun auch der BREKO-Verband, in dem unter anderem Wettbewerber wie Versatel und Telefónica Deutschland vertreten sind.
Anzeige
| ||
BREKO: Telekom öffnet Büchse der Pandora
Die Telekom setze nach dem im Dezember eingereichten Antrag zur "monopolistischen" Nutzung der Vectoring-Technologie nun "noch einen oben drauf". Von den rund zehn Millionen von der Telekom angebotenen Teilnehmeranschlussleitungen werden laut BREKO allein über 6,5 Millionen Leitungen von Unternehmen des Verbandes genutzt. "Unsere Mitgliedsunternehmen setzen alles daran, die sehr teuren Hochleistungsnetze schnellstmöglich auszubauen – vor allem in den ländlichen Regionen. Und nun versucht der Bonner Konzern erneut, uns mit überzogenen Mietpreisen für die letzte Meile daran zu hindern", kritisiert BREKO-Präsident Ralf Kleint.
"Mit der Mieterhöhung öffnet die Deutsche Telekom erneut die "Büchse der Pandora": durch die beantragte Erhöhung müssten die Wettbewerber künftig eine viertel Milliarde Euro mehr pro Jahr an die Telekom überweisen und das bei gleicher Leistung und seit Jahren miserabler Bereitstellungsqualität", rechnet Kleint vor.
Gutachten sieht Spielraum für drastische Absenkung der TAL-Entgelte
Durch die Anhebung der TAL-Monatsmiete vom Hauptverteiler auf 14,72 Euro brutto bzw. 12,37 Euro netto sowie auf 10,47 Euro brutto (8,80 Euro netto) für die kürzere TAL vom Kabelverzweiger würden "alle Investitionsanreize für die Wettbewerber verloren" gehen. Durch die TAL-Erhöhung fehle den alternativen Carriern künftig die Gelder für den Glasfaserausbau gerade in ländlichen Regionen. "Der Infrastrukturwettbewerb in Deutschland ist damit massiv gefährdet" befürchtet auch BREKO-Geschäftsführer Stephan Albers. Der BREKO führt ein Gutachten an, laut dem das TAL-Entgelt nach den Vorgaben des Telekommunikationsgesetzes eigentlich auf 6,94 Euro monatlich gesenkt werden müsste. Auch die Miete für die KVz-TAL könnte sich demnach auf 4,24 Euro verringern. Im nun anstehenden Regulierungsverfahren will sich der BREKO-Verband für eine Absenkung der TAL-Miete einsetzen.


