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Dienstag, 22.01.2013 16:21

AVM kritisiert Position der Netzagentur zum Routerzwang

aus den Bereichen Breitband, Sonstiges

Aktuelle WLAN-Router sind mittlerweile wahre Multifunktions-Talente, die längst mehr können als kabellos einen Internetzugang zur Verfügung zu stellen. Die Geräte dienen je nach genutztem Modell beispielsweise auch als DECT-Basisstation, als NAS-Speicher, Media-Server oder zur "Smart Home"-Verwaltung. Nicht jeder Provider lässt aber dem Kunden die freie Wahl des Routers. Stattdessen müssen sie ein vorgegebenes Gerät am Breitbandanschluss des Anbieters nutzen. In den vergangenen Monaten hatten sich einzelne Verbraucher wegen dieses 'Routerzwangs' mit Beschwerden an die Bundesnetzagentur gewandt. Die Antworten der Bonner Regulierungsbehörde waren jedoch wenig zufriedenstellend, sie will nicht gegen bestimmte Netzbetreiber einschreiten. Außerdem könne der Internetanbieter dem Kunden auch Kennwörter, beispielsweise für Sprachdienste, vorenthalten. Der Berliner Router-Hersteller AVM kritisiert die Position der Netzagentur. Für die Anwender und den Markt würden sich erhebliche Nachteile ergeben.

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AVM drängt auf freie Routerwahl für Kunden

Laut AVM könnten Netzbetreiber mit Duldung der Bundesnetzagentur "willkürlich" definieren was ein Endgerät beim Kunden ist. Der Berliner Fritz!Box-Hersteller sieht die Netzbetreiber dagegen durch das Gesetz über Funkanlagen und Telekommunikationsendeinrichtungen (FTEG) dazu verpflichtet, die Schnittstellen so offenzulegen, dass Hersteller im freien Wettbewerb entsprechende Geräte anbieten können. Kunden sollten die freie Auswahl bei Endgeräten haben.

Das ist derzeit jedoch nicht bei jedem Anbieter gegeben. Vodafone beispielsweise bietet seinen Kunden den eigenen easybox-Router an. Im Internet finden sich zwar Anleitungen von Nutzern, wie sich auch andere Router verwenden lassen, doch der Anbieter selbst leistet keinen Support für den Einsatz fremder Router.

AVM: Routerzwang führt zu weniger Innovationen

Ein Routerzwang führe laut AVM langfristig zu weniger Innovationen bei der Hardware, da der Wettbewerb um das beste Endgerät fehle. Die Berliner verweisen zum Vergleich auf den Mobilfunksektor, wo es undenkbar sei,"dass an einem Mobilanschluss nur ein vom Netzbetreiber vorgegebenes Handy funktioniert". Der Siegeszug der Smartphones sei gerade erst durch einen breiten Wettbewerb ermöglicht worden. AVM sieht die Bundesnetzagentur in der Pflicht, die "Sorgen der Verbraucher und der Marktteilnehmer ernst" zu nehmen. Die Bonner Behörde müsse die freie Wahl des Endgeräts ermöglichen.

Jörg Schamberg
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    Zuletzt kommentiert von gerryst am 02.05.2013 um 11:55 Uhr
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