Anzeige:

Donnerstag, 10.01.2013 18:16

Video-Streit: GEMA mahnt YouTube wegen "Sperrtafeln" ab

aus dem Bereich Computer

Abseits des weltweit tobenden Patentkriegs um Smartphone- und Mobilfunkpatente gibt es wohl nur noch eine Auseinandersetzung, die sich in ähnlicher Weise in immer neuen Wendungen ergeht: der Streit zwischen YouTube und der deutschen Verwertungsgesellschaft GEMA. Selbst Beobachtern fällt es inzwischen schwer, im Duell juristischer Winkelzüge und gegenseitiger Schuldzuweisungen den Überblick zu behalten. Inhaltlich herrscht derweil weiter Stillstand, versinnbildlicht durch den mittlerweile fast zur Legende gewordenen Schriftzug, der die tägliche Video-Blockade erklären soll.

Anzeige

Abmahnung wegen "Sperrtafeln"

Seit Mitte 2011 schiebt YouTube darin gezielt der GEMA den schwarzen Peter zu – die wehrt sich unverändert gegen die aus ihrer Sicht ungerechtfertigte Behauptung. Trotz dieser Umstände und eines laufenden Gerichtsverfahrens am Hamburger Landgericht wurden mit Unterbrechungen weiter Verhandlungen geführt. Nachdem diese Mitte Dezember abgebrochen worden sind, setzt die GEMA nun allerdings auf Konfrontation und hat YouTube per Abmahnung aufgefordert, die Einblendung der sogenannten "Sperrtafeln" zu unterlassen. Das Verfahren geht derweil in die nächste Instanz.

"Die Sperrtafeln tragen bis heute in großem Umfang dazu bei, die öffentliche und mediale Meinung in höchst irreführender Weise negativ zu beeinflussen. Durch den eingeblendeten Text wird der falsche Eindruck erweckt, dass die GEMA die Lizenzierung von Musiknutzung kategorisch verweigere", betonte Harald Heker, Vorstandvorsitzender der GEMA. Man sei "immer" dazu bereit gewesen, eine Lizenz zu erteilen, YouTube sei aber "aus nicht nachvollziehbaren Gründen" nicht bereit, diesen Weg einzuschlagen. "Bislang haben wir in diesem Zusammenhang auf rechtliche Schritte bewusst verzichtet, um die laufenden Gespräche durch ein weiteres gerichtliches Verfahren nicht zu belasten", erklärte Heker.

Gleichzeitig kündigten die Urheberrechtsvertreter an, die Angemessenheit der von ihr geforderten Mindestvergütung von 0,375 Cent pro abgerufenem Stream von der Schiedsstelle beim Deutschen Patent- und Markenamt prüfen zu lassen. Dies entspreche dem für diese Fälle vorgesehenen gesetzlichen Verfahren. Zudem verlangt die GEMA Schadensersatz für die unlizenzierte Nutzung von 1.000 urheberrechtlich geschützten Musikwerken. Eine solche Forderung sei angebracht, da die betroffenen Werke auf YouTube massenhaft genutzt würden, die Urheber jedoch seit dem zweiten Quartal 2009 keinerlei Vergütung erhielten, so die Begründung.

Update 11. Januar: Reaktion von Google

YouTube-Sprecherin Mounira Latrache sagte, man setze "weiterhin alles daran, mit der GEMA eine dem Geschäftsmodell von YouTube entsprechende Lösung zu finden". YouTube habe Dutzende von Verträgen mit Verwertungsgesellschaften für mehr als 45 Länder geschlossen. In Deutschland hinderten die Entscheidungen der GEMA Künstler, Autoren und Plattenfirmen daran, YouTube als Einnahmequelle zu nutzen.

Christian Wolf
Kommentieren (Neuen Kommentar verfassen):
 Wegelagerer (15 Beiträge) 
    Zuletzt kommentiert von 3-ranger am 27.01.2013 um 18:54 Uhr
 Taschentuchspende für die GEMA (0 Beiträge) 
    Zuletzt kommentiert von The_Eagle am 11.01.2013 um 12:31 Uhr
 Suche

  News
Freitag, 19.09.2014
Alibaba gelingt größter Börsengang: Internetkonzern überflügelt Amazon und eBay
SMS-Fallen: Bundesnetzagentur ordnet Abschaltung von 60 weiteren Rufnummern an
Android L: Verschlüsselung wird Standard, iOS 8 als Vorbild
Telekom vergibt Free-TV-Rechte der Basketball-Bundesliga an Sport1
Phonex senkt Preise für Flat XS 500 plus und All-in 1000 Plus
Larry Ellison: Ein Titan des Silicon Valley tritt ab
Acer Chromebook 13 für 299 Euro vorgestellt
maXXim zum Wochenende mit zwei Aktionstarifen
Amazon stellt neue Ebook-Reader vor: Kindle Voyage mit besserem Display
Sturztest: Käufer lässt iPhone 6 direkt nach Kauf fallen
DeutschlandSIM: Smartphone-Tarif Smart 300 für 4,95 Euro
Hackerangriff bei Home Depot: 56 Millionen Kreditkarten betroffen
Apple startet Verkauf der neuen iPhones: Lange Warteschlangen vor Apple Stores
Amazon: Schadcode in Ebooks ermöglicht Übernahme von Nutzerkonten
Nach NSA-Skandal: Größeres Interesse für IT "Made in Germany"
Weitere News
Mobiles Internet
Mobiles Internet via UMTS bietet schnellen Surfspaß für unterwegs.
Selbst ohne WLAN schnell mobil surfen oder Internet TV auf dem Handy genießen.
UMTS hält in jedem Speed Test problemlos mit.
Speedcheck
Zum Glück DSL verfügbar, mit großer Vorfreude bestellt und nun trotzdem enttäuscht? Gleich DSL Speedcheck machen.
Langsamer als versprochen? Dann im großen Flatrate Vergleich alle günstigen DSL Tarife anschauen und schnell wechseln.
Viele Angebote haben neben einer Telefonflatrate auch einen WLAN DSL Router inklusive.
Provider Wechsel
DSL Speed Test gemacht und nun unzufrieden mit der DSL Leistung?
Jetzt Kosten für den DSL Anschluss senken und neuen Telefonanbieter suchen.
Günstige Angebote der wichtigsten Internet Provider auch inklusive DSL Modem in der Übersicht.
© 1999-2014 onlinekosten.de GmbH :: Datenschutz :: Impressum :: Leistungsschutzrecht :: Presse :: Jobs